Tempolimit auf der A7? Nach zahlreichen Unfällen schaltet sich die Politik ein

Stand: 10.08.2026, 18:19 Uhr

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Die Autobahn 7 nahe der Anschlussstelle Northeim-Nord, Blick vom Sultmer in Richtung Northeimer Seenplatte

Die Autobahn 7: Was die Ursache für die häufigen Unfälle ist, möchten Simon Hartmann und Frauke Heiligenstadt klären lassen. Das Bild zeigt die Autobahn nahe der Anschlussstelle Northeim-Nord. © Foto: Roland Schrader

Seit dem Ausbau auf sechs Spuren verunglücken auf der A7 bei Northeim immer häufiger Autofahrer. Allein am 14. Juni rückten die Feuerwehren mehrmals aus.

Nörten/Northeim/Echte – Es war ein wettermäßig durchwachsener Tag mit Sonne und Wolken, Regen und Wind: Als Echte am 14. Juni seine 1200-Jahr-Feier mit einem Familientag begann, mussten die Feuerwehren aus der Region gleich mehrfach auf die A7 ausrücken. Mehrmals waren Autofahrer verunglückt, immer wieder waren Feuerwehr, Rettungsdienst und Autobahnpolizei gemeinsam gefordert. SPD-Landratskandidat Simon Hartmann will nach diversen Gesprächen sowohl mit Rettungskräften als auch Anwohnern an den Umleitungsstrecken ein „Weiter so“ nicht akzeptieren – und deshalb mit allen beteiligten Stellen und Organisationen diskutieren.

„Es vergeht kaum eine Woche, in der es nicht zu Unfällen auf der A7 kommt“, sagt Simon Hartmann im Gespräch mit der HNA. Das subjektive Empfinden, dass seit dem Ausbau der Autobahn auf sechs Spuren der Verkehr und damit auch die Zahl der Unfälle zugenommen haben, werde immer wieder in Gesprächen mit Rettungskräften geäußert. „Diese Zahlen müssen wir uns anschauen und auch über den Fahrbahnbelag sprechen“, sagt Hartmann. Die Griffigkeit der Fahrbahn, insbesondere nach Regenfällen, ist in den sozialen Medien immer wieder Thema, belastbare Aussagen gibt es dazu bislang aber keine.

Unfälle auf der Autobahn bedeuten aber auch „immer wieder den Einsatz von haupt- und ehrenamtlichen Kräften“, sagt Hartmann. „Wenn Feuerwehrleute auf der Autobahn einen Rettungswagen im Einsatz absichern und Verkehrsteilnehmer mit 180 km/h an den Kräften vorbeischießen, ist das auch eine Sicherheitsfrage.“ Doch Auswirkungen wie Vollsperrungen treffen auch die umliegenden Ortschaften, durch die sich der Umleitungsverkehr den Weg bahnt, unabhängig von offiziell ausgeschilderten Strecken. Lange Staus gab es erst in der vergangenen Woche wieder in Echte, auch aufgrund der gesperrten Ortsdurchfahrt.

Das Thema A7 beschäftigt auch Bundestagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt (SPD). „Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die Verkehrssicherheit auf den deutschen Autobahnen sich positiv entwickeln würde, wenn wir ein allgemeines Tempolimit von 130 auf der Autobahn, wie in vielen anderen europäischen Ländern auch, festlegen würden. Leider war es nicht möglich, die Forderung im Rahmen des Koalitionsvertrags mit der Union zu vereinbaren“, moniert die Bundestagsabgeordnete. „Ich persönlich bin aber nach wie vor für ein grundsätzliches Tempolimit auf den Autobahnen, weil dann viele Verkehrsunfälle und auch Verkehrstote verhindert werden könnten. Hinzukommt, dass damit auch deutlich weniger CO₂-Ausstoß erzeugt werden würde.“

Anfragen an Behörden gestellt

Bundestagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt hat Anfragen bezüglich der Verkehrssituation sowohl an die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sowie an die Autobahn-GmbH des Bundes, ebenfalls in Bad Gandersheim, geschickt. Hintergrund sind mögliche konkrete Überlegungen auf ein örtlich begrenztes Tempolimit. Und über eben jenes Tempolimit müsse man sprechen, sagt auch Simon Hartmann.