Demonstranten in Ceuta fordern die Rückkehr der Geflüchteten nach Marokko. Sie legten ein Feuer und versuchten, Autos des Roten Kreuzes mit Lebensmitteln aufzuhalten.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP,
iyf
- August 2026, 21:57 Uhr
Ihr Browser unterstützt die Wiedergabe von Audio Dateien nicht. Download der Datei als mp3: https://zon-speechbert-production.s3.eu-central-1.amazonaws.com/articles/f9851a38-cc80-42b2-ad3a-e0e14a24ea77/full_05ba20025d706502942635126e650a396e9919a0bb3fca71b1ed06a1e9133f80dc0e71017c959a40b22673fc7cb6d5eb.mp3
13 KommentareBewohner der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta haben in einem Lager von Migranten Feuer gelegt und die sofortige Rückführung der Menschen nach Marokko gefordert. Aufnahmen des spanischen Fernsehens zeigen, wie Polizisten am Strand gegen Protestierende vorgehen, die zu einem Schlafplatz der Geflüchteten vorgedrungen waren.
Polizisten trennten die Bewohner von den Migranten, die sich auf eine Mole zurückgezogen hatten. Zuvor hatten Bewohner versucht, Fahrzeuge des Roten Kreuzes mit Lebensmitteln und Wasser für die Migranten zu stoppen. Dutzende Bewohner hatten Helfer mit einer Sitzblockade daran gehindert, Lebensmittel zu verteilen. Viele Protestierende schwenkten spanische Flaggen und skandierten »Sie sollen gehen!« und »Raus mit dem Roten Kreuz!«.
Ende Juli waren rund 80.000 Migranten von Marokko nach Ceuta gekommen, viele schwimmend. Mindestens 96 von ihnen starben dabei nach offiziellen Angaben. Die meisten der Migranten kehrten kurz darauf zurück, aber mehrere Tausend harren nach wie vor in der Exklave aus.
Unbegleitete Kinder und Jugendliche
Die konservative Opposition in Spanien fordert, die Menschen zurückzuschicken. Internationale Verträge und spanische Gerichtsurteile untersagen aber Kollektivabschiebungen und schreiben eine Einzelfallprüfung vor. Besonderen Schutz genießen unbegleitete Minderjährige. Es soll sich um etwa 1.500 Kinder und Jugendliche handeln. 500 besonders gefährdete von ihnen, vor allem Mädchen, sollen auf das spanische Festland gebracht werden.
Die linke spanische Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez steht wegen ihrer Migrationspolitik unter Druck. Die Opposition wirft ihr vor, die Bewohner Ceutas im Stich zu lassen.