Startelf-Rätsel und Rieß-Patzer 1:2 in Mannheim – Schleusener-Treffer reicht Fortuna nicht
07.08.2026 · 20:57 Uhr
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Mannheim · Die Düsseldorfer haben ihren Drittliga-Auftakt in den Sand gesetzt: Beim SV Waldhof verlor die Ende-Truppe das erste Saisonspiel nicht unverdient. Während die Trainer-Entscheidungen vor der Partie einige Fragen aufwarfen, machte auch der neue Torwart keine gute Figur.
Auf den letzten Metern der Sommervorbereitung war ein paar Mitarbeitern von Drittligist Fortuna eine ganz besondere Idee in den Sinn gekommen. Das Ergebnis: Kurz vor dem Saisonauftakt beim SV Waldhof Mannheim unternahm die gesamte Geschäftsstelle des Klubs kurzerhand einen Betriebsausflug. Am Ende war es zwar keine weite und auch keine spektakuläre Reise, aber eine mit Symbolcharakter: Ehe sich die Mannschaft von Chefcoach Alexander Ende am Donnerstagnachmittag auf den Weg in die Kurpfalz machte, schaute die versammelte Belegschaft beim eigentlich geheimen Abschlusstraining vorbei.
Nach der katastrophalen Vorsaison mit massiven Fehlern auf allen sportlichen Ebenen und einem dramatischen Abstieg aus der Zweiten Liga wollte sie vor dem Neustart insbesondere Geschlossenheit, Aufbruch und Zuversicht demonstrieren. Von Letzterer dürfte im direkten Anschluss an die Partie in Mannheim allerdings nicht mehr viel übrig geblieben sein: Fortuna kassierte beim SV Waldhof eine nicht unverdiente 1:2-Niederlage und setzte ihren Drittliga-Auftakt in den Sand.
Mit seiner Startelf hatte Trainer Ende sämtliche Fans und Beobachter gleichermaßen überrascht. Anstelle von Sascha Risch, Elias Arden und Anas Slimani, die ihren Platz in der Anfangsformation sicher zu haben schienen, begannen Kaden Amaniampong, Marcel Benger und Philipp Förster. Während die Nominierung von Amaniampong völlig aus dem Nichts kam, steckte hinter der Wahl von Benger und Förster höchstwahrscheinlich ein zumindest nicht völlig abwegiger Gedanke: Das erfahrene Duo sollte dem Mittelfeld mehr Stabilität verleihen, als es Arden und Slimani vermeintlich getan hätten.
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Drei Fünfen für die Fortuna-Profis bei der Auftakt-Pleite in Mannheim
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Foto: IMAGO/Beautiful Sports/IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Goldberg
Der personelle Überraschungsplan scheiterte allerdings grandios – und zwar auf allen drei Ebenen. Amaniampong entpuppte sich auf der linken Abwehrseite als grotesker Unsicherheitsfaktor, mitunter jedoch auch, weil Yassine Bouchama als offensive Unterstützung in vielen Situationen schlichtweg das nötige Tempo fehlte. Benger bekam den Raum vor der Abwehr so gut wie überhaupt nicht geschlossen, zudem drückte er dem Geschehen auch anderweitig kaum seinen Stempel auf. Und Förster war nach spätestens einer halben Stunde anzumerken, dass er die körperlichen Voraussetzungen für die Dritte Liga zurzeit in keiner Weise mitbringt.
Den bis zur Halbzeit größten Bock leistete sich aber Lasse Rieß, die mit großen Vorschusslorbeeren vom FSV Mainz 05 ausgeliehene neue Nummer eins. Etwas mehr als eine Viertelstunde war auf der Uhr, als sich Vincent Thill aus gut und gerne 30 Metern ein Herz fasste, wuchtig abzog und zur Führung für die Mannheimer traf. Rieß, vielleicht ein wenig von der tief stehenden Sonne geblendet, ließ sich völlig überrumpeln und musste die Kugel kurz darauf ziemlich verdutzt aus seinem Netz fischen. Es war allerdings nicht der einzige, sondern nur der verhängnisvollste Wackler des Keepers, der auch in der Folge größte Probleme hatte.
Zur Geschichte des Spiels gehörte zwar auch, dass Fortuna ordentlich gestartet war und nach einem klaren Halten von Lukas Klünter an Fabian Schleusener schon früh hätte in Überzahl agieren müssen. Schiedsrichterin Fabienne Michel, die große Schwierigkeiten mit der Spielleitung hatte und ihrer Aufgabe insgesamt nicht gewachsen war, ahndete das Foul allerdings nicht und ließ deshalb auch die fällige Rote Karte in der Tasche. Großes Glück für den SV Waldhof, der das Geschehen gegen völlig nervöse und überforderte Düsseldorfer mit seinen stimmgewaltigen Anhängern im Rücken bis auf wenige Ausnahmen nach dem Führungstreffer absolut unter Kontrolle hatte.
Zur Pause reagierte Ende mit einem Dreifachwechsel: Förster, Eric Hottmann und der gelbvorbelastete Dominique Heintz blieben und der Kabine, für sie übernahmen Jomaine Consbruch, Jordi Paulina und Felix Meiser. Der nächste Nackenschlag folgte allerdings sogleich, denn nur drei Minuten nach Wiederanpfiff baute Julian Ulbricht die Waldhof-Führung nach einem schönen Spielzug über die Amaniampong-Seite aus. Diesmal reagierte Fortuna aber schnell: Nach einem gehaltenen Schuss von Steven van der Sloot staubte Schleusener ab und brachte die Gäste wieder auf 1:2 heran. Zuvor könnte Consbruch im Abseits gestanden haben, Michel intervenierte jedoch auch an dieser Stelle nicht. Der Ausgleich gelang den Düsseldorfern aber nicht mehr.
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