Stand: 05.08.2026, 21:31 Uhr
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An der französischen Atlantikküste wurden Portugiesische Galeeren angeschwemmt – ein hochgiftiges Meerestier. Einige Strände verhängen Badeverbote.
Les Landes – Stechende und durchdringende Schmerzen bis zu Atemlähmungen – wer die meterlangen Tentakel der Portugiesischen Galeere einmal berührt hat, vergisst den Schmerz so schnell nicht mehr. An einigen Stränden an der südwestfranzösischen Atlantikküste wurden in den vergangenen Tagen Exemplare des giftigen Staatsnesseltiers angeschwemmt. Die Strandbadbetreiber haben sofort reagiert und die betroffenen Strände geschlossen.

An sämtlichen Stränden der Region Les Landes an der Atlantikküste wurden Portugiesische Galeeren (Physalia physalis) angeschwemmt, wie es in einer Meldung der Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) heißt. Für Julien Lalanne von der Gewerkschaft der Strandbadbetreiber aber kein Grund für Panik: „Letzten Sommer sind sie plötzlich aufgetaucht und genauso plötzlich wieder verschwunden.“
Auch Berührungen mit toten Tieren können schmerzhaft sein
Nach Angaben von vol.at ist auch der Badeort Mimizan betroffen, wo der Strand kurzfristig geschlossen wurde. Portugiesische Galeeren wurden auch in Ilbarritz bei Biarritz sowie an weiteren Küstenabschnitten der Bretagne und des Baskenlands entdeckt. Bei Ravenna in Italien haben Passanten im Frühjahr einen toten Mondfisch gefunden.
Die Präfektur des Départements Pyrénées-Atlantiques warnte auf ihrer Facebook-Seite, dass Berührungen mit den Tentakeln sehr schmerzhaft sein können. Die Tiere sollten niemals angefasst werden, „selbst wenn sie tot sind“. Wenn man doch mit ihnen in Berührung kommt, sollte man sofort das Wasser verlassen und die betroffene Hautstelle mit Meerwasser reinigen, das idealerweise heiß und mit Essig versetzt ist. Bei anhaltenden Schmerzen sollte man den Notdienst rufen.
Charakteristisch für die eigentlich aus den Tropen stammende Portugiesische Galeere ist ihre blaue, auf dem Wasser schwimmende Blase, wie AFP mitteilt. Strömungen und Wind treiben die Tiere in Richtung Strand, wo Rettungsdienste zum Schutz der Badegäste die rote Flagge hissen. Entlang der Küsten machen sich die Rettungsdienste auf Jet-Skis auf die Suche nach den Tieren und suchen das Meer mit Keschern nach ihnen ab. An der spanischen Costa Blanca wurden im vergangenen Jahr übrigens die hochgiftigen „blauen Drachen“ angespült – sie ernähren sich von der Portugiesischen Galeere.
Muskellähmungen können im Wasser schnell zum Tod führen
Wie das Anti-Gift-Zentrum am Krankenhaus von Bordeaux laut AFP mitteilt, kann ein Kontakt mit den Quallen in acht bis zehn Prozent der Fälle Muskellähmungen oder Atemprobleme auslösen. Im Wasser kann das im schlimmsten Fall zum Ertrinken führen. Weibliche Patienten beschreiben den Schmerz durch das Nesselgift als „schlimmer als eine Entbindung ohne Betäubung“. Dazu kommt, dass die Schmerzen bis zu zwei Stunden andauern können.
Nach Angaben von meerwasser-lexikon.de sieht die Portugiesische Galeere aus wie eine Qualle. Eigentlich besteht sie aber aus einer Vielzahl einzelner, spezialisierter Polypen. Ihre Tentakel können bis zu 50 Meter lang werden und beinhalten hunderttausende Nesselzellen, die schon bei leichter Berührung ein Giftgemisch in die Haut injizieren. Auch einzelne Teile der Tentakel bleiben nach dem Tod eines Tiers giftig.
Wie vol.at schreibt, spielt für die Ausbreitung der Galeere auch die Überfischung der Meere eine Rolle: Fressfeinde wie Meeresschildkröten oder Mondfische seien seltener geworden. Auch auf der spanischen Insel Teneriffa wurden kürzlich Exemplare der Portugiesischen Galeere angeschwemmt. (Quellen: AFP-Meldung, meerwasser-lexikon.de, vol.at, facebook.com) (jws)