Schluss mit Russland-Geschäft? Fünf Standorte könnten von Putin neu vergeben werden
Stand: 18.08.2026, 21:36 Uhr
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Viele westliche Unternehmen haben sich aus Russland zurückgezogen. Doch Nestlé blieb trotz Ukraine-Krieg. Jetzt droht eine Übernahme.
Moskau – Der Schweizer Nahrungsmittel-Gigant Nestlé hat sein Geschäft in Russland trotz des Ukraine-Kriegs teilweise aufrechterhalten. In insgesamt sechs Produktionsstandorten stellt das Unternehmen unter anderem Kaffee, Babynahrung, Süßwaren und Tierfutter her, berichtete das Handelsblatt. Doch damit könnte bald Schluss sein.
Wie die russische Zeitung Kommersant am Montag berichtete, droht fünf der sechs Standorte eine vorübergehende Übernahme. Demnach habe das Unternehmen KS Logistics den russischen Präsidenten Wladimir Putin um die Übernahme gebeten. Dieser Schritt solle bis zum Ende des Jahres geprüft werden.
Nestlé könnte Russland-Geschäft verlieren – Konzern weiß von nichts
Grund für die Übernahme sei, dass der Schweizer Lebensmittelhersteller seine Produktionskapazitäten nicht ausbaue. Das behauptet KS Logistics laut Kommersant. Zudem würden in Russland produzierte Güter nicht mehr ins Ausland verkauft. Dem russischen Büro von Nestlé liege jedoch bislang keine Anfrage zur Übernahme vor.
Gegenüber der Nachrichtenagentur AWP erklärte ein Sprecher von Nestlé, dass bislang kein Rückzug aus Russland geplant sei. Der Betrieb laufe weiter und das Unternehmen erfülle seine Pflichten. In dem Land erwirtschafte der Konzern rund zwei Prozent seines Umsatzes.
Nestlé-Bericht schlägt Wellen – Analysten befürchten Verlust von Russland-Geschäft
Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass Russland bereits seit Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine im Jahr 2022 versucht, die Kontrolle über ausländische Firmenaktivitäten im Land zu verstärken. Vermögenswerte von als „unfreundliche Länder“ klassifizierten Staaten können einem Dekret von Putin zufolge unter vorübergehende Verwaltung gestellt werden.
Auch der Finanzdienstleister JP Morgan hatte bereits auf die neusten Berichte über das Russland-Geschäft von Nestlé reagiert. Wie Finanznachrichten.de berichtet, sieht JP Morgan die Aktivitäten in dem Land als „gefährdet“ an. Nestlé wird weiter als „Neutral“ mit einem Kursziel von 90 Franken bewertet.
Ein Großteil der westlichen Unternehmen hatte sich nach Beginn des Krieges ohnehin aus Russland zurückgezogen. Nicht aber Nestlé. Wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtete, erklärte der Lebensmittel-Riese, dass er seine Geschäftsaktivitäten in Russland auf das Wesentliche reduziert habe. Dennoch hätten sich 2023 noch viele Nestlé-Produkte in russischen Supermärkten gefunden. (Quellen: Handelsblatt, Kommersant, AWP, Reuters, Neue Zürcher Zeitung (NZZ), Finanznachrichten.de) (nhi)