Schmach zur Saisoneröffnung: 1. FC Union Berlin geht gegen Ipswich Town unter

So langsam geht es wieder los. Bevor der 1. FC Union Berlin aber in der kommenden Woche gegen Eintracht Braunschweig im DFB-Pokal das erste Pflichtspiel der neuen Saison austragen wird, begrüßten die Köpenicker ihre Fans am Sonnabend zur offiziellen Saisoneröffnung beim letzten Testspiel der Sommervorbereitung gegen Ipswich Town.

Vor 12.421 Fans im Stadion An der Alten Försterei bot sich für Trainer Mauro Lustrinelli gegen einen Gegner aus der englischen Premier League noch einmal die Chance, zu sehen, was er vor Beginn der neuen Spielzeit noch anpassen muss. Und beim 2:4 (1:3) zeigte seine Mannschaft, dass er durchaus noch an der ein oder anderen Schraube zu drehen hat.

Frühe Führung hält nicht lang

Dabei war alles so gut losgegangen für die Eisernen. Nach einer Freistoßvariante war Woo-yeong Jeong auf der rechten Seite frei am Ball, gab ihn in die Mitte und Neuzugang Zeno Van Den Bosch bugsierte ihn dort am kurzen Pfosten über die Linie zum 1:0 für Union (9.).

Zeno Van Den Bosch (Mitte, beim Schuss) traf für den 1. FC Union Berlin zum 1:0.

Zeno Van Den Bosch (Mitte, beim Schuss) traf für den 1. FC Union Berlin zum 1:0.

© IMAGO/Sebastian Räppold/Matthias Koch

Die Freude über den Treffer hielt allerdings nicht lange an. Denn ein ganz simpler Spielzug brachte Ipswich den Ausgleich.

Nachdem die Gäste zunächst nicht die größte Gefahr ausstrahlten, hatte Linksverteidiger Leif Davids eine Idee. Er überlief entlang der Seitenlinie erst Unions Jeong, danach Josip Juranovic und erhielt dann, als er an beiden vorbei war, den Ball, übergab ihn im Strafraum an Mitspieler Jack Clarke und der vollendete zum 1:1 (16.).

Union im Angriff ungefährlich

Die Engländer forcierten nun das Spiel über außen und waren fortan besser. Die Elf von Lustrinelli versuchte zwar noch, über Konter gefährlich zu bleiben, scheiterte aber spätestens im und um den Strafraum herum an den eigenen Entscheidungen.

Mal wartete ein Spieler zu lange, bis er abspielte, mal wählte er das falsche Ziel aus oder der Ball gehorchte dem Spieler schlicht nicht, sodass statt einem Schuss nur ein leichtes Rollen in Richtung Tor heraussprang.

Doppelschock vor der Halbzeit

Ipswich auf der anderen Seite durfte mehrfach jubeln. Emerson hielt nach einer Flanke von der rechten Angriffsseite den Fuß hin und traf zum 2:1 für die Engländer (40.).

Hat noch Arbeit vor sich: Mauro Lustrinelli muss die Lücken in der Abwehr des 1. FC Union Berlin schließen.

Hat noch Arbeit vor sich: Mauro Lustrinelli muss die Lücken in der Abwehr des 1. FC Union Berlin schließen.

© IMAGO/Michael Taeger

Dann kam es für Union noch schlimmer. Keeper Carl Klaus konnte eine Flanke zwar noch abwehren, musste dann aber feststellen, beim Verteidigen des Tores ansonsten auf sich allein gestellt zu sein.

Nach seiner Abwehr landete der Ball erneut bei den Gästen. Dara O'Shea schlenzte den Ball zum 1:3 aus Union-Sicht ins lange Eck (45.+1).

Traum-Kombination für den Anschlusstreffer

Nach dem Doppelschock vor der Pause kam Union gestärkt aus der Halbzeit. Wie zu Spielbeginn dauerte es nicht lange, nachdem Schiedsrichter Daniel Siebert das Spiel angepfiffen hatte, bis der Ball wieder im Tor lag.

Livan Burcu, Emmanuel Latte Lath und Aljoscha Kemplein eroberten im Kollektiv den Ball auf der linken Angriffsseite. Die Kugel landete darauf folgend bei Rani Khedira und der spielte einen tollen Chip in den Strafraum, wo Juranovic den Ball volley über den Gästetorwart hinweg zum 2:3 ins Tor hob (52.). Eine Kombination, die es so in der vergangenen Saison nur selten in Köpenick zu sehen gab.

1. FC Union Berlin: Mauro Lustrinelli hat die ersten Startelf-Plätze vergeben

Bundesliga

1. FC Union Berlin: Mauro Lustrinelli hat die ersten Startelf-Plätze vergeben

Doch so schön dieser Angriff gespielt wurde: In der Defensive zeigte Union große Schwächen. Gerade über die Außen wurde Ipswich Town viel zu oft gefährlich und traf so in der 78. Minute, erneut nach einer Flanke, zum 4:2-Endstand durch Kasey McAteer.

Die gute Nachricht für Union-Fans lautet nach dem Spiel: Ihre Mannschaft kann Tore schießen. Die schlechte? Sie macht es dem Gegner viel zu leicht, selbst zu treffen.

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