Stand: 01.08.2026, 06:30 Uhr
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Er war Marvels erster Kinoheld und ausgerechnet eine Ente: Vor 40 Jahren startete „Howard - Ein tierischer Held“ in den US-Kinos und schrieb Superheldengeschichte - als spektakulärer Flop.
Alle reden immer davon, wer stärker ist, wer mächtiger, wer unverwundbarer. Superman oder Batman? Wonder oder Cat Woman? Iron oder Aquaman? Seltener interessiert, wer der erste war. Der erste Superheld bei den Comics etwa oder der erste im Kino. Im Kino war Superman seinerzeit vorgeprescht, als 1951 mit „Superman and the Mole-Men“ nicht nur der erste Film über ihn, den Mann aus Stahl, erschienen war, sondern überhaupt die erste Adaption eines DC-Comics. Und unter den Marvel-Helden? Unter den Marvelhelden hatte ein tierischer Held die Nase, nein den Schnabel vorn.

Ja, Schnabel. Denn der erste Held eines Marvel-Comics, der auch die Leinwand unsicher machte, war ein Enterich. Und der Film, mit dem Howard das gelang, „Howard - Ein tierischer Held“, erschien vor genau 40 Jahren in den US-Kinos. Die Geschichte des „Superheldenfilms“ erinnert an die Saga um Superman, den Helden aus dem DC-Kosmos. Wie Superman ist auch Howard in einem anderen Planeten beheimatet, in seinem Fall genannt „Enten-Planet“. Doch durch das misslungenen Experiment eines Wissenschaftlers wird er jäh auf die Erde geschleudert - was der Beginn eines großen Abenteuers ist, in dessen Verlauf Howard in Heldenmanier Welt und Menschheit retten muss.
Auf der Erde freundet sich der Enterich mit der Rocksängerin Beverly (Lea Thompson, bekannt aus „Zurück in die Zukunft“) an. Von der jungen Frau erhofft sich Howard Hilfe, denn sie kennt einen Laborassistenten (Tim Robbins), der ihm die Rückkehr in seine Heimat ermöglichen könnte. Doch es kommt anders. Statt gerettet zu werden, muss sich Howard bald selbst als Retter bewähren. Als die Ereignisse sich überstürzen, wird eine außerirdische böse Kraft auf den Plan gerufen, und diese Kraft, ein selbsternannter Dämon, entführt Beverly, in deren Körper er den Geist eines bösen Außerirdischen übertragen will. Doch die Mächte der Finsternis haben die Rechnung ohne Howard gemacht, den Enterich, den tierischen Helden.
Preis-„Segen“ bei den Goldenen Himbeeren
Böse, die die Welt vernichten wollen, und Gute, die die Welt retten wollen - das Erfolgsrezept von Superheldenfilmen findet auch in „Howard - Ein tierischer Held“ Anwendung. Von der perfekt funktionierenden Erzählmaschinerie mit passgenau ineinandergreifenden Motiv- und Themenrädchen späterer Marvel-Filme und erst Recht seit dem Urknall mit „Iron Man“ (2008), der zur Entstehung des „Marvel Cinematic Universe“ führte, ist das Entenspektakel aber Lichtjahre entfernt. Die Zuschauer goutierten den Film nicht, an dem immerhin „Star Wars“-Mastermind George Lucas als ausführender Produzent beteiligt war, und auch die Kritiker strotzten nicht vor Begeisterung.
Die Preis-„Ausbeute“ gab der Resonanz recht: Bei den Goldenen Himbeeren 1987 gab es für „Howard - Ein tierischer Held“ einen Preissegen - mit Auszeichnungen in den Sparten Schlechtester Film, Schlechtestes Drehbuch, Schlechteste Spezialeffekte und Schlechtester Newcomer sowie Nominierungen in drei weiteren Kategorien, darunter Regie (Willard Huyck) und Nebendarsteller (Tim Robbins). Dem späteren Oscar-Gewinner Robbins („Mystic River“) schadete das Mitwirken in dem Machwerk nicht. Dafür war für Held Howard Schicht im Schacht, ihm wurde ein weiterer Auftritt als Welt- und Menschenretter in einer Fortsetzung durch das finanzielle und künstlerische Fiasko verbaut. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit teleschau.)