Taliban-Diplomaten in Berlin, um Abschiebungen nach Afghanistan vorzubereiten

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Drei Diplomaten der afghanischen Taliban sind einem Bericht des NDR zufolge nach Deutschland gereist, um hier in Zusammenarbeit mit den Behörden Abschiebungen von Afghanen vorzubereiten. Den drei Männern seien in der deutschen Vertretung in Katar Visa für 30 Tage ausgestellt worden, berichtete der Sender am Freitagabend. Derzeit halten sie sich demnach an der afghanischen Botschaft im Berliner Ortsteil Grunewald auf.

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Das Auswärtige Amt bestätigte laut NDR die Anwesenheit der Taliban in Deutschland und, dass dies im Zusammenhang mit weiteren Abschiebungen afghanischer Staatsbürger nach Afghanistan stehe. Demnach handelt es sich um ein „technisches Unterstützungsteam“, das die Voraussetzungen dafür schaffen soll, dass in den afghanischen Vertretungen in Deutschland Dokumente ausgestellt werden können, die die Taliban anerkennen.

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Die Bundesregierung erkennt die Taliban-Regierung in Kabul zwar nicht offiziell an, ist aber in Kontakt mit ihr. Die weitgehende Übernahme der diplomatischen Vertretungen in Deutschland hat Berlin ermöglicht – anders als etwa in Österreich und zahlreichen anderen Staaten. Neben der Botschaft gibt es Generalkonsulate in Bonn und München. Treibende Kraft ist dabei Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), ausgewiesenes Ziel sind mehr Abschiebungen.

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Abschiebungen nach Afghanistan: 228 Männer zurückgeführt

Erst am vergangenen Dienstag war es zu einer Abschiebung nach Afghanistan gekommen. An Bord des Flugzeugs, das vom Flughafen Leipzig/Halle Richtung Kabul abhob, seien 23 Männer gewesen, teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums mit. Es handele sich ausnahmslos um Afghanen, die in Deutschland strafrechtlich in Erscheinung getreten seien.

Die Afghanen seien aus Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz abgeschoben worden, erklärte der Sprecher. In dieser Legislaturperiode seien damit insgesamt 228 männliche afghanische Staatsangehörige aus Deutschland nach Afghanistan zurückgeführt worden. Anders als zuvor werden nicht mehr nur verurteilte Straftäter zwangsweise in ihr Herkunftsland zurückgebracht.

afp/bee