Stand: 26.08.2026, 19:34 Uhr
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Eine Sturzflut hinterlässt in einem Tal zwischen Nepal und Tibet eine Spur der Verwüstung. Videos zeigen, wie die tödliche Welle Menschen völlig überraschte.
Kathmandu – In einer Gebirgsregion von Nepal hat eine verheerende Sturzflut eine Zerstörung unfassbaren Ausmaßes verursacht. Wasser- und Schlammmassen bahnten sich mit enormer Kraft ihren weg, viele Menschen wurden von der Flut vollkommen überrascht. Vielerorts gab es kein Entkommen, bislang sprechen offizielle Stellen von fast 100 Toten und hunderten Vermissten.

Im Netz kursieren zahlreiche Videos, die das Ausmaß der Sturzflut zeigen. Darauf ist zu sehen, mit welch brutaler Wucht Menschen von Schlamm und Wasser überrollt wurden.
Nepal: Sturzflut lässt Brücke wie Streichholz durchbrechen – Menschen rennen um ihr Leben
Auf X veröffentlichte ein indischer Journalist Aufnahmen der Sturzflut. Zu erkennen ist eine braune, schlammige Flut, die eine Brücke wie ein Streichholz durchbricht. Viel Schutt und Dreck wird mitgeschwemmt, Menschen schreien verzweifelt im Hintergrund.
Der nepalesische Autor Nirmal Preasai postete ebenfalls auf X mehrere Videos aus Nepal. Hilflos müssen Menschen mitansehen, mit welcher Geschwindigkeit sich die Flut durch Orte bewegt. Einige rennen um ihr Leben, andere wirken wie unter Schock und können sich kaum bewegen.
Sturzflut in Nepal: Viele Tote und Vermisste – Video aus Tibet zeigt, wie Wasser und Schlamm Menschen überrollt
Auch China ist von der Sturzflut betroffen, die im nepalesischen Grenzgebiet zur autonomen Region Tibet geschah. Ein Video am chinesischen Grenzposten im Kreis Gyirong im Südwesten Tibets, welches von einer Sicherheitskamera aufgenommen wurde, zeigt furchtbare Szenen. Auf einer recht belebten Straße bewegen sich mehrere Menschen und Autos, die Bilder erscheinen zunächst wie eine harmlose Alltagsszene an dem Grenzübergang.
Doch plötzlich kommt Bewegung in die Szenerie – Menschen rennen los, weg von dem vermutlich 15 bis 20 Meter hohen Grenzübergangsgebäude. Wenige Sekunden später schießen die dreckigen Massen aus Schlamm und Wasser neben dem Gebäude hervor und auch über dieses hinweg. Die Menschen in der Nähe des Grenzübergangs haben keine Chance, zu entkommen. China hat inzwischen drei Tote und 265 Vermisste gemeldet. Das berichteten chinesische Staatsmedien unter Berufung auf eine erste Erhebung der Behörden vor Ort im Kreis Gyirong.
Schlamm begräbt Häuser und Straßen unter sich
Weitere Aufnahmen zeigen die Folgen der Schlammflut in Nepal. Soldaten kämpfen sich mühsam durch die zähen Massen, die Teile von Häusern und Straßen unter sich begraben haben. Sie tragen zivile Opfer und bringen diese in Sicherheit.
Es sind Bilder des Grauens, die Schlimmstes vermuten lassen. Wie das Büro von Nepals Regierungschef Balendra Shah mitteilte, werden hunderte Menschen – darunter auch Einsatzkräfte der Polizei und des Militärs – weiter vermisst. Zudem sind unter den Vermissten auch 384 Touristen, erklärte der leitende Beamte Santosh Panta von der nationalen Tourismusorganisation Nepals der dpa. Er bezifferte die Zahl der Ausländer unter den Reisenden auf 290 Menschen, die auch aus Deutschland, den USA und Spanien stammen würden. „Zum jetzigen Zeitpunkt hat das Auswärtige Amt keine Kenntnis von deutschen Staatsangehörigen unter den Betroffenen“, hieß es aus Berlin am späten Mittwochnachmittag (26. August). (Quellen: X, dpa) (kh)