70.000 Obdachlose, sinkende Steuereinnahmen, Firmen-Flucht: Was Sozialisten aus Amerikas Städten machen

Sozialisten ruinieren Amerikas Städte – und bald ist das Geld aufgebraucht

Stand: 09.09.2026, 21:32 Uhr

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Die amerikanische Linke richtete sich einst an Arbeiter. Heute zielt sie auf eine Peter-Pan-Generation, die niemals erwachsen werden will.

Im vergangenen Jahr haben Amerikas größte Städte eine politische Strategie eingeschlagen, die einer kommunalen Version von Josef Stalins „Sozialismus in einem Lande“ gleichkommt. Sie könnte sich als katastrophal erweisen – es sei denn, das gesamte Land übernimmt die marxistisch-leninistische Agenda der Democratic Socialists of America (DSA).

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Dieser Artikel von Joel Kotkin entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk

Diese Sorge ist keineswegs theoretisch: Sozialisten kontrollieren bereits die Rathäuser von Seattle, Portland, New York, Washington D. C. sowie Chicago, dessen Bürgermeister Brandon Johnson früher als „Fellow Traveller“ galt, der den meisten DSA-Positionen wohlgesinnt ist.

Ist DSA eine Bedrohung für die Vereinigten Staaten?

Mit einer weiteren DSA-Kandidatin, die in Los Angeles das Bürgermeisteramt anstrebt, könnte die DSA faktisch alle drei größten Städte der USA sowie die Hauptstadt kontrollieren. Aktuell verlieren die Kernstädte ihre wirtschaftliche und demografische Bedeutung. Der Anteil der US-Bevölkerung, der in Großstädten lebt, schrumpft seit Jahrzehnten und ist weiter gesunken. Arbeitsplätze wandern seit den 1950er-Jahren an den Rand. Zwischen 2002 und 2022 entfielen 80 bis 90 Prozent des gesamten Beschäftigungswachstums in den USA auf Gebiete außerhalb der zentralen Geschäftsviertel.

Die urbanen Marxisten können – anders als Stalin – den Rest des Landes nicht zwingen, wie einst die russische Bauernschaft, für die städtische Bevölkerung zu hungern. Selbst wenn eine Politikerin wie Alexandria Ocasio Cortez das Weiße Haus erobert, könnte sich der Kongress weigern, die Billionen bereitzustellen, die für das DSA-Programm mit massenhaft neuem sozialen Wohnungsbau, mehr öffentlichem Nahverkehr und einer 32-Stunden-Woche ohne Lohneinbußen nötig wären. Dies wäre nicht nur eine Neuauflage der aufgeblähten europäischen Wohlfahrtsstaaten, sondern würde nahezu das gesamte Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten verschlingen.

Chicago als Blaupause? Finanzielle Grenzen des Stadtsozialismus

Die große Mehrheit der US-Bürger ist nicht sozialistisch eingestellt, weshalb die DSA-Regime ihre Programme aus den Unternehmen und wohlhabenden Haushalten finanzieren müssten, die noch unter ihrer Jurisdiktion verbleiben. Ohne Geld aus Washington ist klar, dass urbane Sozialisten sich die Versprechen an ihre Kernklientel – arme Neuankömmlinge und die Masse schlecht bezahlter, überqualifizierter Akademiker – nicht leisten können. Chicago, das seit Jahren der linken Linie folgt, steuert bereits auf eine mögliche Pleite zu und verliert einen großen Teil seiner wirtschaftlichen Basis. Eine aktuelle Umfrage sieht die Zustimmungswerte von Bürgermeister Johnson bei lediglich 23 Prozent.

Auch die anderen sozialistischen Städte zeigen Anzeichen des Niedergangs, etwa dadurch, dass offener Konsum harter Drogen auf den Straßen geduldet wird. Seattle und Portland, einst als Glanzlichter des urbanen Amerika gefeiert, leiden heute unter hohen Leerstandsquoten in Büroimmobilien und sinkenden Steuereinnahmen. Los Angeles, wo die DSA rund ein Drittel des Stadtrats stellt, wird zwar nicht formell von einer Sozialistin regiert, doch Bürgermeisterin Karen Bass verbrachte einen Teil ihrer Jugend in Fidel Castros Venceremos-Brigaden.

Sie gilt trotz einer Bilanz des schlechten Regierens inzwischen als die sicherere Wahl für die Polizeigewerkschaft der Stadt und große Gewerbeimmobilieneigner im Vergleich zu ihrer DSA-Herausforderin Nithya Raman. Wer auch immer das Bürgermeisterrennen in LA gewinnt – Amtsinhaberin Bass oder Herausforderin Raman –, ihre gemeinsame Grundhaltung garantiert, dass der Niedergang der Stadt irreversibel bleibt. Beide werden den Forderungen der städtischen Angestellten nachgeben, die Finanzen der Stadt untergraben und Geld an progressive NGOs lenken; keine von beiden hat eine Vorstellung davon, wie der weiterhin wachsenden Obdachlosenbevölkerung beizukommen ist.

US-Arbeitsmarkt schrumpft: Obdachlosigkeit und Kriminalität in Los Angeles

Selbst wenn San Francisco unter dem reformorientierten Bürgermeister Dan Lurie die Obdachlosenwelle zurückgedrängt hat, beherbergt der Bezirk Los Angeles weiterhin rund 70.000 „Ununtergebrachte“. Die Stadt hat sich jüngst von Versuchen distanziert, Zeltlager zu räumen. Skid Row, das Obdachlosenepizentrum nahe der Innenstadt, verzeichnet eine Mordrate, die 17-mal so hoch ist wie im übrigen LA, und hat sich zu einem Brutgebiet für von Typhus befallene Ratten entwickelt. In gewisser Weise markiert der Übergang vom herkömmlichen Linkskurs einer Karen Bass zum offeneren Sozialismus einer Nithya Raman vor allem einen Generationenwechsel – Bass ist 72, Raman 45 – und eine Klassengrenze.

Bass kam ins Amt, indem sie sich an Malocher und einfache Beschäftigte wandte. Raman dagegen lebt großbürgerlich und kann einen höheren Abschluss am MIT vorweisen, wie viele andere DSA-Führungskräfte auch. Keine von beiden dürfte den Niedergang LAs als Wirtschaftsstandort umkehren. Unter Republikanern und traditionellen Demokraten war die Region Los Angeles einst Heimat von zwölf Fortune-500-Unternehmen; seit dem Machtgewinn der Progressiven ist diese Zahl auf sieben gesunken. Heute sitzt nur noch ein einziges dieser Unternehmen – gerade noch – innerhalb der Stadtgrenzen, am äußersten Rand des San-Fernando-Tals.

Sogar die Leitbranche der Stadt, die Unterhaltungsindustrie, die in den vergangenen drei Jahren 42.000 Arbeitsplätze verloren hat, schrumpft. Nun droht auch noch, dass Paramount, eines der legendären Studios, die Stadt ganz verlässt, weil Kalifornien juristisch gegen die Fusion mit Warner vorgeht. Die geschrumpfte Wirtschaft basiert in LA wie in anderen sozialistischen Städten auf einer Dreiklassenstruktur: Einer kleinen, teils glamourösen Elite, die in der Sonne badet und in den städtischen Vergnügungsvierteln spielt; einer riesigen Unterschicht, die in einigen der schlimmsten städtischen Armutsviertel des Landes lebt; und einer obligatorischen Klasse übergebildeter, unterbezahlter und teils arbeitsloser Unter-35-Jähriger.

Mamdani als Gegner aufstiegsorientierter US-Bürger?

Diese jungen Wählerinnen und Wähler dominieren Gegenden wie Echo Park, Silver Lake und Hollywood, LAs Variante von New Yorks „Commie Corridor“. Zunehmend fehlt die Mittelschicht, insbesondere Familien. Der Bezirk Los Angeles, dessen städtischen Kern die City bildet, verzeichnete zwischen 2001 und 2021 einen verheerenden Verlust von 750.000 Menschen unter 25 Jahren und weist laut Zahlen der American Community Survey für 2016 bis 2020 die zweittiefste Geburtenrate unter den 53 größten US-Metropolregionen auf. Die heutigen sozialistischen Städte haben wenig mit jenen gemein, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufstiegen.

Damals wandten sich Sozialisten an eine Arbeiterklasse, die tatsächlich arbeitete. Sie forderten mehr wirtschaftliche Chancen, bessere Straßen sowie leistungsfähige Wasser- und Stromnetze. In manchen Städten, etwa in Milwaukee, entwickelten sie einen „Kanalisationsozialismus“, der zugleich die Wirtschaft stärkte und die Lebensqualität verbesserte. Die heutigen Sozialisten dagegen können mit Wirtschaftswachstum wenig anfangen und konzentrieren sich vorwiegend auf Umverteilung an jene, die sie als Opfer des Kapitalismus betrachten. Einige vertreten sogar die Auffassung, wie ein gewählter New Yorker Sozialist, dass arme Menschen ein „biologisches Bedürfnis“ zum Stehlen hätten.

Solches Denken muss für Geschäftsinhaber, die unter erhöhten Diebstahlsraten leiden, bizarr klingen. Auch der Plan des New Yorker Bürgermeisters, städtische Supermärkte zu errichten, stößt in der großen Gemeinschaft kleiner, überwiegend ethnischen Minderheiten gehörender Ladenbesitzer auf wenig Gegenliebe. Der Schwerpunkt der DSA auf Mietendeckel, sozialen Wohnungsbau und ihre Geringschätzung von Wohneigentum wird jene aufstiegsorientierten Menschen nicht ansprechen, die Städte stets groß gemacht haben. In New York glauben schwarze und lateinamerikanische Mittelschichtsfamilien in Gegenden wie Ost-Queens nicht, dass Wohneigentum ein Ausdruck „weißer Vorherrschaft“ sei, wie es der Mieterschutzbeauftragte von Zohran Mamdani offenbar sieht.

Die Peter-Pan-Generation und die Zukunft der Städte

Viele dieser Menschen könnten sich dem Exodus aus den urbanen Kernen anschließen und damit jene letzte Gruppe entfernen, die eine vollständige sozialistische Machtübernahme noch verhindern könnte. Wer bleibt, abgesehen von den abhängigen Armen, wird der „Peter-Pan-Generation“ angehören, dem verzogenen Nachwuchs des Bürgertums.

Noch üben Orte wie Manhattan und die Brownstone-Viertel von Brooklyn, Chicagos North Shore oder LAs West Hollywood eine gewisse Anziehungskraft aus, mit ihrem Treiben aus Hipstern, Prominenten und Sozialaktivisten. Zumindest bis die Menschen 30 werden und beginnen, ernsthaft über Karriere, Wohneigentum oder Kinder nachzudenken. Doch all dies ist weit entfernt vom historischen Versprechen der Städte, Brutstätten für Chancen und sozialen Aufstieg für Mittel- und Arbeiterklasse zu sein.