Sperrung der B471: Bürgermeister droht mit Klage – Ort komplett abgeschnitten

Stand: 29.07.2026, 06:30 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Vom Rathaus aus – hier an einer Flurkarte – erklärt Markus Kennerknecht den Bürgern, was geplant ist. 

Bürgermeister Kennerknecht will gegen die Sperrung im Ort vorgehen. © Weber

Die geplante Sperrung der Bundesstraße B471 sorgt im Grafrather Gemeinderat für helle Aufregung. Man fühlt sich in der Ampergemeinde von der Öffentlichkeit weitgehend abgeschnitten.

Grafrath – Sollte sich die Straßenbaubehörde nicht bewegen, droht Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) mit einer Klage.

Es ist nicht die Vollsperrung zwischen dem Grafrather Kreisel und der Abfahrt zur Buchenau in Fürstenfeldbruck, die die Ratsmitglieder erzürnt. „Da finden Bauarbeiten statt, das ist eben so“, sagt Kennerknecht. Was nach Ansicht des Rathauschefs aber gar nicht geht: Die Sperrung wurde ohne große Ankündigung kurzerhand bis zum Kreisel am Gewerbegebiet Inning verlängert – obwohl dort kein einziger Handstrich gebaut wird.

Die Straßenbaubehörde wolle verhindern, dass Schwerlastverkehr von der Autobahn Richtung Grafrath fährt und sich dann in den Seitenstraßen wie der Badstraße verzettelt. Das jedenfalls wurde Kennerknecht so mitgeteilt – was dieser nicht akzeptieren möchte. Denn die Folge ist, dass Grafrath von der Nord-Süd-Achse komplett abgeschnitten ist. Dazu kommt, dass der Kreisel im Ort gesperrt wird. In Ost-West-Richtung kommt man dann nur noch über die Bahnhof- und die Hauptstraße durch Grafrath.

Die Umleitung bei der B471-Sperrung.

Die Umleitung bei der B471-Sperrung. © Straßenbauamt

Elisabeth Eikelmann (BfG) scherzte zunächst noch: „Haben wir Lebensmittel für vier Wochen gelagert?“ Dass dies tatsächlich in gewisser Hinsicht zum Thema werden könnte, machte dann aber Gerald Kurz (CSU/BV) deutlich. „Wie sollen unsere Supermärkte beliefert werden?“, fragte er. Kurz befürchtet zudem eine Überlastung der Anschlussstelle Inning, wenn alle Autos über Mauern, Etterschlag und die Autobahn A96 nach Inning fahren. „Bekommen wir da dann eine Blockabfertigung?“, fragte er sarkastisch.

Die Begründung des Bauamts

Für die Durchführung der Arbeiten muss die B 471 im genannten Abschnitt voll gesperrt werden. Aus verkehrssicherheitstechnischen und konzeptionellen Gründen erstreckt sich die Sperrung auch auf den Abschnitt zwischen dem Kreisverkehr Grafrath und dem Kreisverkehr vor der Autobahnanschlussstelle Inning a. Ammersee (A 96). So hatte das Straßenbauamt über die Maßnahme informiert. „Obwohl auf diesem Teilabschnitt – abgesehen von der Fußgängerampel an der St. Rasso Kirche - keine Bauarbeiten stattfinden.“ Die Zufahrt zum Gut Arzla bleibt für Anlieger von Süden kommend möglich. Das Straßenbauamt argumentiert mit dem Schutz der Ortslage Grafrath: „Das Hauptziel dieser erweiterten Sperrung ist es, den überörtlichen Durchgangsverkehr gezielt umzuleiten. Die Notwendigkeit ist mit den Gemeinden und der Verkehrsbehörde abgestimmt.“

Generell macht der CSU-Mann sich um die Grundversorgung der Bürger Sorgen: Pflegedienste, Rettungsdienste oder die Post würden extreme Probleme bekommen. Zwar sagte Kennerknecht, dass die Rettungsfahrzeuge auch durch die Sperrung fahren und bei der Baustelle über die Radwege ausweichen sollen. Gleichwohl ist auch er der Ansicht, dass „es nicht sein kann, dass das Straßenbauamt eine solche verkehrsrechtliche Anordnung erlässt“.

Der Rathauschef kündigte an: „Ich würde auch den Rechtsweg bestreiten, wenn sich das Straßenbauamt nicht bewegt.“ Und Kurz kündigte gegenüber unserer Zeitung an, beim Landrat intervenieren zu wollen. Sein Kommentar: „Es ist unglaublich, wenn ich an die Pflegedienste und Versorgung denke.“