Stand: 17.09.2026, 14:09 Uhr
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Mit 2,45 Euro ist der Sprit in Deutschland auf einem Rekordhochwert, Benzin hatte diesen bereits am Mittwoch erreicht. In Frankreich wird bereits gegen die steigenden Preise protestiert.
Berlin – Noch nie war das Tanken so teuer wie derzeit. Nach neuen Zahlen des ADAC liegt der Dieselpreis auf einem Rekordhöchststand. Am Mittwoch (16. September) kostete ein Liter Diesel demnach 2,453 Euro. Auch bei Benzin sind neue Spitzenwerte zu verzeichnen: Ein Liter Super E10 schlug im Bundesdurchschnitt mit 2,314 Euro zu Buche.
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Dieser Artikel von Franziska Müller entstand in Kooperation mit Euronews
Insgesamt ist Diesel derzeit knapp 71 Cent teurer als vor Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran Ende Februar. E10 verteuerte sich um knapp 54 Cent. Inflationsbereinigt waren Kraftstoffe in der Vergangenheit bereits kostspieliger, doch die aktuelle Entwicklung trifft viele Haushalte dennoch empfindlich.

Für deutsche Autofahrer spiegeln sich die weltweiten Konflikte unmittelbar im Budget wider. Autofahren ist derzeit mit deutlich höheren Ausgaben verbunden. Haushalte mit langer Pendelstrecke oder ohne Alternative zum Auto geraten dadurch zunehmend unter Druck, auch Urlaubsfahrten werden spürbar teurer.
Rohölpreise als Haupttreiber der Rekordkosten
Die starke Erhöhung der Spritpreise hängt unter anderem mit den jüngsten Entwicklungen am Rohölmarkt zusammen. Ein Barrel Rohöl der Sorte Brent mit 159 Litern kostete zuletzt etwa 100 Dollar, gegenüber rund 85 Dollar Ende August, was sich direkt auf die Raffinerie- und damit auf die Endverbraucherpreise auswirkt.
Hinzu kommen der anhaltende Konflikt in der Straße von Hormus und jüngste Angriffe auf Pipelines in Saudi-Arabien, die zu Schwierigkeiten und Verzögerungen beim Transport sowie in den Raffinerien führen. Diese Störungen verknappen das Angebot zusätzlich und verstärken den Aufwärtsdruck auf die Preise an den Zapfsäulen.
Die Kombination aus geopolitischen Spannungen, Marktspekulationen und strukturellen Engpässen in der Logistik sorgt damit für eine Gemengelage, in der kurzfristige Entspannung kaum in Sicht ist. Verbraucherverbände warnen bereits vor einer weiteren Belastung der Kaufkraft, sollte der Trend anhalten.
Regierung ringt um Entlastungen für Autofahrer
Die Bundesregierung will nach der sogenannten 12-Uhr-Regel, wonach der Preis an den Tankstellen nur einmal täglich erhöht werden darf, weitere Entlastungsschritte prüfen. Das hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) angekündigt und betont, für viele Menschen, die täglich auf das Auto angewiesen seien, sei eine Belastungsgrenze erreicht.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) stellte zuletzt eine vorübergehende Steuersenkung in Aussicht. Die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe solle von 19 auf sieben Prozent reduziert werden, erklärte sie, um die unmittelbaren Mehrkosten an den Zapfsäulen zumindest teilweise abzufedern.
Die SPD hatte bereits vor Wochen für einen sogenannten Spritpreisdeckel geworben, der extreme Preisspitzen verhindern soll. In acht europäischen Ländern wird ein solches Modell bereits angewandt. Befürworter verweisen auf eine spürbare Dämpfung der Belastung für Pendler und gewerbliche Nutzer.
Wut in Frankreich über Rekordpreise an der Zapfsäule
Auch in Frankreich haben die Spritpreise neue Höchststände erreicht. Dort kostet der Liter Kraftstoff inzwischen fast 2,50 Euro. Der Unmut vieler Bürger richtet sich mittlerweile nicht nur gegen die Regierung, sondern zunehmend auch direkt gegen die Betreiber von Tankstellen.
In Nordfrankreich wurden vier Tankstellen verwüstet, die Anzeigetafeln mit den Preisen wurden zerstört und auf die Zapfsäulen wurden Worte wie „Diebe“ gesprüht. Die Taten stehen nach Einschätzung der Behörden in direktem Zusammenhang mit den anhaltenden Protesten gegen die hohen Kosten für Mobilität.
Französische Autofahrer strömen derzeit verstärkt zu den Tankstellen von TotalEnergies, um vergleichsweise günstigeren Sprit zu erhalten. Wettbewerber beklagen sich jedoch und werfen dem Energiekonzern vor, mit stillschweigender Unterstützung der Regierung den Markt zu verzerren und kleinere Anbieter ins Hintertreffen zu drängen.