SV Fun-Ball Dortelweil: Nicht nur sportliche Herausforderungen warten

Stand: 23.09.2026, 07:09 Uhr

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Christian Faust Kjaer (Fun-Ball Dortelweil).Badminton-Bundesligaspiel zwischen dem SV Fun-Ball Dortelweil und dem Blau-Weiss Wittorf-NMS am 5. Oktober 2025 in Bad Vilbel.

Die Liga schrumpft. Das bereitet auch den großen Vereinen wie dem SV Fun-Ball Dortelweil um Christian Faust Kjaer Sorgen. © Jürgen Kessler/Kessler-Sportfotografie

Der SV Fun-Ball Dortelweil gehört in der Bundesliga erneut zu den Favoriten. Wenn am Wochenende die Saison startet, geht es aber um das große Ganze. Die komplette Sportart steckt in der Krise.

Badminton steht in Deutschland am Scheideweg. Die Bundesliga ist auf lediglich sieben Mannschaften zusammengeschmolzen. Eine davon ist der SV Fun-Ball Dortelweil, der in den vergangenen drei Jahren zwei Meistertitel erringen konnte. „Von den sieben Teams sind sechs erstligareif. Mülheim dürfte in der bevorstehenden Saison auf dem letzten Platz landen und dabei wohl auch hohe Niederlagen einstecken. Wenn die sich nächstes Jahr dazu entscheiden, ebenfalls aufzuhören, dann wird es richtig bitter“, schlägt Fun-Ball-Teammanager Klaus Rotter Alarm.

Kritisch genug ist die Situation freilich jetzt schon. Mit dem 1. BC Beuel und der SG Schorndorf zogen vor einem Jahr zwei Vereine ihre Teams zurück. In diesem Sommer tat es ihnen der TSV Trittau gleich und meldete nur noch für die 2. Bundesliga. Rotter weiß um die großen Unterschiede zwischen der deutschen Beletage und dem Unterhaus. Er bedauert diese Entwicklung und sorgt sich um die Zukunft des Sports. „Die Zweitliga-Meister wollen nicht aufsteigen. Denn dafür müssten sie neue Spieler rekrutieren und einen Teil der bisherigen Mannschaft aufgeben. Eben jenes Team hat aber das Aufstiegsrecht errungen“, hadert das Fun-Ball-Vorstandsmitglied mit dem fehlenden Willen zur Professionalisierung bei der Konkurrenz. „Das würde natürlich eine Veränderung bedeuten. Und Veränderungen wollen die Leute nicht.“

Rotter führt die Krise der Liga nicht zuletzt auf die Qualität der deutschen Nationalspieler zurück. Vor allem im Einzel sei es um Deutschland nicht allzu gut bestellt. Mit Matthias Kicklitz, der für Fun-Ball aufschlägt, rangiert der beste DBV-Akteur in der Herren-Weltrangliste auf Position 99. „Deutschland ist hinten dran. Wir haben keine Talente. Vielleicht funktioniert das System mit den Stützpunkten nicht. Oder es liegt an der Qualität der Trainer. Irgendwas passt nicht.“

Fun-Ball beginnt beim 1. BC Bischmisheim

Somit ist Badminton-Bundesliga größtenteils nur mit ausländischen Profis realisierbar, die an den Spieltagen eingeflogen werden. Fehlende Identifikation der potenziellen Zuschauer mit dem dänischen, schottischen oder französischen Personal sieht Rotter nicht als großes Problem an und erklärt: „Bei unserem Heimauftakt am Sonntag um 15 Uhr gegen Union Lüdinghausen wird Christo Popov dabei sein. Er ist die Nummer drei der Einzel-Weltrangliste. Die Leute haben die Chance, solche Weltklasse-Spieler bei uns in Dortelweil zu sehen“, erklärt der Fun-Ball-Teammanager. Schon zuvor am Samstag (17 Uhr) reist die Dortelweiler Entourage ins Saarland zum 1. BC Bischmisheim. Dort soll die Revanche für die Final-Niederlage im Frühjahr gelingen.

Ein wochenendlicher Doppeleinsatz steht für die Fun-Baller aufgrund der reduzierten Ligagröße in dieser Saison nur dieses eine Mal an. In diesen Fällen sorgt Rotter nämlich für private Übernachtungsmöglichkeiten der angereisten Profis. Auch an diesem Sonntag versammelt sich die Fun-Ball-Truppe sodann bei ihrem Teammanager zum gemeinsamen Frühstück. Fahrten zum Flughafen müssen derweil für jeden Spieltag organisiert werden. Vereinsmitglieder sammeln zum Beispiel den dänischen Tross um die Doppelspezialisten Christian Faust Kjaer und William Kryger Boe ein. Nicht selten sitzt Rotter selbst am Steuer.

Das Aufgebot der Wetterauer hat sich kaum verändert. Nicht mehr dazugehören Anne Tran und Iris Wang. Neu dazugekommen sind Philipp Kryger Boe und Nicoline Tang (beide Dänemark). Freilich gehört Dortelweil damit einmal mehr zum Favoritenkreis – mit den üblichen Verdächtigen aus Bischmisheim und Wipperfeld. „Allerdings hat sich Bischmisheim sehr hochkarätig verstärkt“, warnt Rotter, der überdies dem norddeutschen Team aus Wittorf eine Überraschung zutraut.

In seiner Rolle als Teammanager fühlt sich das Gründungsmitglied des SV Fun-Ball weiterhin sehr wohl. „Es macht mir viel Spaß, mit den jungen Leuten zu arbeiten. Gleichzeitig ist es herausfordernd. Mit Badminton auf Bundesliga-Niveau wollen wir dennoch weiter dem allgemeinen Trend entgegenwirken, dass es im Sport immer nur um Spaß geht. Deswegen setzen wir bewusst auf diese Wettkampforientierung.“