Stand: 09.08.2026, 12:06 Uhr
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Langweilig, stabil, missverstanden. Was Anleihen leisten, was sie nicht leisten und für wen sie sinnvoll sind.
Anleihen haben ein Imageproblem. Sie klingen nach Oma, nach Sparbuch, nach dem Gegenteil von Rendite. Was dabei übersehen wird: Anleihen erfüllen eine Funktion im Portfolio, die keine andere Anlageklasse so leisten kann.
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„Anleihen sind nicht für alle und nicht für immer“, sagt Margarethe Honisch, Finanzexpertin und Gründerin von Fortunalista. „Aber wer sie versteht, weiß, wann sie sinnvoll sind. Und das ist mehr als die meisten Einsteiger wissen.“

Was eine Anleihe ist
Eine Anleihe ist ein Darlehen. Wer eine Anleihe kauft, leiht einem Unternehmen oder einem Staat Geld. Im Gegenzug bekommt der Käufer regelmäßige Zinszahlungen und am Ende der Laufzeit das Kapital zurück.
Was dabei der Unterschied zu einer Aktie ist: Eine Aktie ist eine Beteiligung. Was beim Unternehmen gut läuft, läuft für den Aktionär gut. Was schlecht läuft, läuft schlecht. Eine Anleihe ist ein Kredit. Was der Kreditnehmer zahlt, ist fix. Was dabei vom Unternehmenserfolg abhängt: nur ob der Kredit zurückgezahlt wird.
Was das für das Risiko bedeutet: Anleihen sind meistens weniger riskant als Aktien, aber auch weniger renditestark.
Was Anleihen im Portfolio leisten
Was Anleihen in einem gemischten Portfolio leisten, ist Stabilisierung. In Phasen, in denen Aktien stark fallen, entwickeln sich sichere Staatsanleihen meistens gegenläufig oder zumindest stabiler.
Was das konkret bedeutet: Ein Portfolio aus 70 Prozent Aktien und 30 Prozent Anleihen schwankt weniger als eines aus 100 Prozent Aktien. Was dabei an Rendite verloren geht: etwas. Was dabei gewonnen wird: Stabilität, die in einer Krise leichter auszuhalten ist.
Wann Anleihen sinnvoll sind
Was dabei als Faustregel gilt: Je kürzer der Anlagehorizont und je geringer die Risikobereitschaft, desto sinnvoller ist ein Anleihenanteil.
Wer dreißig Jahre Zeit hat und Schwankungen gut aushält: voller Aktienanteil ist historisch sinnvoll.
Wer zehn bis fünfzehn Jahre bis zur Rente hat: Ein Anleihenanteil von 20 bis 30 Prozent reduziert die Schwankung ohne drastische Renditeminderung.
Wer fünf Jahre oder weniger hat: Ein deutlich höherer Anleihenanteil oder Festgeld schützt davor, zum falschen Zeitpunkt verkaufen zu müssen.
Was Anleihen-ETFs leisten
Was wer nicht einzelne Anleihen kaufen möchte, nutzen kann: Anleihen-ETFs. Was sie leisten: breite Streuung über viele Anleihen verschiedener Emittenten, günstige Kosten, einfache Handhabung.
Was dabei zu unterscheiden ist: Staatsanleihen-ETFs aus stabilen Industrieländern sind sehr sicher, aber renditeschwach. Unternehmensanleihen-ETFs bringen mehr Rendite, aber auch mehr Risiko. Was für die Stabilisierungsfunktion am besten geeignet ist: Staatsanleihen aus Ländern mit hoher Bonität.
Fazit
Anleihen sind kein Überrest vergangener Zeiten. Sie sind ein Instrument, das in bestimmten Lebensphasen und für bestimmte Risikoprofile sinnvoll ins Portfolio gehört.