Tarifstreit Warnstreik bei Saarbahn in Saarbrücken ist vorbei – Züge rollen wieder
Update | Saarbrücken · Nach fünf Tagen Stillstand endet der GDL-Warnstreik bei der Saarbahn. Die Züge sollen an diesem Dienstag weider anrollen. Doch das Unternehmen geht auf Nummer sicher.
14.07.2026 , 06:35 Uhr
Die Saarbahn rollt an diesem Dienstag, 14. Juli, nach dem siebten Warnstreik in der aktuellen Tarifauseinandersetzung wieder an. (Archivaufnahme)
Foto: BeckerBredel
Update von Dienstag, 14. Juli, 6.35 Uhr: Sie sollen nach einem knapp fünftägigen Warnstreik an diesem Dienstag, 14. Juli, wieder anrollen: die Züge der Saarbahn in Saarbrücken. Allerdings setzt die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ihren Druck fort: Sie verlangt weiterhin einen eigenständigen Tarifvertrag für die rund 80 Lokführer des Unternehmens. Die Arbeitgeberseite will, dass der zuvor mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) abgeschlossene Vertrag für Busfahrer kommunaler Verkehrsbetriebe übernommen wird.
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Die Geschichte des Hauptbahnhofes in Saarbrücken
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Weiterhin verhärtete Fronten bei Saarbahn-Tarifkonflikt
Das lehnen GDL-Vertreter strikt ab und pochen auf ihre Verhandlungsführerschaft. Deshalb war es zum siebten Ausstand bei der Saarbahn gekommen. Dem Management gelang es, zuletzt Ersatzbusse einzusetzen, um einen Teil des Ausfalls aufzufangen. Zwischen Lebach und Saargemünd verkehrten tagelang keine Saarbahnen. Wie es mit den Verhandlungen weitergeht, steht bislang aus.
Der Kommunale Arbeitgeberverband Saar) (KAV) hatte sich hinter die Geschäftsführung bei Saarbahn gestellt und einem eigenen GDL-Tarifvertrag eine Absage erteilt. Ähnliche Vereinbarungen in anderen Tarifgebieten seien auf das Saarland nicht umzusetzen, weil wirtschaftlich nicht tragbar, hieß es dazu. Dem widerspricht GDL und sieht die Gefahr, aus dem Tarifvertrag auszuscheren. Von Tarifflucht ist sogar die Rede.
Update von Montag, 13. Juli, 16.22 Uhr: Nach dem Protestmarsch der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) durch Saarbrücken gibt es nun zumindest ein Aufatmen im saarländischen ÖPNV: Das Ende des Streiks bei der Saarbahn ist nun, nach fünf Tagen Stillstand, in Sicht – wenn auch nirgends von einer Einigung gesprochen wird.
Wie die Saarbahn mitteilt, beendet die GDL den siebten Warnstreik am Dienstag, 14. Juli um 3.20 Uhr nachts. Das heißt: Die Züge der Saarbahn fahren wohl wieder um 4 Uhr im Regelbetrieb. Die Ersatzbusse werden aber vorerst weiter im Einsatz bleiben, so die Saarbahn GmbH.
Update von Mittwoch, 8. Juli, 17.34 Uhr: Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat sowohl ihre Mitglieder als auch nicht organisierte Arbeitnehmer bei der Saarbahn erneut zum Streik aufgerufen. Das teilt die Gewerkschaft im Rahmen einer Pressemitteilung mit. Der Streik soll ab Donnerstag, 9. Juli, ab 17 Uhr in Kraft treten.
Die Gewerkschaft bedauere die Auswirkungen des Streiks auf die Saarbahn-Fahrgäste. „Angesichts der fortgesetzten Verweigerungshaltung des Arbeitgebers sind ihr jedoch die Hände gebunden. Die Saarbahn hat bis heute kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt“, schreibt die GDL. Die Gewerkschaft wirft der Saarbahn GmbH unter anderem vor, tarifpolitische Konstruktionen und andere Gewerkschaften zu benutzen, um „Tarifflucht durch die Hintertür“ zu betreiben und die Organisationsfreiheit der Beschäftigten anzugreifen. Die GDL fordere weiterhin „einen leistungsgerechten Tarifabschluss auf dem Niveau vergleichbarer kommunaler Arbeitgeber“, heißt es in der Ankündigung des Streiks.
Update von Donnerstag, 2. Juli, 16.15 Uhr: Um die Auswirkungen des GDL-Streiks auf das Saarbrücker Altstadtfest abzufedern, setzt die Saarbahn GmbH auf Schienenersatzverkehr für die Veranstaltungstage. Laut einer Mitteilung des Unternehmens werden dafür an allen Tagen des Altstadtfests von Freitag bis Sonntag, 3. bis 5. Juli, Busse eingesetzt.
Die Schienenersatzbusse halten an den regulären Stopps der Strecke Lebach-Saarbrücken-Saargemünd, in beide Fahrtrichtungen. Die Busse zeigen auf ihren Anzeigetafeln den Wortlaut „Schienenersatzverkehr“. Für detaillierte Abfahrtszeiten verweist die Saarbahn GmbH auf die Webseite www.saarbahn.de sowie auf die „Saarfahrplan“-App.
Erstmeldung von Donnerstag, 2. Juli, 8.17 Uhr: Die Saarbahn steht vor einem erneuten Streik, wie aus einer Pressemitteilung der Lokführer-Gewerkschaft GDL hervorgeht. Die GDL begründet den Streikaufruf mit einer Verschärfung des Tarifkonflikts auf gleich mehreren Ebenen. Zum einen wirft die Gewerkschaft der Saarbahn GmbH vor, weiterhin „Falschdarstellungen“ über die Tarifforderungen zu verbreiten und ernsthafte Verhandlungen zu verweigern.
Wann kommt es zum Saarbahnstreik?
Zum anderen hat die Saarbahn GmbH gemeinsam mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband KAV Saar in einem Schreiben die Anwendung des sogenannten Tarifeinheitsgesetzes gegen die GDL ins Spiel gebracht – ein Schritt, den die Gewerkschaft als direkten Angriff auf das Grundgesetz wertet. Gestreikt werden soll von Donnerstag, 2. Juli 2026, 13.00 Uhr, bis Montag, 6. Juli 2026, 3.20 Uhr.
„Mit diesem Schritt verlässt die Saarbahn endgültig den Boden einer normalen Tarifauseinandersetzung“, sagt Mario Reiß, Bundesvorsitzender der GDL. Er wirft dem Unternehmen vor, das Tarifeinheitsgesetz „als Waffe“ einzusetzen, um das gewerkschaftliche Organisationsrecht der Lokführer zu untergraben.
Das Tarifeinheitsgesetz regelt, dass in einem Betrieb grundsätzlich nur der Tarifvertrag der mitgliederstärksten Gewerkschaft gilt. Für kleinere Berufsgewerkschaften wie die GDL – die ausschließlich Lokführer und Zugpersonal vertritt – kann das bedeuten, dass ihr Tarifvertrag von dem einer größeren Gewerkschaft verdrängt wird.
Die GDL sieht darin einen Eingriff in die durch Artikel 9 Absatz 3 Grundgesetz geschützte Koalitionsfreiheit. Dass ein Unternehmen der öffentlichen Hand zu diesem Mittel greift, sei – mit Blick auf das Saarländische Tariftreue- und Fairer-Lohn-Gesetz (STFLG) – besonders befremdlich, so die Gewerkschaft.
Konflikt dauert bereits Monate an
Der Tarifstreit zwischen GDL und Saarbahn schwelt seit Monaten. Erst vergangene Woche hatte die GDL zum Streik aufgerufen: Von Freitag, 26. Juni, 17 Uhr, bis Montag, 29. Juni, 17 Uhr, standen die Bahnen still. Auslöser war damals, dass der KAV Saar die für Berlin geplanten Tarifverhandlungen kurzfristig einseitig abgesagt hatte.
Beide Seiten werfen sich gegenseitig Blockadehaltung vor. Während die GDL betont, der bestehende Tarifvertrag aus dem Jahr 2009 müsse fortgeschrieben und das Einkommensniveau angesichts der gestiegenen Inflation verbessert werden, bestreitet die Arbeitgeberseite diese Darstellung. Eine Annäherung ist bislang nicht in Sicht.
Die neue Streikwelle trifft Pendler und Fahrgäste in Saarbrücken ausgerechnet zu Beginn der Sommerferien und unmittelbar vor dem Altstadtfest in Saarbrücken hart. Fahrgäste sollten sich direkt auf der Website der Saarbahn über aktuelle Informationen oder Notfallpläne informieren und rechtzeitig Alternativen planen.
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