„System des Tötens“ im Gazastreifen beim Filmfestival von Venedig angeprangert
Stand: 11.09.2026, 14:05 Uhr
Kommentare
Ein neuer Dokumentarfilm zeigt Insideraussagen aus dem israelischen Militär und sorgt bei den Filmfestspielen in Venedig für internationales Aufsehen.
Der Dokumentarfilm „NAZA“ feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb der 83. Filmfestspiele von Venedig – als einziger Dokumentarfilm, der um den Goldenen Löwen konkurriert. Hinter dem Werk stehen die israelischen Filmemacher Yuval Abraham und Rachel Szor, die bereits mit „No Other Land“ 2025 den Oscar für den besten Dokumentarfilm gewonnen hatten. Für „NAZA“ führten sie über drei Jahre hinweg Interviews mit 24 israelischen Geheimdienstoffizieren und Soldaten, die an Operationen im Gazastreifen beteiligt waren. Die Gespräche fanden nachts auf Dächern in Tel Aviv statt, die Interviewten sind im Film anonymisiert dargestellt. Produziert wurde der 80-minütige Film in Zusammenarbeit mit dem britischen „Guardian“.
Bereits drei Jahre Krieg in Gaza
Der Gaza-Krieg dauert zum Zeitpunkt der Venedig-Premiere bereits fast drei Jahre an, ausgelöst durch den Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023. Mehr als 50 Prozent des Gebiets stehen nach Angaben der UN unter der Kontrolle der israelischen Armee. Hilfslieferungen für die rund zwei Millionen Menschen im Gazastreifen werden nach Angaben von Hilfsorganisationen weiterhin stark eingeschränkt. US-Präsident Trump hatte Ende Juli einen Durchbruch bei Friedensverhandlungen verkündet, doch Israel meldete gegenüber Washington Sicherheitsbedenken. Israelische Angriffe auf Gaza gehen derweil weiter. Sechs Wochen vor der Parlamentswahl in Israel trifft „NAZA“ auf ein politisch aufgeladenes Umfeld. Welche Nachrichten die beiden Regisseure mit dem Film an die Welt bringen wollen und wieso Abraham von einem „System des Tötens“ redet, sehen Sie im Video.