Die CDU will sich Medienberichten zufolge nicht auf die CSU-Politikerin Aigner als Kandidatin für die Nachfolge von Bundespräsident Steinmeier festlegen. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf Parteikreise berichtet, erheben die Christdemokraten den Anspruch, einen eigenen Kandidaten oder eine eigene Kandidatin zu benennen.
23.10.2026

Demnach hat der CDU-Bundesvorsitzende Merz noch keine Entscheidung darüber getroffen, wen er ins Rennen schicken will. Dies sei aber noch keine Absage an Aigner, hieß es. Auch die "Bild"-Zeitung berichtete, es gebe in der CDU-Führung den Anspruch, dass die Kanzler-Partei selbst das Staatsoberhaupt stelle.
Söder wirbt für Aigner
Der CSU-Vorsitzende Söder sprach sich bei einer Parteitagsrede erneut für Aigner aus. Das wäre eine tolle Sache, sagte Söder und löste damit viel Applaus aus. Der bayerische Ministerpräsident räumte allerdings ein, dass die Entscheidung woanders gefällt werde. Am Samstag ist Merz auf dem Parteitag zu Gast.
Im April war Aigner von Söder ins Gespräch gebracht worden. Auch die SPD-Führung zeigte sich offen. Die CDU-Spitze hatte sich bisher nicht explizit zu Aigner geäußert. Mehreren Stimmen aus der Partei hatte im Sommer eingefordert, sich nicht auf eine Frau festzulegen. Aigner selbst hat sich bisher nicht positioniert.
Vermittelbare Kandidatin
Aigner gilt in der Koalition aus Union und SPD als Kandidatin für das höchste Staatsamt als vermittelbar. Sie käme aus der Union, wäre die erste Frau im Amt und gilt nicht als Konkurrentin von Kanzler Merz. Zudem wäre sie als parteiinterne Konkurrentin von Söder mit einem Amt versorgt. Manche kritisieren, dass die gelernte Elektrotechnikerin anders als viele ihrer Vorgänger keine Juristin ist.
Derzeit ist Aigner Präsidentin des bayerischen Landtags. Zuvor war die 61-Jährige Bundeslandwirtschaftsministerin sowie bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Wohnen.
Die Wahl des Staatsoberhaupts ist für Ende Januar geplant. Steinmeier kann nach zwei Amtszeiten nicht wiedergewählt werden.
Diese Nachricht wurde am 23.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.