Das ist der 1300-Kilo-Siegermuni von Kilchberg

Siegermuni von Kilchberg

1300 Kilo und ein sanftes Gemüt: Das ist Siegermuni Ultimo

1300 Kilo, mächtige Hörner und ein erstaunlich sanftes Gemüt: Ultimo ist der Siegermuni des Kilchberger Schwinget. Blick hat den Koloss bei Besitzer Paul Korrodi in Wädenswil ZH besucht und erlebt, wie verschmust ein Muni dieser Grösse sein kann.

Publiziert: vor 34 Minuten

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Aktualisiert: vor 28 Minuten

Darum gehts

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  • Ultimo, ein 1300 kg schwerer Muni, ist Siegermuni des Kilchberger Schwinget
  • Ultimo hat bereits 40 Töchter und einen hohen Zuchtwert
  • Ein Siegermuni wie Ultimo kann über 12'000 CHF wert sein

Inmitten der sanften Hügel über Wädenswil ZH liegt der Hof von Paul Korrodi (44). Unterhalb glitzert der Zürichsee, rundherum weiden Kühe, Pferde stehen in den Ställen. Mehr als 50 Pferde und rund 80 Kühe und Kälber gehören zum Betrieb. Reiter kommen und gehen, Besucher schauen vorbei. Und mittendrin steht Ultimo.

1300 Kilogramm schwer, viereinhalb Jahre alt und mit mächtigen Hörnern. Der Braunvieh-Muni ist der Siegermuni des Kilchberger Schwingets vom 5. September. In seiner Box wirkt er zunächst etwas schüchtern und eigenwillig. Neben Ultimo stellt Korrodi auch noch drei weitere Rinder als Lebendpreise zur Verfügung. Beim Herausführen ist der Muni stur. Doch bald zeigt er seine andere Seite: Immer wieder streckt er Korrodi die Zunge entgegen und leckt ihm die Hand ab.

«Er hat einen sehr guten Charakter», sagt Korrodi zu Blick. Ganz ohne eigenen Kopf kommt der Koloss aber nicht aus. «Er weiss schon, was er will. Aber er hat einen sehr guten Charakter.»

Kein Muni für den Kilchberg-Traum

Korrodi hat Ultimo keineswegs mit dem Ziel gekauft, eines Tages den Siegermuni von Kilchberg zu stellen. «Das hat jetzt einfach so gepasst.» Der Züchter ist Alois Marty aus Goldau SZ. Korrodi reservierte Ultimo bereits, bevor dieser geboren war. Ausschlaggebend war unter anderem seine Mutter, eine auffällige, schöne Kuh aus bekannter Zucht.

Ultimo gehört zum Original-Braunvieh. Die alte Schweizer Rasse ist robust, langlebig und eignet sich gut für die Alp. Sie ist eine Zweinutzungsrasse für Milch und Fleisch. In den 1970er-Jahren war sie durch den Einfluss amerikanischer Genetik beinahe verschwunden. Heute gibt es wieder rund 14'000 Herdebuchtiere.

Korrodi ist seit seiner Kindheit mit der Zucht verbunden. 2012 übernahm er den Hof von seinem Vater und Onkel, die bereits grosse Zuchtstiere hielten. «Einen Muni, den ich für meine eigene Zucht brauche, möchte ich bereits als Kalb auf unserem Hof haben. So sehe ich von Anfang an seine Entwicklung.»

40 Töchter von Ultimo

Ultimo war in den vergangenen zweieinhalb Jahren auf verschiedenen Betrieben unterwegs, damit seine Genetik weitergegeben werden konnte. Korrodi besitzt Samen von ihm, der Koloss hat inzwischen rund 40 Töchter.

Der Wert des Munis ist dabei deutlich höher als bei einem gewöhnlichen Schlachttier. Ein normaler Schlachtmuni bringt rund 6000 Franken. Ein Siegermuni für ein Schwingfest wie Kilchberg liegt bei etwa 12'000 Franken, Ultimo dürfte aufgrund seiner Grösse und seiner besonderen Stellung nochmals deutlich darüber liegen.

Sein Speiseplan ist derweil unspektakulär: Gras, Heu und etwas Kraftfutter. Ein spezielles Trainingsprogramm gibt es nicht. Wichtig sei Bewegung. Korrodi führt ihn regelmässig nach draussen und lässt ihn auf die Weide. Vor allem soll Ultimo nicht noch schwerer werden. «Er ist jetzt gerade richtig. Wir müssen schauen, dass er nicht noch schwerer wird.»

Der Muni und der Schwinger

Dass Korrodi selbst eng mit dem Schwingsport verbunden ist, kommt nicht von ungefähr. Er war früher aktiver Schwinger, holte zehn Kränze und nahm auch an einem Eidgenössischen teil. Heute ist er technischer Leiter vom Zürcher Kantonalschwingerverband. Auch Sohn Janik (21) schwingt.

Auf dem Hof ist Korrodi mit grossen Tieren aufgewachsen. Sein Vater und sein Onkel hielten bereits Zuchtstiere. Entsprechend vertraut ist ihm der Umgang mit einem Tier wie Ultimo. Wichtig sei vor allem, dessen Kraft und Verhalten richtig einzuschätzen. «Man muss immer den nötigen Respekt haben.»

Dass Ultimo trotz seiner Grösse so ruhig bleibt, zeigt sich auch bei unserem Besuch. Nach anfänglichem Widerstand lässt er sich führen und posiert geduldig. Zwischendurch sucht er immer wieder die Nähe seines Besitzers und leckt Korrodi die Hand ab.

Auf dem Hof muss Korrodi dennoch aufpassen. Seine Mutter Margrit führt den Reitbetrieb, deshalb sind ständig Menschen und Pferde unterwegs. Gerade Kinder würden den Muni gerne streicheln. So gutmütig Ultimo auch ist: Er bleibt ein 1300-Kilo-Tier.

Am 5. September wird er zum Mittelpunkt des Kilchberger Schwinget. Korrodi hat seine Favoriten: Werner Schlegel, Samuel Giger, Armon Orlik und Damian Ott. Wer den Koloss gewinnt? «Der Beste soll gewinnen.» Bis dahin bleibt Ultimo auf dem Hof über Wädenswil.