Sparen ohne Verzicht: Was wirklich möglich ist, wenn man nicht auf alles verzichten will

Stand: 30.07.2026, 07:45 Uhr

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Sparen bedeutet nicht, auf alles zu verzichten. Es bedeutet, bewusster zu entscheiden. Was dabei möglich ist, überrascht die meisten.

München – Wer ans Sparen denkt, denkt an Einschränkung. An günstigere Lebensmittel, weniger Ausgehen, keinen Urlaub. An ein Leben, das sich nach Mangel anfühlt. Das ist das falsche Bild. Und es ist der Grund, warum so viele gar nicht erst anfangen.

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Sparen, das funktioniert, sieht anders aus. Es bedeutet nicht, auf alles zu verzichten, was Freude macht. Es bedeutet, bewusster zu entscheiden, was wirklich Freude macht. Und das zu streichen, was Geld kostet, ohne wirklich etwas beizutragen.

Mann steckt Geldschein in ein Sparschwein

Sparen ohne Verzicht. ©  IMAGO / Ikon Images

„Sparen ohne Verzicht ist keine Paradoxie“, sagt Margarethe Honisch, Finanzexpertin und Gründerin von Fortunalista. „Es ist der Unterschied zwischen unbewusstem Konsum und bewusstem Leben. Wer einmal den Unterschied kennt, spart, ohne das Gefühl, etwas zu verlieren.“

Was echter Verzicht ist und was nicht

Echter Verzicht bedeutet: auf etwas verzichten, das wirklich vermisst wird. Was kein echter Verzicht ist: das Abo kündigen, das seit drei Monaten nicht mehr geöffnet wurde. Den Lieferdienst weniger nutzen, der zwar praktisch ist, aber das Essen nie so gut war wie beworben. Die Mitgliedschaft pausieren, die seit einem halben Jahr ungenutzt läuft.

Was dabei auffällt: Vieles, was Geld kostet, erzeugt kaum Freude. Es läuft im Hintergrund, wird selten bewusst genutzt und wird trotzdem jeden Monat bezahlt.

Was dagegen echte Freude erzeugt, ist individuell. Für manche ist es das Restaurant am Wochenende. Für andere ist es der Urlaub. Für wieder andere ist es das Konzert, das Hobby, die Zeit mit Freunden. Was dabei gilt: Was echte Freude erzeugt, darf bleiben. Was Geld kostet, ohne Freude zu erzeugen, geht.

Wo Geld gespart werden kann ohne Verzicht

Stille Abonnements kündigen: Was nicht genutzt wird, erzeugt keine Freude. Was keine Freude erzeugt, ist kein Verzicht, wenn es wegfällt. Eine Stunde mit dem Kontoauszug zeigt, was monatlich abgebucht wird. Was dabei nicht sofort als wertvoll erkannt wird, wird gekündigt.

Typisches Einsparpotenzial: 30 bis 80 Euro monatlich.

Tarife wechseln: Handytarif, Strom, Internet – was vor zwei Jahren abgeschlossen wurde, ist heute meistens günstiger zu haben. Was durch einen einfachen Wechsel gespart wird, ist dasselbe Produkt für weniger Geld. Kein Verzicht.

Typisches Einsparpotenzial: 20 bis 60 Euro monatlich.

Lebensmitteleinkauf optimieren: Nicht billiger essen. Smarter einkaufen. Wocheneinkauf statt täglichen Spontankäufen. Einkaufsliste statt Bauchgefühl. Eigenmarken bei Produkten, wo der Unterschied minimal ist. Was dabei nicht verändert wird: Qualität beim Essen, das wirklich wichtig ist. Was verändert wird: unbewusste Mehrausgaben beim Einkauf.

Typisches Einsparpotenzial: 30 bis 80 Euro monatlich.

Impulskäufe reduzieren: Was spontan gekauft wird und später kaum genutzt wird, erzeugt im Moment ein kurzes Hochgefühl und danach meistens nichts. Was eine 24-Stunden-Regel bewirkt: Wer einen Spontankauf einen Tag wartet, kauft ihn in der Hälfte der Fälle nicht mehr. Was nicht gekauft wird, fehlt meistens nicht.

Typisches Einsparpotenzial: 50 bis 150 Euro monatlich.

Was mit dem gesparten Geld passiert

Das ist die entscheidende Frage. Wer spart und das Gesparte auf dem Girokonto lässt, hat nichts gewonnen. Es wird früher oder später wieder ausgegeben.

Was funktioniert: das gesparte Geld sofort automatisieren. Dauerauftrag einrichten. Was monatlich freigesetzt wird, geht direkt auf das Tagesgeldkonto oder in den ETF-Sparplan. Bevor es ausgegeben werden kann.

Was dabei entsteht, ist kein Verzicht. Es ist eine Umleitung. Geld, das vorher ohne Bewusstsein ausgegeben wurde, arbeitet jetzt für die Zukunft.

„Sparen ohne Verzicht bedeutet: das Geld dahin lenken, wo es mehr bewirkt“, betont Margarethe Honisch. „Was dabei aufgegeben wird, ist unbewusster Konsum. Was gewonnen wird, ist Kontrolle und Vermögensaufbau. Das klingt nach einem guten Tausch.“

Fazit

Sparen ohne Verzicht ist möglich. Was es erfordert, ist kein eiserner Wille. Es ist ein ehrlicher Blick darauf, was Geld kostet und was wirklich Freude macht. Was dabei wegfällt, wird nicht vermisst. Was aufgebaut wird, verändert das Alter.