Forster-Retter Cerfeda scheitert im Kampf um Fabrik

«Sehr überrascht und enttäuscht»

Retter von Thurgauer Küchenbauer scheitert im Kampf um Fabrik

Die Liegenschaft des Thurgauer Küchenbauers Forster stand zum Verkauf. Inhaber Giovanni Cerfeda wollte die Fabrik kaufen. Jetzt hat er den Zuschlag aber nicht erhalten – zu seiner Verwunderung. Bleiben kann der Traditionsbetrieb trotzdem.

Publiziert: 17:29 Uhr

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Aktualisiert: 17:58 Uhr

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft

  • Die Emil Egger AG kauft die Forster-Fabrik in Arbon, nicht Cerfeda
  • 80 Arbeitsplätze bleiben erhalten, Produktion bleibt in Arbon bestehen
  • Cerfeda ist enttäuscht, Emil Egger bot wirtschaftlich das beste Angebot
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Robin WegmüllerRedaktor Wirtschaft

Die zuletzt unstete Firmengeschichte des Küchenbauers Forster Manufaktur mit Sitz in Arbon TG ist um ein weiteres Kapitel reicher: Nach dem furiosen Machtkampf vor einem Jahr muss Retter Giovanni Cerfeda (70) plötzlich um den Standort des Thurgauer Traditionsbetriebs bangen. Die Fabrik, in die Forster derzeit eingemietet ist und in der das Unternehmen seine Stahlküchen herstellt, ist zum Verkauf ausgeschrieben worden. Der Firma hat der Auszug gedroht.

Inhaber und Verwaltungsratspräsident Cerfeda zeigte sich im Vorfeld optimistisch. Sein Angebot war für ihn klar «das beste, vernünftigste und logischste – auch für die Entscheidungsträger». Jetzt ist die Katze aus dem Sack – und die Überraschung da. Cerfeda erhält den Zuschlag für «seine» Fabrik nicht. Stattdessen kommt die St. Galler Logistikfirma Emil Egger zum Zug, wie aus einer Mitteilung des für den Verkauf zuständigen Sachwalters hervorgeht. Emil Egger habe «das mit Abstand wirtschaftlich beste Angebot» unterbreitet. Wie dieses genau aussieht, ist nicht bekannt. Der Kaufpreis bleibt geheim.

Kein gleichwertiges Angebot

«Ich bin sehr erstaunt und enttäuscht», sagt Cerfeda am Freitag zu Blick. Er habe alles getan, um den Zuschlag zu erhalten, so der Winterthurer Immo-König und Architekt. Letzten Freitag habe er sein Angebot eingereicht. Verträge mit Banken seien bereit gelegen. «Wir hätten nur unterschreiben müssen und bezahlen können.»

Jetzt kommt es anders. Und das, obwohl der Sachwalter ihm eine Art Vorkaufsrecht eingeräumt hat, sofern sein Gebot gleichwertig ist. Emil Egger hat also mehr geboten. «Der Sachwalter hat das jetzt ziemlich schnell durchgewürgt», meint Cerfeda dazu. «Was die Gründe dafür sind, weiss ich nicht. Wir hätten das Mieter-Kapitel gerne abgeschlossen.»

Es gibt good News

Obwohl der Forster-Retter leer ausgeht, gibt es positive Nachrichten. Das Ostschweizer Logistik- und Kranunternehmen Emil Egger zeigt sich nämlich offen, über den laufenden Mietvertrag hinaus eine Lösung für den Thurgauer Küchenbauer zu finden. Die Stahlküchen-Produktion darf wohl also auch über den Sommer 2027 hinaus in Arbon bleiben. So lange läuft der aktuelle Mietvertrag noch. «Das ist sicher positiv», so Cerfeda. Die 80 Arbeitsplätze sind somit nicht gefährdet.

Trotzdem ist noch nicht klar, wie die zukünftigen Platzverhältnisse an der Egnacherstrasse 37 genau aussehen. Emil Egger fasst ins Auge, einen Teil des gut 3,5 Hektar grossen Gewerbeareals für sich zu beanspruchen. «Ich hatte einen kurzen Austausch mit der Firma Egger. Wir werden nächsten Monat zusammensitzen und schauen, wie wir das gestalten könnten», gibt sich Cerfeda zuversichtlich.

Für den Forster-Inhaber ist klar: «Ja, ich hätte die Liegenschaft gerne gekauft. Aber wir leben weiter.» Mit seinem Cousin Daniele Cerfeda als Geschäftsführer und den Mitarbeitenden habe er in letzter Zeit einiges aufgebaut. «Es wird keinen Einbruch geben.»