Stand: 23.10.2026 • 19:57 Uhr
Volkswagen und die Gewerkschaft IG Metall nehmen nach Konzernangaben Ende November Tarifverhandlungen auf. Die Zeichen stehen derweil auf "Eskalation", wie die IG Metall nach gemeinsamen Gesprächen klarstellt.
IG Metall, Betriebsrat und VW-Management waren am Freitag aufeinandergetroffen. Das Ergebnis: VW kündigt in einem Schreiben Tarifverhandlungen an - und bringt eine "förderfähige Transfergesellschaft" ins Spiel. In diese könnten Beschäftige demnach wechseln, "um sich neue Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu erschließen". Die Bundesagentur für Arbeit könnte dann mit sogenanntem Transfer-Kurzarbeitergeld einen Beitrag zur Finanzierung leisten. Die IG Metall spricht von einer "Sanierung auf Kosten der Steuerzahler" - auch der Betriebsrat reagierte mit Blick auf eine Transfergesellschaft ablehnend.
Tarifverhandlungen ab November - Gewerkschaft droht mit Streiks
Am 24. November beginnen laut VW Tarifverhandlungen am Standort Emden - fortgesetzt werden sie am 15. Dezember in Zwickau. Darauf haben sich der Konzern und die IG Metall am Freitag geeinigt. Ziel des Unternehmens in den Verhandlungen sei, "so schnell wie möglich die Arbeitskosten zu senken", heißt es von VW. Der Konzern will zudem an der Kündigung von zehn Tarifverträgen festhalten - die Gewerkschaft gab derweil an, sich zum Jahreswechsel auf "eine entsprechende Auseinandersetzung" vorzubereiten.
IG Metall stellte vorab Ultimatum
Die IG Metall hatte kurz vor den Gesprächen ein Ultimatum gestellt und gefordert, dass die Tarifvertrags-Kündigung zurückgenommen wird. Ansonsten müsse mit "gewaltigen Folgen" gerechnet werden, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger kurz vor dem Treffen am Freitag. Die Friedenspflicht ende am 31. Dezember, womit auch Streiks bei VW möglich sind. Die VW-Werke Hannover, Zwickau und Emden und das Audi-Werk Neckarsulm stehen auf der Kippe. Bei dem Statement kurz vor dem zweiten Überprüfungsgespräch in einem Hotel in Hannover war auch Gesamtbetreibsratschefin Daniela Cavallo dabei.
Pläne von VW: Stellenstreichungen und Verzicht auf Lohnerhöhungen
Die Fronten zwischen Arbeitnehmervertretung und Konzernspitze sind bei VW verhärtet, zuletzt hatte der Konzern zehn Tarifverträge gekündigt. Zudem soll geplant sein, dass die VW-Beschäftigten weltweit für mehrere Jahre auf Lohnerhöhungen verzichten sollen. Das hatte die "Süddeutsche Zeitung" zu Beginn der Woche berichtet. VW steckt seit Längerem in der Krise. Anfang September hatte der Aufsichtsrat beschlossen, in den kommenden Jahren weltweit 50.000 zusätzliche Stellen zu streichen. Ob der Beschluss so umgesetzt wird, soll in den kommenden Wochen mit der Arbeitnehmerseite verhandelt werden.