Sonnenfinsternis am 12. August: Welche Schutzbrille Sie brauchen und was Sie keinesfalls tun sollten
Stand: 13.07.2026, 14:21 Uhr
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Eine Sonnenfinsternis ist faszinierend – und kann für das menschliche Auge gefährlich sein, wenn man es nicht schützt. Ein Experte erklärt, worum es geht.
Frankfurt – Wer die partielle Sonnenfinsternis in Deutschland am 12. August 2026 beobachten möchte, sollte sich rechtzeitig um den richtigen Augenschutz kümmern. Denn um zu verfolgen, wie der Neumond einen Teil der Sonne verdeckt, benötigt man zwingend einen Schutz für die Augen. Beobachtet man eine Sonnenfinsternis, ohne die Augen zu schützen, besteht die Gefahr, dass man durch den Blick zur Sonne erblindet oder Sehprobleme bekommt.

„Bei einer Sonnenfinsternis ist das Gefährliche, dass die Pupille sich nicht ausreichend verengt und mehr Licht einlässt. Das heißt, die Strahlen der Sonne mit ihren UV-Anteilen kommen ungehindert auf die Netzhaut“, erklärt Prof. Dr. med. Hans Hoerauf im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media. Der Facharzt für Augenheilkunde und Direktor der Augenklinik der Universitätsmedizin Göttingen warnt: „Wenn Sie länger in dieses Licht schauen, kann es durch die hohe Intensität der UV-Strahlung darin zu phototoxischen Reaktionen auf der Netzhaut kommen.“
Augenschutz bei einer Sonnenfinsternis ist wichtig: „Schaden ist irreversibel“
Das Tückische daran sei, dass man die Verletzung nicht spüre, sagt Hoerauf. „Das tut nicht wirklich weh. Aber der entstehende Hitzeeffekt reicht aus, um eine thermische Nekrose zu verursachen. Das Gewebe schwillt an, stirbt ab und es bleibt eine pigmentierte Narbe zurück. An dieser Stelle können die Patienten dann nichts mehr sehen.“ Der Gesichtsfeldausfall könne sehr klein sein, aber auch größer – beim Lesen könne man dann unter Umständen ein ganzes Wort nicht mehr sehen. „In einer solchen Situation kann man medizinisch recht wenig machen“, betont Hoerauf. „Das ist irreversibel.“
Daher raten Fachleute zu einer speziellen Sonnenfinsternisbrille, um eine Finsternis ohne Gefahr für die Augen zu beobachten. „Eine normale Sonnenbrille hat keinen ausreichend starken Filter. Sie reicht für die Beobachtung einer Sonnenfinsternis definitiv nicht aus“, betont Hoerauf. Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) lassen Sonnenfinsternisbrillen maximal 0,001 Prozent des Sonnenlichts hindurch. „Diese Anforderung geht über die Filtereigenschaften normaler Sonnenbrillen weit hinaus“, teilt das BfS mit.
Diese Eigenschaften einer Sonnenfinsternisbrille sind wichtig
Auf folgende Eigenschaften sollte man bei einer Sonnenfinsternisbrille achten:
- Schutzfolie: muss eine optische Dichte (OD) von mindestens 5,0 haben.
- CE-Symbol: Die aktuell gültige Norm für Sonnenfinsternisbrillen ist DIN EN ISO 12312-2:2015.
- Benutzungs- und Warnhinweise: Sollten auf der Brille vorhanden sein.
- Keine Kratzer: Die Sonnenfinsternisbrille muss intakt sein – hat sie Löcher, Kratzer oder Risse, darf man sie keinesfalls verwenden.
- Komfort: Die Bügel der Schutzbrille sollten extrabreit sein, die Brille gut am Gesicht anliegen – so wird der Einfall von Streustrahlung ins Auge reduziert.
Wo man Sonnenfinsternisbrillen und Filter für Teleskop, Fernglas und Kamera bekommt
Die speziellen Sonnenfinsternisbrillen sind bereits ab wenigen Euro unter anderem bei Optikern und im Astronomie-Fachhandel, den man hauptsächlich im Internet findet, erhältlich. Dort gibt es auch Filteraufsätze oder Filterfolien, die man verwenden kann, um mit einem Teleskop, Fernglas oder einer Kamera die Sonnenfinsternis zu verfolgen. Besonders wichtig: Die Filter müssen vor der Optik des Geräts angebracht werden, um sowohl das empfindliche Gerät, als auch das menschliche Auge zu schützen. Das BfS warnt: „Diese Geräte bündeln die Sonnenstrahlen zusätzlich.“
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Auch wer „nur einmal kurz“ das Spektakel der nächsten Sonnenfinsternis anschauen möchte, sollte das nur mit einer Sonnenfinsternisbrille oder mit indirekten Methoden wie einer Lochkamera tun, mahnen Fachleute. Schutzmittel der Marke „Eigenbau“ sollte man dafür keinesfalls nutzen. „‚Hausmittel‘ wie rußgeschwärzte Gläser, schwarze Filmstreifen, CDs oder Ähnliches sind zur Sonnenbeobachtung ungeeignet und gefährlich!“, warnt das BfS deshalb auch auf seiner Website. Und auch das Kuratorium Gutes Sehen rät davon „aufgrund der Unberechenbarkeit der Wirkung dringend ab“. (Quellen: Gespräch mit Prof. Dr. Hoerauf, BfS-Mitteilung, Mitteilung des Kuratoriums Gutes Sehen) (tab)