Teures WM-Desaster für den DFB

Stand: 13.07.2026, 14:17 Uhr

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An der Basis des Deutschen Fußball-Bundes herrscht wenig Verständnis für die Bundestrainer-Kosten. Das frühe Aus und der Trainerwechsel kosten zweistelligen Millionenbetrag.

Bernd Neuendorf, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), sitzt auf der Bühne während der: Sportbusiness-Konferenz Spobis im CCH Congress Center Hamburg. (zu dpa: „DFB-Boss zum Fall Balogun: Vorgang nicht zu den Akten legen“)

Hat die Finanzen trotz üppigem WM-Defizit im Griff: DFB-Präsident Bernd Neuendorf. © Marcus Brandt/dpa

Wenn Jörg Wagner auf den Fußballplätzen der Region unterwegs ist, spricht der Offenbacher Kreisfußballwart regelmäßig mit den Vereinsleuten. Und dann sind die Abfindungen, die für Bundestrainer Julian Nagelsmann und dessen Assistenten vom DFB gezahlt werden, ebenso ein Thema wie das kolportierte künftige Jahresgehalt von Jürgen Klopp. Jeweils in der Größenordnung von rund sieben Millionen Euro. „Man redet auf den Sportplätzen über die Beträge“, berichtet Wagner, „und man hat wenig Verständnis. Sieben Millionen sind viel zu weit weg von der Lebensrealität der Basis.“

Zumal, merkt Wagner an, ein Bundestrainer im Vergleich zu einem Chefcoach in der Bundesliga viel weniger zeitlich ausgelastet sei und bei Stadionbesuchen aufs üppige Gehalt „noch alle Übernachtungen und Essen und Trinken“ ersetzt bekomme. „Ein Bundestrainer kann viel aus dem Homeoffice managen. Der hat wenige Präsenzzeiten im DFB-Campus.“

Zuvor hatte sich der Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes, Uwe Döring, so zu Wort gemeldet: „Dieser ganze Irrsinn bei Trainergehältern und Abfindungen stößt mich nur noch ab. Hoffentlich wird die Schraube nicht überdreht, es wenden sich jetzt schon viele ab.“ Der Kieler hat als DFB-Vorstandsmitglied allerdings nicht über die Millionensummen mitzuentscheiden. Das tut der deutlich kleinere Aufsichtsrat.

Der wird vom Stuttgarter Vorstandschef Alexander Wehrle angeführt, der die gängigen Größenordnungen der Profifußballbranche kennt. Und der über die aktuellen Zahlen des DFB Bescheid weiß, die der Verband am Montagmorgen der FR übermittelt hat. Danach liegt der WM-Verlust bei 9,4 Millionen Euro und somit höher als je zuvor. Das Defizit sei bei einem derart frühen Aus „von vorneherein eingeplant“ gewesen. Was daran liegt, dass der DFB mit viel Personal angereist ist und optimale Bedingungen bieten wollte. Entsprechend teuer war der Trip. Erst beim Finaleinzug hätte es einen WM-Überschuss gegeben.

Hinzu kommen die Kosten für die oben erwähnten Abfindungen und neue Gehälter für den designierten Bundestrainer und dessen Assistenten Peter Krawietz und Pepi Lijnders. Ergo hat der DFB einen zweistelligen Millionenfehlbetrag aus der WM und deren Nachwehen zu verzeichnen. Der Schmerz wird gelindert, weil unter Präsident Bernd Neuendorf und Schatzmeister Stephan Grunwald ansonsten ein hartes Kostenmanagement eingeführt worden ist. Seitdem ist der Jahresfehlbetrag von fast 20 Millionen Euro auf zuletzt nahezu 20 Millionen Euro Gewinn gedreht worden.

Trotz des WM-Desasters bleiben die Sponsoren dem DFB treu. Im Verband heißt es, man wisse das sehr zu schätzen. Von kommendem Jahr an zahlt Nike rund 100 Millionen Euro und somit acht Jahre lang doppelt so viel wie zuletzt Adidas. Insoweit ist der Schatzmeister entspannt.

Am Dienstag treffen sich Neuendorf und Bundesligaboss Hans-Joachim Watzke mit Red Bull-Chef Oliver Mintzlaff im Großraum München. Der DFB ist optimistisch, um eine Ablöse für Klopp herumzukommen. RB besteht nicht darauf, den Bundestrainer als Markenbotschafter einzusetzen. Es reicht eine Beraterfunktion.

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