Starfleet Academy: Picardo beklagt Angriffe auf Diversität, stellt noch bessere Staffel 2 in Aussicht

Robert Picardo gehörte als holografischer Doktor sieben Jahre lang zum Ensemble von Star Trek: Voyager. Jahre später kehrte er für die Animationsserie Star Trek: Prodigy und das Discovery-Spin-off Starfleet Academy zurück. Nicht zu vergessen sind sein Cameo in First Contact als MHN der Enterprise-E und sein Gastauftritt als Erfinder des MHN, Lewis Zimmerman, in Star Trek: Deep Space Nine. Zimmerman spielte er auch in Voyager.

Die Rolle des Doktors gehört sicherlich zu den beliebtesten im ganzen Franchise. Retten konnte sie das 2026 veröffentlichte Starfleet Academy jedoch nicht. Die Serie wurde nach der ersten Staffel abgesetzt. Staffel 2 war zu diesem Zeitpunkt aber schon abgedreht.

In einem Interview äußert sich der Schauspieler nun erneut zu dieser Absetzung, die seiner Meinung nach auch eine Folge des politischen Klimas sei. So beklagte er gegenüber Trekmovie Angriffe auf Diversität und damit auf einen Kernwert der Science-Fiction-Reihe. Für die bereits abgedrehte zweite Staffel stellt er zugleich eine weitere Qualitätssteigerung in Aussicht.

Picardo sieht Star Trek unter Beschuss

Picardo zufolge musste jede Star-Trek-Serie in ihren ersten zwei oder drei Staffeln Kritik einstecken. Häufig hätten die Produktionen erst mit der dritten Staffel richtig in die Spur gefunden. Und genau diese Zeit habe man Starfleet Academy nicht gewährt. „Obwohl ich die Qualität unserer Serie großartig fand, wurden wir gewissermaßen schon in der Wiege getötet.“

Hier sei jedoch angemerkt, dass damalige Serien meistens 26 Folgen pro Staffel boten und nicht bloß zehn. Ob sie vergleichbar heftig kritisiert worden wären wie heute Starfleet Academy, lässt sich schwer beurteilen. Das Internet gab es schließlich noch nicht in seiner heutigen Form.

Eine Mitschuld an der Absetzung der Serie habe laut Picardo das gegenwärtige politische und gesellschaftliche Klima. „Diversität und all die Kernwerte von Star Trek sind gerade vorübergehend aus der Mode. Wir erleben, dass Diversität angegriffen wird. Damit wird auch Star Trek angegriffen, denn darum ging es bei Star Trek schon immer.“

Ähnlich hatte der Mime sich schon in der Vergangenheit geäußert. Dabei verwies Picardo unter anderem auf Elon Musk und den Trump-Berater Stephen Miller. Beide hatten die Serie öffentlich auf X, ehemals Twitter, angegriffen.

Hoffnung auf bessere Zeiten

Der Schauspieler hofft, dass sich kommende Filme und Serien abermals auf die Kernthemen der Marke besinnen. „Hoffentlich wird man sich daran erinnern, was Star Trek besonders gemacht hat, wenn der nächste Star-Trek-Film und die nächste Star-Trek-Serie entstehen. Die gegenwärtige politische Wetterlage wird sich ändern, und Star Trek wird wieder daraus hervorgehen, mit all seinen Werten unversehrt.“

Picardo spricht im Kontext des politischen Klimas übrigens von einer Mitschuld, keiner alleinigen Verantwortung.

Die schlechten Nutzerbewertungen in der IMDb von 4,6 von 10 und auf Rotten Tomatoes von 52 Prozent werden auch nicht aus der Luft gegriffen sein. Außerdem hatte die Serie durchgängig die Top 10 für Original-Serien der viel beachteten US-Streaming-Charts von Nielsen verfehlt.

Staffel 2 soll noch besser werden

Bill Nighy spielt den Vater von Captain Ake in Staffel 2.
Bildquelle: Paramount

Bill Nighy spielt den Vater von Captain Ake in Staffel 2.

Obwohl das Serienaus feststeht und Picardo sein angedachtes Treffen zweier MHNs damit nicht mehr realisieren kann, äußert er sich zuversichtlich über die zweite Staffel. „Von den Produzenten höre ich, dass die zweite Staffel noch besser ist. Bei den Nachsynchronisationsarbeiten habe ich schon einiges davon gesehen, und es sieht spektakulär aus.“

Auch der ungewissen Zukunft des Franchise begegnet der 72-Jährige optimistisch. Star Trek habe schon früher an einem Wendepunkt gestanden. „Und wir haben das überstanden und sind danach wieder aufgeblüht. Ich glaube, das werden wir erneut tun.“ Stimmen, die nun laut und negativ daherkommen, werden nach Picardos Einschätzung auch wieder leiser.

Die Zukunft des Franchise

Das Ende von Star Trek ist tatsächlich keine beschlossene Sache. Mit den letzten Staffeln von Starfleet Academy und Strange New Worlds laufen zwar die verbleibenden Produktionen der Kurtzman-Ära aus. Es findet sich jedoch schon ein neuer Kinofilm von Jonathan Goldstein und John Francis Daley in der Entwicklung, der nicht in Verbindung zu älteren Serien und Filmen stehen soll. An der Serienfront spricht man offenbar schon mit Autoren über potenzielle Serien. Ob darauf aber gleich eine neue Serie entsteht, etwa der Präsident-Archer-Pitch von Mike Sussmann, ist ungewiss.

Das angedeutete Treffen zweier MHNs wäre für Picardo gewissermaßen eine Begegnung mit sich selbst gewesen. In der Voyager-Folge „Der Zeitzeuge“ wird eine Sicherungskopie des Doktors rund 700 Jahre nach der ursprünglichen Handlung reaktiviert. Damit existiert eine zweite Version seiner Figur in einer fernen Zukunft. Sie bricht einige Zeit nach ihrer Reaktivierung zurück in den Alpha-Quadranten auf, vermutlich nicht ganz unpassend zum 32. Jahrhundert, in dem Starfleet Academy angesiedelt ist. Ein Wiedersehen hätte Picardo die Gelegenheit geboten, zwei Ausführungen desselben Hologramms zu spielen – mit gemeinsamem Ursprung, aber ganz unterschiedlichen Erfahrungen. Die Idee trug er den Produzenten vor, sie lässt sich nun aber nicht mehr realisieren.

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Quelle: Trekmovie