Streit um gekündigte Tarifverträge: Ultimatum von IG-Metall an deutschen Autobauer

Stand: 23.10.2026, 21:26 Uhr

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Volkswagen

Die IG Metall droht der VW-Führung mit Arbeitskampf. (Archivbild) © Sebastian Kahnert/dpa

Während der VW-Konzern und die Gewerkschaft in Hannover die Klingen kreuzen, geht es in Zwickau um die Zukunft eines ganzen Werks.

Zwickau / Hannover – Ein Hotel in Hannover, Vertreter von VW, IG Metall und Betriebsrat an einem Tisch – und eine Frist, die bald abläuft: Bei Volkswagen sind die Fronten verhärtet, wie der NDR schreibt. Am Freitag, dem 23. Oktober 2026, steht das nächste Überprüfungsgespräch an.

Auslöser ist die Kündigung von zehn Tarifverträgen, die VW am 30. September 2026 bekannt gab. Gemeint sind fast alle Vereinbarungen des Haustarifs, also die Regeln, die nur für VW gelten. Darin stehen unter anderem Arbeitszeit, Urlaub und Zulagen. Die Kündigungen greifen zum 31. Dezember 2026 und betreffen rund 130.000 Beschäftigte in Deutschland. Hinter dem Konflikt steht der Zukunftstarifvertrag von 2024. Die Arbeitnehmer wollen prüfen, ob VW seine Zusagen daraus noch einhält. Das Management will erklären, warum die damaligen Einsparungen aus seiner Sicht nicht mehr reichen.

Gekündigte Tarifverträge: Was bei VW auf dem Spiel steht

Wie der NDR berichtet, stellt VW nach Ansicht der IG Metall tarifliche Zulagen, die Übernahme von Auszubildenden und Schutzregeln für ältere und gesundheitlich eingeschränkte Beschäftigte infrage. Die Jobgarantie aus dem Zukunftstarifvertrag gilt bis Ende 2030. VW betont, sie sei von der Kündigung „ausdrücklich nicht betroffen“.

Besonders hart trifft es nach Ansicht der IG Metall die sächsischen Werke, denn in Zwickau soll die Produktion auslaufen. Über 2030 hinaus gibt es dort laut MDR bislang keine gesicherte Auslastung. IG-Metall-Bezirksleiter Jan Otto spricht von einer „klaren Kampfansage“ von Volkswagen an die Mitglieder.

Ultimatum und Arbeitskampf: Wann es ernst wird

Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, verlangt IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger, dass VW die Kündigung bis Ende Oktober zurücknimmt. „Eine Kündigung, die man übermittelt hat, kann man auch zurücknehmen“, sagte er in Hannover. Andernfalls rolle „eine gewaltige Maschinerie“ an, die den Arbeitskampf vorbereite. Zugleich betont er: „Wir suchen den Konflikt nicht, aber wir sind vorbereitet.“ Tarifverhandlungen gehörten „nicht in die Wohlfühlzone der 13. Vorstandsetage“.

Die Friedenspflicht endet zum Jahreswechsel, danach sind Streiks bei VW möglich. Gröger fordert, am 24. November 2026 mit den Verhandlungen zu beginnen, an den Standorten Emden, Hannover und Zwickau. Spätestens Anfang Dezember müssen die Gespräche laut Vereinbarung beginnen.

VW begründet die Kündigung mit dem Kostendruck. Personalvorstand Arne Meiswinkel nennt, wie der NDR berichtet, chinesische Hersteller, die mit günstigen Exporten nach Europa drängen, sowie geopolitische Spannungen und Handelsbarrieren. Es gehe um „wettbewerbsfähige Arbeitskosten und weitere Personalinstrumente“, schreibt die Tagesschau. Wie dpa berichtet, hat der Konzern bislang keine konkreten Forderungen vorgelegt. Die IG Metall verlangt ihrerseits fünf Prozent mehr Geld.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, ist geplant, dass VW-Beschäftigte weltweit für mehrere Jahre auf Lohnerhöhungen verzichten. Daniela Cavallo, Vorsitzende des VW-Gesamtbetriebsrats, erwartet laut NDR eine „heftige Auseinandersetzung zum Jahreswechsel“. (Quellen: dpa, NDR, MDR, Süddeutsche Zeitung) (cgsc)