Hacker erpressen Berlin
Senat geht nach Cyberangriff von Weiterverkauf gestohlener Daten aus
Nach dem Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung geht der Senat davon aus, dass die Täter die sensiblen Daten am Freitag wie angedroht weiterverkaufen oder im Netz veröffentlichen. Das bestätigte Chief Digital Officer Florian Hauer (CDU) dem rbb.
Eine komplette Übersicht darüber, welche Daten erbeutet wurden, gebe es noch nicht, so Hauer. Bis Freitag werde man es auch nicht schaffen, alle betroffenen Datensätze zu prüfen. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass auch sicherheitsrelevante Informationen, etwa über Berlins kritische Infrastruktur, abgeflossen sind.
Die Untersuchungen auf gestohlene Daten gehen noch auf unbestimmte Zeit weiter. Das teilte Senatssprecherin Christine Richter am Dienstag mit. "Alle Systeme im Land Berlin müssen gescannt werden, um auszuschließen, dass noch weitere Daten abgeflossen sind." Fest stehe nur, dass eine große Menge an Daten abgeflossen sei.
"Das Land Berlin wird sich nicht erpressen lassen"
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte am Freitag bekanntgegeben, dass Berlin nach dem Hackerangriff von den Tätern erpresst werde. Er hatte abgelehnt, deren Forderungen nachzugeben. Die Senatssprecherin sagte dazu: "Das Land Berlin wird sich nicht erpressen lassen."
Bei der Sitzung informierte der Staatssekretär für Digitalisierung, Florian Hauer, über den aktuellen Stand der Erkenntnisse zu der Cyberattacke. Zu den Hintergründen ermitteln das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft.
Nach jetzigem Kenntnisstand seien weiterhin nur die beiden Senatsverwaltungen für Verkehr und für Bauen betroffen, sagte Richter. "Dort sind nicht öffentliche Daten abgeflossen, die jetzt auch untersucht werden, damit Klarheit herrscht, um was für Daten es sich handelt und welche Konsequenzen dann getroffen werden müssen." Das gelte beispielsweise mit Blick auf Passwörter, die offensichtlich abgeflossen seien und mit Blick auf persönliche Daten. "All das wird jetzt untersucht."
Erpresser fordern rund zwei Millionen Euro in Bitcoin
Beide Verwaltungen haben Richter zufolge am Montag entschieden, weitere Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, nachdem Passwörter für einige sogenannte Fachverfahren bekanntgeworden seien. "Das wiederum führt dazu, dass es einige Einschränkungen gibt, aber beide Verwaltungen sind nach wie vor per Mail erreichbar", sagte die Senatssprecherin. Mitarbeiter in beiden Verwaltungen könnten sich derzeit nicht vom Homeoffice aus in das Datennetz einwählen.
Der Cyberangriff war am 14. August bekanntgeworden. Nach bisherigen Erkenntnissen flossen vom 7. bis zum 12. August Daten in großem Umfang ab. Wie zuerst der "Spiegel" berichtete, verlangen die Hacker ein Lösegeld von 30 Bitcoin, wenn ihrer Forderung bis zum nächsten Freitag nicht entsprochen wird und drohen damit, die Daten in dem Darknet genannten Teil des Internets zugänglich zu machen. Aktuell entsprechen 30 Bitcoin etwa zwei Millionen Euro.
Sendung: rbb24 Abendschau, 01.09.2026, 19:30 Uhr
Video: rbb24 Abendschau, 01.09.2026, Laurence Thio
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