Warum HSV-Talente gerade alle überraschen

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„Sie brechen nicht ein“: Warum die Top-Talente beim HSV so stark sind

Merlin Polzin suchte das Vier-Augen-Gespräch mit HSV-Talent Shafiq Nandja (r.).
Witters

Warum Louis Lemke, Shafiq Nandja und weitere HSV-Talente im Trainingslager überzeugten – und welche Rolle das Trainerteam sowie Tom Mickel dabei spielen.

Louis Lemke (16), Jason Bissi-Mouelle (18), Shafiq Nandja (19) und Thierry Sedlatschek (17) zählen aktuell zu den größten HSV-Talenten – und sie haben noch eine Gemeinsamkeit: Keiner aus dem Quartett verpasste in Herzogenaurach auch nur eine einzige Einheit. Siebenmal wurde im Adidas-Camp auf dem Platz geschuftet, siebenmal waren sie dabei und zogen nicht nur mit, sondern hielten das Niveau auch konstant oben. Das hat Gründe.

Loic Favé ist erst seit 20 Monaten Teil des Profi-Trainerteams im Volkspark, er hat mit Blick auf die Top-Talente aber bereits einen Unterschied zu „früher“ ausgemacht. „Es gab schon Spieler“, weiß der Partner von Merlin Polzin, „die mit Kopfhörern sehr bei sich waren und überhaupt nicht dafür gesorgt haben, sich in die Mannschaft zu integrieren.“ Das sei in diesem Sommer anders gewesen.

HSV-Trainer Favé lobt das Verhalten der Youngster

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Lemke, Bissi-Mouelle, Nandja und Sedlatschek sowie Nachwuchstorhüter Elias Lahti (17) versteckten sich in Herzogenaurach auch nach dem Training nicht. „Sie stellen hier Fragen, sie sind verbunden“, berichtet Favé. „Das sind Sachen, die sind jetzt auch nicht zufällig.“

Einen großen Anteil an der guten Entwicklung der Youngster mit großem Potenzial hat Tom Mickel. Der 37-jährige Ex-Keeper hatte nach dem Aufstieg seine Karriere beendet und kehrte im Oktober in neuer Funktion zum HSV zurück. Mickel kümmert sich im Volkspark als Koordinator um die Talente, denen der Sprung zu den Profis zuzutrauen ist, und rüstet sie sportlich, mental und privat für den nächsten Schritt.

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Ex-HSV-Torwart Mickel unterstützt bei der Förderung

„Tom bereitet auf der persönlichen Ebene viele Dinge mit den jungen Spielern vor“, erklärt Favé. „Wir versuchen, im Nachwuchs sehr intensiv zu trainieren, sodass die Jungs, wenn sie herkommen, besser adaptieren können – weil hier natürlich alles etwas schneller ist.“ Zu hoch aber war die Trainingsintensität und -geschwindigkeit in Dänemark, Österreich und jetzt Mittelfranken nicht für Lemke und Co. Im Gegenteil: Der Linksverteidiger lief einigen erfahrenen Profis bei Übungen des Umschaltverhaltens sogar davon.

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Louis Lemke vom HSV schüttet sich im adidas Home Ground in Herzogenaurach Wasser über den Kopf.
Trotz der hohen Temperaturen gab Louis Lemke im HSV-Camp in Herzogenaurach Vollgas.
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„Louis ist auch bei uns in der Mannschaft einer der intensivsten Spieler und kann das Tempo gehen“, hat Favé erkannt. Sein Lob bezieht sich aber auf alle Nachwuchskicker – inklusive Jannes von Diczelski (17), der bis zu seiner verletzungsbedingten Abreise aus dem Ötztal einen erfrischenden Eindruck hinterlassen hatte. In Herzogenaurach überzeugten die anderen Bubis die Trainer. „Man sieht, dass sie hier nicht einbrechen“, stellte Favé fest.

Lemke und Nandja in der HSV-Startelf gegen Lille?

In Hamburg kümmert sich Mickel auch um familiäre Themen rund um die Talente. Die ersten Früchte der Arbeit des HSV-Urgesteins sind zu erkennen. „Es freut mich, dass da ein bisschen Power reinkommt“, sagt Favé. „Und trotzdem ist das erst der Anfang mit den Jungs. Sie müssen jetzt richtig reinhauen, dass sie weitere Schritte auf dem Niveau machen.“

Am Samstag geht es weiter auf diesem Weg: Es ist zu erwarten, dass Schienenspieler Lemke und Innenverteidiger Nandja im Test gegen OSC Lille (15 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) in der Startelf stehen. Otto Stange hat vorgemacht, wie man sich als Eigengewächs dauerhaft im Profikader etablieren kann. Der 19-jährige Stürmer soll als Vorbild dienen. Favé kündigt an: „Wir müssen die Jungs über die nächsten zwei, drei Jahre gut heranführen, sodass dann hoffentlich viele Minuten in der Bundesliga dazukommen.“

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