Tesla-Zahlen schwach – doch Musk vertraut ganz auf sein „größtes Produkt“

Tesla meldet Gewinneinbruch um 43 Prozent – doch Musk setzt weiter auf autonome Robotaxis

Stand: 22.10.2026, 19:23 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Tesla verdient im dritten Quartal 43 Prozent weniger, der Umsatz stagniert. Musk setzt auf Roboter und Robotaxis, das Geld kommt aber noch von E-Autos.

Austin, Texas – Tesla hat das dritte Quartal mit einem Gewinneinbruch abgeschlossen. Der Überschuss sank im Jahresvergleich um 43 Prozent auf 787 Millionen US-Dollar. Der Umsatz stagnierte bei rund 28,05 Milliarden Dollar (etwa 25 Milliarden Euro), wie das Unternehmen in seinem aktuellen Geschäftsbericht für das 3. Quartal 2026 mitteilte.

Links: Gerendertes Bild eines Tesla Robotaxi-Prototyps. Rechts: Elon Musk steht auf der Baustelle der Tesla Gigafactory.

Hat noch gut Lachen: Tesla-Chef Elon Musk muss zwar einen größeren Gewinneinbruch verzeichnen. Doch will der Unternehmer weiter auf seine autonomen Robotaxis setzen und sieht in diesen die Zukunft. © Tesla/AAP/dpa | Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Derweil will Konzernchef Elon Musk Tesla künftig und unverändert auf selbstfahrende Robotaxis und humanoide Roboter ausrichten. Das Geld verdient der Konzern aber weiterhin hauptsächlich mit dem Verkauf von Elektroautos. Der Status quo und ein Ausblick.

Sonderkonjunktur im Vorjahr: Wie Trump Einfluss auf die Tesla-Zahlen nahm

Der Rückgang beim Autoverkauf kam nicht überraschend. Das dritte Quartal 2025 war von einer Sonderkonjunktur geprägt. US-Präsident Donald Trump ließ Ende September 2025 die Steuervergünstigung von 7.500 Dollar für Elektroautos auslaufen. In diesem Vierteljahr stiegen die Tesla-Auslieferungen um 7,4 Prozent, weil viele Interessenten die Prämie noch mitnehmen wollten. Danach folgte – wie bei anderen Herstellern – ein Rückschlag.

In diesem Jahr konnte Tesla die Auslieferungen zeitweise ausbauen. Im dritten Quartal lagen sie aber im Jahresvergleich um zwei Prozent niedriger. Beim Umsatz übertraf Tesla die Erwartungen der Analysten.

Fusion mit SpaceX bleibt Tabu

Musk hatte am Tag vor der Zahlenvorlage Überlegungen über einen Zusammenschluss mit seiner Weltraumfirma SpaceX bestätigt. In der Telefonkonferenz zu den Zahlen war das Thema dann tabu. Die Aktie legte im nachbörslichen US-Handel zunächst um 1,6 Prozent zu. Am Donnerstag verlor sie vorbörslich fast fünf Prozent auf 368 Dollar. Das Plus vom Vortag, das die Fusionsgespräche ausgelöst hatten, war damit wieder verflogen.

JPMorgan-Analyst Rajat Gupta schrieb, die Resultate seien insgesamt erfreulich ausgefallen, etwa bei der Bruttomarge im Autogeschäft. Kurzfristig bleibe es aber bei steigenden Betriebskosten und höheren Investitionen. Langfristig orientierte Anleger könnten weiter davon profitieren, dass Kunden autonome Fahrfunktionen zunehmend annehmen.

Tesla plant, Optimus-Produktion hochzufahren

Tesla fertigt bereits die ersten Roboter mit dem Namen Optimus. Laut Musk hat die Produktionslinie im kalifornischen Stammwerk Fremont die Kapazität für eine Million Roboter pro Jahr. Bis Tesla auf 20.000 Roboter pro Woche komme, werde es jedoch „wahrscheinlich mindestens ein Jahr und vielleicht etwas länger dauern“, sagte er. „Teile des Designs“ würden noch verändert.

Musk behauptete erneut, Optimus werde „das größte Produkt auf der Welt“ sein. Er sprach zudem von einer „Optimus-Akademie“, in der die Maschinen lernen sollen, Aufgaben auszuführen. Erste Roboter könnten „in etwa einem Jahr“ an Kunden geliefert werden, sagte Musk. Sie sollen zunächst voraussichtlich in der Industrie für gefährliche oder repetitive Aufgaben eingesetzt werden. Mit der Zeit will Musk sie auch an Haushalte verkaufen. In beiden Zukunftsfeldern trifft Tesla auf viel Konkurrenz.

Musk setzt auf Robotaxis – doch schon jetzt gibt es Ärger um das Cybercab

Tesla fährt auch die Produktion des Robotaxis Cybercab hoch, das weder Pedale noch Lenkrad hat. Die Wagen befördern Passagiere bisher nur im texanischen Austin. Weitere Städte sollen laut Tesla folgen. Zugleich gibt es Ärger mit der US-Verkehrsbehörde NHTSA. In den USA ist etwa ein Bremspedal grundsätzlich Pflicht. Fahrzeuge ohne Lenkrad und Pedale dürfen Hersteller nur mit einer Ausnahmegenehmigung auf die Straße bringen, und dann maximal 2.500 pro Jahr. Tesla beantragte jedoch keine Genehmigung.

Die beim autonomen Fahren führende Google-Schwesterfirma Waymo setzt umgebaute herkömmliche Autos ein, bei denen der Platz am Lenkrad leer bleibt. Tesla greift teils auch auf die Modelle 3 und Y zurück, in die Software zum autonomen Fahren geladen wird. Voraussichtlich im zweiten Quartal 2027 soll Tesla ersten Autobesitzern erlauben, ihre Wagen zum Geldverdienen als Robotaxis loszuschicken. Musk hatte diese Möglichkeit schon vor Jahren angekündigt.

Musks Ansatz beim autonomen Fahren ist umstritten. Er beharrt darauf, dass Teslas nur mit Kameras fahren und auf andere Sensoren verzichten. Rivalen wie Waymo setzen zusätzlich auf teurere Laser-Radare, die die Umgebung erfassen. Viele Experten halten Kameras allein nicht für verlässlich genug. (Quellen: MarketScreener, Tesla-Geschäftsbericht, dpa) (han)