AUDIO: Nach Steuer-Razzia im Eichsfeld: Unternehmerin will Vorwürfe prüfen lassen (2 Min)
Polizei
Steuerrazzia im Eichsfeld: Geschäftsfrau äußert sich zu den Vorwürfen
Stand: 05.08.2026 18:08 Uhr
Im Eichsfeld ermitteln Staatsanwaltschaft und Finanzbehörden gegen eine Geschäftsfrau wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Es geht unter anderem um den Kauf von Edelmetallen im Wert von rund zwei Millionen Euro. Die Unternehmerin äußerte sich jetzt über ihren Anwalt.
von MDR THÜRINGEN
Steuerfahnder und Polizeibeamte haben am Dienstag Geschäfts- und Privaträume einer Geschäftsfrau im Eichsfeld durchsucht. Wie die Staatsanwaltschaft Mühlhausen mitteilte, soll die Frau mehrere Hunderttausend Euro Steuern hinterzogen haben.
Sie solle als Geschäftsführerin Edelmetalle im Wert von zwei Millionen Euro gekauft haben, für die teilweise Umsatzsteuer ausgewiesen war. In der Steuererklärung solle sie diese Umsatzsteuer jedoch nicht angegeben haben. Die Justiz und die Finanzbehörden verdächtigen die Unternehmerin außerdem, Aufwendungen bewusst wahrheitswidrig als Betriebsausgaben eines von ihr geführten Unternehmens deklariert zu haben.
Laut Staatsanwaltschaft sollten bei der Durchsuchung vor allem Unterlagen und Speichermedien beschlagnahmt werden. Ob die Fahnder erfolgreich waren, teilten sie nicht mit.
Die betroffene Unternehmerin äußerte sich am Mittwoch über ihren Anwalt. Sie werde die Vorwürfe prüfen lassen und an der Aufklärung des Sachverhalts mitwirken. Ihr sei an einer lückenlosen und vollständigen Aufklärung der steuerlichen Sachverhalte gelegen.
Zudem wies er darauf hin, dass seine Mandantin sich selbst als Opfer mehrfachen gewerbsmäßigen Betruges sieht. Ein Mann soll ihr Gold- und Silbergeschäfte zugesagt, diese aber nicht vollständig abgewickelt haben. Die Unternehmerin verfolgt nach Angaben ihres Anwalts deshalb eigene Ansprüche vor dem Landgericht Mühlhausen.
Anwalt kritisiert Staatsanwaltschaft
Kritik übt die Verteidigung außerdem an der Kommunikation der Staatsanwaltschaft. Diese habe das Steuerverfahren durch Verweise auf ein anderes bundesweit bekanntes "Reichsbürgerverfahren" in einen größeren Zusammenhang gestellt. Außerdem kündigt die Unternehmerin an, die Rechtmäßigkeit einzelner Schritte der Durchsuchung gerichtlich überprüfen zu lassen.
MDR (nir/sar)
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