Stand: 11.07.2026, 10:24 Uhr
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Beim NATO-Gipfel sagen die Verbündeten für 2026 weitere 70 Milliarden Euro für den Ukraine-Krieg zu: Die Luftwaffe meldet bereits weitere Erfolge.
Kyjw – Erst in der vergangenen Woche berieten die Verbündeten auf dem NATO-Gipfel in Ankara über das weitere Vorgehen im Ukraine-Krieg. Das Ergebnis: Allein für das Jahr 2026 wurden weitere Unterstützungsgelder in Höhe von 70 Milliarden Euro zugesagt. Dass diese Finanzierung dringend notwendig und für beide Seiten vorteilhaft sein könnte, zeigte sich zuletzt an der Front. Dort bahnt sich die nächste Bedrohung an: Russlands hochmoderne Su-35-Kampfjets.

Doch die ukrainischen Streitkräfte unter Präsident Wolodymyr Selenskyj halten bereits dagegen: Zeitgleich zum NATO-Gipfel am Mittwoch vermeldeten sie das direkte Duell zwischen einer F-16 und einem SU-35. Diesen Luftkampf im Osten des Landes konnte die ukrainische F-16 für sich entscheiden und den russischen Jet abschießen, wie auch deutliche Bilder zeigen.
Ukrainische Luftwaffe schreibt: Putins „Luftterrorist ausgeschaltet“
„Heute wurde ein weiterer russischer Luftterrorist ausgeschaltet“, schreibt die ukrainische Luftwaffe in einem Telegram-Beitrag. Bei dem abgeschossenen Flugzeug handelte es sich laut einem Bericht der Kyiv Post um das russische Mehrzweck-Kampfflugzeug Su-35. Weiter gehen die offiziellen Angaben der ukrainischen Streitkräfte an dieser Stelle jedoch nicht. Hinter den Kulissen verfestigt sich durch Militärblogger jedoch eine Version, wie es den Streitkräften gelang, den hochmodernen Kampfjet abzuschießen.
Der ukrainische Nachrichtensender Vojevoda berichtet vom koordinierten Einsatz dreier F-16-Kampfjets und eines Patriot-Flugabwehrsystems. Demnach simulierte eines der ukrainischen Flugzeuge den Abschuss von Lenkbomben, während die beiden anderen Jets das Flugzeug deckten. Das Ziel wurde dabei vom Patriot-System „ausgeleuchtet“ und befand sich nur 60 Kilometer von der Kontaktlinie entfernt. Wie das Portal EUobserver berichtet, bestätigt auch der Blogger Ilia Tumanov diese Version der Ereignisse. Er nannte den Kampf interessant und bedauerte, dass die russische Seite im Gegensatz zu den Ukrainern „stereotypisch agiert“ habe.
Su-35 mit neuen R-37M-Raketen erhöht die Bedrohung im Ukraine-Krieg spürbar
Dieser Verlust trifft die Armee von Kremlchef Wladimir Putin schwer, da die SU-35 zu den modernsten russischen Kampfflugzeugen gehört. Im Ukraine-Krieg verfügt der Kampfjet mittlerweile über neue Raketen vom Typ R-37M, die Angriffe aus weiterer Distanz ermöglichen. Der Business Insider interviewte dazu Justin Bronk. Bronk ist Forscher am britischen Royal United Service Institute und erklärte, die neuen Raketen hätten „erheblich dazu beigetragen hat, die Bedrohung zu erhöhen, die sie theoretisch für NATO-Luftoperationen darstellen können.“
Während die älteren Modelle vom Typ R-77-1 nur über eine Reichweite von etwa 100 Kilometern verfügen, sind die neuen Raketen „auf große Entfernungen wesentlich leistungsfähiger“, da sie eine Reichweite von rund 320 Kilometern haben. Wie der Experte gegenüber Business Insider betont, seien die neuen Raketen bislang „eine absolute Spezialwaffe“ gewesen, würden seit Neuestem aber „ganz routinemäßig“ auf den Su-35 eingesetzt.
Russische Luftverluste: Kiew nennt 437 – Oryx zählt deutlich weniger
Solche Missionen sind extrem riskant, da die eingesetzten Kampfjets über hundert Millionen US-Dollar wert sind. Laut EUobserver wurde der jüngste Erfolg der F-16 inzwischen jedoch von russischer Seite bestätigt: Demnach konnte sich der Pilot im letzten Moment mit dem Schleudersitz retten, bevor sein Flugzeug abstürzte.
Über das Gesamtausmaß der russischen Luftverluste gehen die Daten auseinander: Während der ukrainische Generalstab die Zahl der zerstörten Flugzeuge auf 437 und die der Hubschrauber auf 353 beziffert, nennt das unabhängige Oryx-Projekt deutlich geringere Zahlen. Oryx listet bislang 186 zerstörte Flugzeuge und 179 Hubschrauber auf.
Dieser Unterschied lässt sich wohl hauptsächlich durch die Methodik erklären: Die Verlustlisten von Oryx basieren stark auf visuellen Nachweisen. Ausnahmen ohne Bild- oder Videobeleg werden nur in seltenen Fällen gemacht. Etwa, wenn die Verluste von der betroffenen Seite selbst oder von sehr zuverlässigen Quellen der betroffenen Seite bestätigt wurden. (Quellen: Telegram, Kyiv Post, Vojevoda, EUobserver, Oryx, Business Insider) (kox)