SG Reppichau gegen HFC: Ein 450-Seelen-Dorf vor dem "Spiel des Lebens"

Pokalspiel gegen Halleschen FC

Stand: 30.09.2026 13:56 Uhr

Das Pokalspiel zwischen der SG Reppichau und dem Halleschen FC erzählt schon vor dem Anpfiff seine eigenen Geschichten. Zum Beispiel die eines glühenden HFC-Fans, der nun gegen seine Idole antritt.

Eigentlich würde Niels De Wispelaere am Freitag (19 Uhr im Liveticker) in der Fankurve des Halleschen FC stehen und seinen Herzensverein anfeuern. Stattdessen steht der Torwart selbst im Mittelpunkt, wenn er mit der SG Reppichau den Halleschen FC in einem Nachholspiel der zweiten Landespokalrunde empfängt. "Gegen seinen Lieblingsverein zu spielen, ist schon was Großes", strahlt De Wispelaere im Vorfeld. "Das ist das Spiel des Lebens. Besser wird es nicht."

Video: Reppichau-Keeper De Wispelaere: "Zwei oder drei werden wohl drin liegen" (2 Min)

HFC in Topform - Realismus in Reppichau

Das Duell gegen den HFC ist nicht nur für ihn das Highlight der bisherigen Karriere. Normalerweise treten die Feierabendkicker aus dem knapp 450 Einwohner zählenden Ortsteil im Osternienburger Land in der Verbandsliga an, nun wartet die Herkulesaufgabe gegen den Regionalligisten und Titelverteidiger. Halle ist turmhoher Favorit, und das liegt nicht nur an den zwei Spielklassen, die beide Teams trennen. Die Mannschaft von Robert Schröder präsentiert sich in der Liga derzeit in bestechender Form, holte zuletzt 16 von 18 möglichen Punkten und begeisterte auch in der ersten Runde des DFB-Pokals als Außenseiter gegen Schalke 04.

Am Freitag sind die Rollen vertauscht, das weiß man natürlich auch in Reppichau. "Dass es fast unmöglich wird, ist fast klar", sagt Angreifer Fernando Spremberg und schätzt die eigenen Chancen auf zarte "fünf Prozent" ein. Auch De Wispelaere macht sich nichts vor. Zwei- bis dreimal wird er wohl hinter sich greifen müssen, lächelt der 18-jährige Keeper verschmitzt: "Ich denke, Damelang (Julien Damelang, d. Red.) oder Stierlin (Niclas Stierlin, d. Red.) werden auf jeden Fall eins machen. Das stört mich dann aber auch nicht, wenn man weiß, dass man von solch einem Profi ein Tor bekommt."

Video: Reppichau-Angreifer Spremberg: "Alles reinschmeißen, um die Sensation zu schaffen" (1 Min)

Partie findet in Dessau statt

Favoritenrolle hin oder her: Völlig chancenlos sieht sich der Sechstligist nicht, der mit zwei Siegen, zwei Remis und zwei Niederlagen in die neue Saison gestartet ist. Es ist schließlich Pokal, und der hat seine eigenen Gesetze. Angst? Fehlanzeige! Das betont auch Vereinsvorsitzender Ingmar Lehmann: "Im Pokal ist alles möglich, ich brauche das Team überhaupt nicht zu motivieren." Die Marschroute ist so simpel wie üblich bei derartigen Vorzeichen: "Hinten reinstellen und dann schauen, dass wir schnell nach vorne kommen." Spremberg pflichtet bei: "Tief stehen und vielleicht einen Nadelstich setzen."

Video: Ingmar Lehmann (Vereinsvorsitzender Reppichau): "Im Pokal ist alles möglich" (1 Min)

Weil die eigene Spielstätte zu klein ist, muss der Verbandsliga-Aufsteiger für die Partie ins Paul-Greifzu-Stadion nach Dessau ausweichen. Immerhin sind bereits 1.500 Tickets verkauft, und auch die passenden T-Shirts mit dem Slogan "Pokal Fighter" gibt es schon. "Wir haben eine gute Intensität im Training gezeigt und werden vorbereitet sein. Die Jungs sind heiß, den HFC zu ärgern", verspricht De Wispelaere. Sein ganz persönliches Ziel steht unabhängig vom Ausgang bereits fest: das Trikot von HFC-Keeper Luca Bendel. "Ihn würde ich auf jeden Fall fragen", sagt Reppichaus Torwart vor dem Duell mit seinen Idolen.

jsc/mkr

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