„Summer in the City“ endet mit positiver Bilanz – insgesamt 15.000 Besucher

Stand: 07.08.2026, 19:00 Uhr

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Summer in the City 2026: Fünfmal, sechsmal oder aus Bremen angereist: Petra Giesen (67, links), Martina Franzen (66) und Hille Kreth (69) genießen die Atmosphäre auf dem Marktplatz.

Genießen die Atmosphäre auf dem Marktplatz: Petra Giesen (67, links), Martina Franzen (66) und Hille Kreth (69). © Sigi Schritt

Die Veranstaltungsreihe in Weyhe zog über Wochen viele Menschen auf den Marktplatz. Zum Finale fiel die Bilanz deutlich positiv aus. Ein Standbetreiber sieht dennoch ein wachsendes Problem.

Weyhe – Fünf Stunden „Summer in the City“ sind viel zu schnell vergangen. Als 20 Minuten vor dem offiziellen Ende die Fahrzeuge des Bauhofs zum Weyher Marktplatz rollten, war klar, dass sich der letzte Abend der Saison seinem Ende näherte. Doch zunächst stärkten sich die Mitarbeiter noch mit einer Portion Pommes, während Besucher weiter plauderten. Kurz vor 22 Uhr setzte DJ Heinz Nawrath mit „Wer hat an der Uhr gedreht?“ den akustischen Schlusspunkt der Veranstaltungsreihe. Wenig später wurden die letzten Getränke ausgeschenkt und die ersten Bierzeltgarnituren zusammengeklappt. Viele Gäste blieben dennoch stehen, redeten weiter und kosteten die letzten Minuten aus. Genau dieses Bild fasste zusammen, was „Summer in the City“ in den vergangenen Wochen ausgemacht hat: Musik, Begegnungen und das Gefühl, dass man sich kennt.

Zum Abschluss der sechsteiligen Reihe zog Weyhes Bürgermeister Frank Seidel eine positive Bilanz. Nach seiner Einschätzung kamen über die Saison verteilt rund 15.000 Besucher auf den Marktplatz. Selbst ein verregneter Abend habe die Menschen nicht abgehalten. „Die kommen ja trotzdem alle und feiern hier.“

Beim Finale drängten sich noch einmal besonders viele Gäste auf dem Platz. Der neu gestaltete Marktplatz hat sich laut Seidel bewährt. Künstler lobten die breitere Anordnung von Bühne und Ständen. Eine wichtige Rolle spiele dabei der lokale Bezug. Musiker aus Weyhe und der Umgebung sorgten regelmäßig für volle Reihen. Namen wie Marcel Schlager und das Dele Unterhaltungsorchester, High Voltage oder Unikat brächten ihr Publikum gleich mit. „Lokalkolorit ist immer wichtig“, sagte Seidel.

Dass das Event längst über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt ist, zeigte sich am Publikum: Besucher kamen aus Bremen, Stuhr, Syke und weiteren Orten. Viele lobten die friedliche Atmosphäre und die stärkere Verkehrsberuhigung rund um den Marktplatz.

Wie entspannt die Stimmung blieb, zeigte sich auch beim DRK. Lara Wasgien sicherte mit einem Kollegen den Sanitätsdienst ab. Ernsthafte Einsätze gab es kaum. Einige Besucher litten unter Kreislaufproblemen oder Dehydrierung. Meist reichten eine Untersuchung und der Rat, mehr Wasser zu trinken.

Summer in the City 2026: Mit Geschirrtuch und Einsatz für den guten Zweck: Mitglieder des Lions Clubs Bremer Süden vor ihrem mobilen Spülanhänger.

Mit Geschirrtuch und Einsatz für den guten Zweck: Mitglieder des Lions Clubs Bremer Süden vor ihrem mobilen Spülanhänger. © Sigi Schritt

Aus Sicht der Standbetreiber verlief die Saison erfolgreich. Fischhändler Heiko Fortmann registrierte mehr Besucher als im Vorjahr. Der Umsatz sei stabil geblieben. Am Weinstand des Lions Clubs Bremer Süden wurde nicht nur ausgeschenkt, sondern auch Geld für soziale Projekte erwirtschaftet. Präsident Carsten Heinekamp sprach von einer gelungenen Verbindung aus Ehrenamt und Gemeinschaft. Sein persönlicher „Summer in the City“-Moment? „Wenn ich auf dem Wagen stehe und so richtig malochen muss.“

Einen nachdenklichen Akzent setzte Unternehmer Michael Quittek, der Getränke verkaufte und Bierzeltgarnituren bereitstellte. Zwar sei die Reihe erneut ein Erfolg gewesen. Sorge bereite ihm jedoch, dass immer mehr Besucher eigene Getränke und Speisen mitbrächten. Für Gastronomen und Anbieter, die Personal, Infrastruktur und Ausstattung finanzierten, werde das zunehmend zum Problem.

Summer in the City 2026: Sommerabend in Kirchweyhes guter Stube: Zahlreiche Besucher feiern beim letzten Summer in the City der Saison.

Sommerabend in Kirchweyhes guter Stube: Zahlreiche Besucher feiern beim letzten „Summer in the City“ der Saison. © Sigi Schritt

Dass „Summer in the City“ ein Treffpunkt ist, bestätigten viele Gäste. Birte Meisner aus Martfeld genoss die Gelegenheit, Zeit mit ihrer Freundin zu verbringen und dem Familienalltag zu entfliehen. Petra Giesen aus Kirchweyhe besuchte fünf Veranstaltungen. „Weil das mein Ort ist, und weil man hier tolle Leute trifft.“ Ihre Freundin Martina Franzen war aus Bremen angereist. Sie beschrieb das Publikum als nett. Hille Kreth war bei allen sechs Veranstaltungen dabei.

Vanessa Goldschmidt hob die Mischung der Generationen hervor. Dort träfen sich viele Menschen wieder, die sich lange nicht gesehen hätten. Sara Bräutigam (17) und Valerie Minkus (19) wünschen sich künftig modernere Musik und mehr Angebote für Jugendliche. Das Gemeinschaftsgefühl lobten jedoch beide.

Auch Andreas Wetjen aus Ahausen kam wegen der Begegnungen auf den Marktplatz. Sein schönster Moment? „Nach dem offiziellen Programm.“ Während unten bereits abgebaut wurde, saß er gegenüber bei einem Glas Wein und ließ den Abend Revue passieren. Derweil verschwanden die letzten Tische auf Anhängern. Doch noch immer standen kleine Gruppen auf dem Platz und redeten weiter. Der Marktplatz leerte sich an diesem Abend nur langsam. Ein deutlicheres Kompliment für „Summer in the City“ kann es kaum geben.