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WM 1966
Seinetwegen wurde die Gelbe und Rote Karte eingeführt – Argentinischer Fußballer Rattín tot
Stand: 11.07.2026Lesedauer: 2 Minuten
Antonio Rattin (l.) bei der WM 1966 beim Handshake mit Uwe Seeler
Quelle: picture alliance/AP Images/UncreditedDer argentinische Fußballer Antonio Rattín ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Bei der WM 1966 erlangte er fragwürdige Berühmtheit, als er sich dem deutschen Schiedsrichter widersetzte.
In die Geschichte des Weltfußballs ging der Argentinier Antonio Rattín durch seinen legendären Streit mit dem deutschen Schiedsrichter Rudolf Kreitlein bei der Weltmeisterschaft 1966 in England ein. Die legendäre Szene war ausschlaggebend für die Einführung Gelber und Roter Karten. Nun ist der einstige Mittelfeldspieler nach Angaben seines ehemaligen Klubs im Alter von 89 Jahren gestorben.
„Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Antonio Ubaldo Rattín, dem Idol und Aushängeschild unseres Vereins“, teilte sein langjähriger Verein Boca Juniors am Samstagnachmittag auf seinen Social-Media-Kanälen mit.
Der Vorfall, der Rattín berühmt machen sollte, ereignete sich beim Viertelfinale der Weltmeisterschaft 1966. Die Argentinier trafen auf Gastgeber England, der das Spiel 1:0 gewann. Der Stuttgarter Referee Kreitlein hatte Rattín bereits zweimal verbal verwarnt. Als der Südamerikaner erneut den Unparteiischen beschimpfte, verwies dieser ihm vom Platz.
Die Polizei musste eingreifen
Rattín weigerte sich minutenlang, das Spielfeld zu verlassen. Am Ende mussten gar englische Polizisten eingreifen. Beim Verlassen des Platzes zerknüllte Rattín schließlich auch noch eine englische Fahne. Als Konsequenz führte der Weltfußballverband Fifa die Gelbe und Rote Karte für Verwarnungen und Platzverweise ein.
Für die argentinische Nationalmannschaft spielte Rattín insgesamt 34 Mal. Bei dem Turnier in England war er Kapitän. Im Vereinsfußball war er ausschließlich für Boca Juniors aktiv. Bei den Blau-Gelben kam er von 1956 bis 1970 bei insgesamt 353 Spielen zum Einsatz und gewann vier Meisterschaften und einen Landespokal. Nach seiner Laufbahn arbeitete Rattín als Trainer und engagierte sich in der Politik. Von 2001 bis 2005 war er als Vertreter einer kleinen konservativen Partei in der Abgeordnetenkammer.
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