Stiftung Warentest: Guter Gasgrill schon für 110 Euro – mit einer wichtigen Einschränkung

Stiftung Warentest Guter Gasgrill schon für 110 Euro – mit einer wichtigen Einschränkung

Service · Stiftung Warentest hat 12 Gasgrills geprüft. Ergebnis: Der teuerste (749 Euro) gibt Schadstoffe ab und fällt durch. Der Testsieger kostet 459 Euro – und wer 110 Euro ausgibt, grillt überraschend gut.

02.08.2026 , 17:54 Uhr

 Mit einem guten Gasgrill kann der gemütliche Sommerabend kommen.

Mit einem guten Gasgrill kann der gemütliche Sommerabend kommen.

Foto: Deutscher Verband Flüssiggas e.V./Steven Luedtke

  • Stiftung Warentest hat 12 Gasgrills in fünf Kategorien getestet.
  • Die Testberichte zeigen: Teuer schützt nicht vor schlechten Noten: Ein 749-Euro-Grill landet auf dem letzten Platz.
  • Hinweis: Die Preise aller Gasgrills beziehen sich auf Verkaufspreise (im Handel und Online) vom Januar 2026.

Der Sommer läuft, der Grill noch nicht: Wer jetzt noch auf der Suche nach dem richtigen Gasgrill ist, bekommt Orientierung von Stiftung Warentest, mit einem überraschenden Ergebnis. Der beste Grill kostet 459 Euro, der teuerste (749 Euro) fällt wegen Schadstoffen im Grillrost glatt durch.

Das Angebot reicht von günstigen Baumarktmodellen für knapp über 100 Euro bis hin zu Premiumgeräten. Geprüft wurden die Kategorien Grillen, Handhabung, Haltbarkeit, Sicherheit und Schadstoffe. Das zentrale Ergebnis: Teuer bedeutet nicht automatisch gut. Und manche Roste können das Grillgut mit Metallen belasten.

Welcher Gasgrill überzeugt bei Stiftung-Warentest?

Der Rösle Videro Pure G3 setzt sich in der Kategorie der Grillwagen mit drei Hauptbrennern klar an die Spitze. Mit einem mittleren Online-Preis von 459 Euro ist er kein Schnäppchen, aber sein Geld wert. Die Stiftung Warentest bescheinigt ihm das beste Grillergebnis im gesamten Test: Der Rost erreicht Temperaturen von bis zu 360 Grad Celsius, und die gesamte Grillfläche von 2.640 cm² wird gleichmäßig heiß. Auch die Montage überzeugt: einfach, sicher und mit praktischem Sichtfenster im Deckel. Gesamtnote: Gut (2,0).

Günstige Alternative: Was kann der Hellweg Ottawa?

Knapp hinter dem Testsieger landet der Hellweg Rothmann Gasgrillwagen Ottawa mit der Note Gut (2,3) – zum deutlich günstigeren Preis von 299 Euro. Der Ottawa punktet vor allem bei der Handhabung: Er ist unter allen getesteten Grillwagen am schnellsten aufgebaut, lässt sich dank klappbarer Seiten platzsparend verstauen und ist mit 30 kg das leichteste Modell seiner Kategorie.

Wichtig: Laut Anbieter handelt es sich um ein Auslaufmodell.

Welche Gasgrills fallen im Test durch – und warum?

Gleich zwei Grills landen auf dem letzten Platz – und dabei ist einer davon ein echter Preisschock:

Der Napoleon Rogue 425 ist mit 749 Euro der mit Abstand teuerste Grill im Test und landet trotzdem auf dem letzten Platz. Zwar ist er sehr gut verarbeitet und leicht zu bedienen, doch er braucht besonders viel Gas, die Montage ist zeitaufwendig, und es besteht Verbrennungsgefahr neben dem Thermometer. Entscheidend für die schlechte Note: Sein Grillrost gibt laut Stiftung Warentest hohe Mengen bedenklicher Schadstoffe ab, darunter Aluminium, Kobalt, Mangan und Nickel.

Welche Gasgrills geben Schadstoffe ab?

Mehrere Grillroste geben bei Erhitzung erhebliche Mengen an Metallen ab – Stoffe, die dann auf das Grillgut übergehen können. Besonders betroffen sind diese Modelle:

  • Bauhaus Grillstar Atlanta 300 II (110 Euro): Nickel in hohen Mengen – Note Ausreichend (3,6), trotz günstigem Preis direkte Abwertung.
  • Char-Broil Convective 310 B (340 Euro): sechs Schadstoffe, darunter Kobalt und Barium – Note Ausreichend (4,1).
  • Napoleon Rogue 425 (749 Euro): Aluminium, Kobalt, Mangan, Molybdän, Nickel und Barium – beim teuersten Grill im Test.

Vergleichsweise gut schnitten der Testsieger Rösle Videro Pure G3 und der Weber Go Anywhere Gasgrill (tragbarer Einbrenner, Note Gut 2,4) in der Schadstoffkategorie ab. Verbraucher sollten beim Kauf eines Gasgrills daher nicht nur auf Preis und Leistung achten, sondern auch auf die Materialzusammensetzung des Grillrosts.

Worauf kommt es beim Grillergebnis wirklich an?

Mit 45 Prozent macht das Grillverhalten die größte Rolle bei der Gesamtnote aus. Geprüft wurden Aufheizzeit, Temperaturverteilung (bei offener und geschlossener Haube), Grillergebnis und Brennstoffverbrauch.

Überraschend: Der wegen der Nickelbelastung abgestrafte Bauhaus Grillstar Atlanta 300 II schlägt sich beim reinen Grillen sehr gut (Note Gut, 1,9). Ein günstiger Preis von 110 Euro bedeutet also nicht automatisch schlechte Grillleistung. Allerdings: Das Modell war zuletzt im Bauhaus-Sortiment gelistet. Momentan kann eine Verfügbarkeit aber nicht bestätigt werden. Interessenten sollten die Verfügbarkeit direkt im Fachzentrum erfragen

Handhabung im Alltag: Welcher Gasgrill ist am einfachsten zu bedienen?

Die Handhabung fließt mit 35 Prozent in die Gesamtnote ein. Bewertet wurden Montage, Gebrauchsanleitung, Grillpraxis, Reinigung, Transport und Verstaubarkeit.

Der Hellweg Ottawa überzeugt durch schnelle Montage (nur 35 Minuten) und klappbare Seiten. Er ist damit der praktischste Grillwagen im Test.

Alle vollständigen Testergebnisse zu Gasgrills bei Stiftung Warentest unter: www.test.de/gasgrills (Bezahlschranke). Preise: mittlere Online-Preise, Stand Januar/August 2026.