Hey, Grok
Tesla streicht Budget für externe Chatbots: Musk verordnet Grok-Zwang
Elon Musk drängt die Belegschaft zum Umstieg auf das neue Flaggschiff-Modell von SpaceXAI
Elon Musk ist im Ausnahmezustand. Der Unternehmer scheint aufgrund des jüngsten Börsengangs von SpaceX und der unvorteilhaften Kursentwicklung – ein Minus von rund 25 Prozent seit dem Allzeithoch nach dem IPO – etwas angespannt. Sogar ein CNBC-Interview zum Börsengang und zum neuen KI-Modell Grok 4.5 sagte er wenige Minuten vor Sendestart ab.
Die Lage scheint allerdings schon seit Wochen sehr angespannt. Bereits im April zwang der Unternehmer Banken, Kanzleien und Wirtschaftsprüfer, den umstrittenen Chatbot Grok zu erwerben und auf X Werbung zu schalten. Nur so hätte man überhaupt das Recht, Teil des damals noch bevorstehenden Börsengangs zu sein. Die forsche Vorgehensweise – die New York Times nannte sie damals "kühn" – macht sich bezahlt, sowohl in Form von Grok-Integrationen bei besagten Firmen als auch in Millionenbeträgen in Richtung Musk.
Interner Druck
Doch auch intern macht Musk Druck. Am Freitag soll er laut The Information an die gesamte Tesla-Belegschaft eine Mitteilung versandt haben, auf Grok, das KI-Modell des Mutterkonzerns SpaceXAI, umzusteigen. Musk erklärte den Mitarbeitern, sie sollten die Umstellung nach Möglichkeit vornehmen, da die Token-Kosten von Grok 4.5 im Vergleich zu denen der Konkurrenz niedriger seien, hieß es in der Mitteilung.
Musk bat die Ingenieure außerdem, ihm Feedback zu dem Modell direkt per E-Mail zu senden, schreibt The Information. Dieser Schritt folgt auf die Entscheidung von Tesla vor wenigen Tagen, ein wöchentliches Limit von 200 US-Dollar für externe KI-Ausgaben der Mitarbeiter festzulegen. Gemini, ChatGPT und andere bisher viel genutzte Tools müssen nun erst vom Vorgesetzten freigegeben werden. Das neue Limit gilt allerdings nicht für Grok.
Geld sparen
Der verantwortliche Umgang mit Künstlicher Intelligenz, der bisher bei vielen Firmen nur eingeschränkte Priorität hatte, wurde zumindest in Sachen Kostenreduktion zuletzt vielerorts angesprochen. Hieß es vor ein paar Monaten noch: "Nutzt Künstliche Intelligenz für jede Aufgabe!", um im Idealfall die Produktivität nach oben schnalzen zu lassen, fährt man seit wenigen Wochen einen anderen Kurs bei Meta, Tesla und Co.
Wie auch DER STANDARD vor wenigen Tagen berichtete, sind viele Firmen auf ein streng kontrolliertes Token-System umgestiegen, um die Ausgaben für KI im Zaum zu halten – zumindest jene für externe Tools.
SpaceXAI veröffentlichte Grok 4.5 am Mittwoch gemeinsam mit Cursor, dem Programmier-Startup, das kürzlich von Musk für 60 Milliarden US-Dollar eingekauft wurde. Das neue KI-Modell gilt als Flaggschiff, vor allem in den Bereichen Coding, agentische Aufgaben und Wissensarbeit. Preislich liegt man unter der Konkurrenz. Bisher allerdings nur in den USA. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben in der EU wird Grok 4.5 hierzulande wohl erst in den kommenden Wochen verfügbar sein. (Alexander Amon, 13.7.2026)
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