„So läuft es nicht“: Ex-Teamchef geht mit Mick Schumacher hart ins Gericht – droht der nächste Rauswurf?
Stand: 11.07.2026, 09:59 Uhr
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Für Mick Schumacher läuft der Motorsport-Ausflug in die USA bisher nicht nach Plan. Der 27-Jährige fährt bisher eher hinterher.
München – Günther Steiner hat Mick Schumacher vor einem Aus in der amerikanischen Indy-Car-Serie gewarnt. „Wenn er nächstes Jahr eine schlechte Saison fährt, wird es schwierig für ihn, in der Serie zu bleiben, weil es eine ziemlich hochklassige Serie ist“, sagte der Südtiroler im Gespräch mit dem britischen Portal Sportbible. Gleichzeitig betonte er: „Aber wir müssen ihm ein Jahr Zeit geben.“

Der Sohn von Formel-1-Legende Michael Schumacher tut sich in seiner ersten IndyCar-Saison schwer. Nach elf von 16 Rennwochenenden belegt Schumacher nur Rang 25 von 33 Fahrern. Mit 108 Punkten liegt er am Ende des Fahrerklassements. Sein bestes Ergebnis war ein 16. Platz beim Bommarito Automotive Group 500 in Illinois. In Detroit lag er zwischenzeitlich auf Rang drei. Dann schied er durch einen Unfall aus.
Steiner: Jede Rennserie ist eine eigene Disziplin
Steiner äußerte trotzdem Verständnis für die Anlaufschwierigkeiten Schumachers. „In eine andere Rennserie zu wechseln, ist für die Jungs immer schwierig“, sagte Steiner. „Wir alle denken, dass man alles fahren kann und schnell ist, wenn man mal in der Formel 1 war. Aber so läuft es nicht.“ Steiner erklärte, dass moderne Rennserien hochspezialisiert seien.
„Es ist nicht mehr wie früher, als die Rennserien noch viel weniger klar definiert oder spezialisiert waren“, sagte er. Jede Serie sei heute eine einzigartige Disziplin. Die IndyCar-Fahrzeuge stellten zudem hohe körperliche Anforderungen. „Die Autos da sind ziemlich schwierig zu fahren, auch physisch, und daran muss er sich erst wieder gewöhnen“, so Steiner.
Schumacher habe in dieser Saison zunächst die Aufgabe, das gesamte IndyCar-Umfeld kennenzulernen. Steiner riet ihm, sich „mit der Umgebung vertraut“ zu machen und zu verstehen, „wie alles funktioniert“. Erst im kommenden Jahr werde sich zeigen, zu was Schumacher in der US-Serie wirklich in der Lage sei. „Für Mick gilt daher, dass er ein Lehrjahr braucht und die Wahrheit, wie gut er sich schlagen kann, erst im nächsten Jahr rauskommt“, sagte Steiner.
Schumachers Teamkollege Graham Rahal aus den USA hat in der laufenden Saison bereits dreimal das Podest erreicht. Das verdeutlicht den Rückstand des Deutschen. Immerhin: Bei den legendären 500 Meilen von Indianapolis fuhr Schumacher als bester Neuling auf den 18. Platz und wurde damit „Rookie of the Year“. Ob Schumacher 2027 erneut für das Team Rahal Letterman Lanigan Racing an den Start geht, ist noch offen.
Schumacher fuhr von 2021 bis 2023 in der Formel 1
Mick Schumacher war zur Saison 2021 als Ferrari-Junior in die Formel 1 eingestiegen. Zwei Jahre fuhr er für das US-Team Haas unter Teamchef Steiner. Dabei zeigte er in einzelnen Rennen Stärke, ließ aber konstante Ergebnisse vermissen und verursachte kostspielige Unfälle. Zur Saison 2023 war Schluss in der Königsklasse – Landsmann Nico Hülkenberg ersetzte ihn.
Anschließend verbrachte Schumacher zwei Jahre als Test- und Entwicklungsfahrer bei Mercedes. Seit 2024 saß er zudem für Alpine in der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC im Auto. Ende 2025 wechselte er schließlich in die IndyCar-Serie. Er entschied sich dabei für ein volles Programm inklusive der Oval-Rennen. (cb)