Deniz Kayadelen: Arktis-Expedition mit Baby im Gepäck

Publiziert19. Juli 2026, 21:17

Deniz KayadelenThurgauer Extremschwimmerin nimmt Baby mit auf Arktis-Expedition

Die Thurgauer Extremschwimmerin Deniz Kayadelen ist in die Arktis gereist, um Weltbestzeiten im Eisschwimmen zu erzielen. Bei der Expedition war ihre zehn Monate alte Tochter dabei. Die 39-Jährige will damit zeigen, dass Mutterschaft und Abenteuer keine Gegensätze sind.

Céline Trachsel

Darum gehts

  • Mutterschaft und Extremsport schliessen sich nicht aus – das will Deniz Kayadelen (39) aus Kreuzlingen beweisen.
  • Die sechsfache Weltmeisterin nahm ihre zehn Monate alte Tochter Aurora mit auf eine Arktis-Expedition.
  • In der Borebukta-Bucht schwamm sie 1200 Meter bei 4 Grad Celsius und erzielte die weltweit zweitschnellste Zeit einer Frau über 1000 Meter.

Deniz Kayadelen (39) ist eine eindrückliche Frau: sechsfache Weltmeisterin, Guinness-Weltrekordhalterin, Wirtschaftspsychologin und Unternehmerin. Die deutsch-türkische Extremschwimmerin lebt in Kreuzlingen im Kanton Thurgau und hat unter anderem bereits den Ärmelkanal oder die Strasse von Gibraltar durchquert.

Und obwohl sie vor zehn Monaten Mutter wurde, lässt sie sich nicht vor neuen Extrem-Abenteuern abhalten – im Gegenteil. Zur letzten Expedition in der Arktis nahm sie ihre Tochter Aurora gleich mit auf die Reise.

«Grenzen entstehen in unserem Kopf»

Deniz Kayadelen wollte zeigen: Mutterschaft und ambitionierte Ziele müssen kein Widerspruch sein. «Viele glauben, mit einem Kind müsse man seine Träume zurückstellen. Ich möchte zeigen, dass grosse Träume nicht an bestimmte Lebensphasen gebunden sind. Grenzen entstehen oft zuerst in unserem Kopf», sagt Kayadelen.

Deniz Kayadelen erzielte die weltweit zweitbeste Zeit vor dieser spektakulären Kulisse.

Deniz Kayadelen erzielte die weltweit zweitbeste Zeit vor dieser spektakulären Kulisse.Jackscorner

Bei ihrer Mission in der Arktis ging es um Bestzeiten in eiskaltem Wasser – ohne Neoprenanzug. In der Borebukta-Bucht schwamm die 39-Jährige 620 Meter in 11 Minuten bei 4,8 Grad Celsius. Einen Tag später folgte die zweite Etappe: 1200 Meter in 21 Minuten bei 4 Grad Celsius. Damit erzielte sie auf den ersten 1000 Metern die weltweit zweitschnellste Zeit einer Frau über diese Distanz.

«Jeder Meter in der Arktis musste verdient werden»

Und dies vor der eindrücklichen Kulisse aus Gletschern, Fjorden und hocharktischer Wildnis. Die Thurgauerin kämpfte gegen Kälte, Wind, Strömungen und rasch wechselnde Bedingungen – dies verlangte höchste Konzentration und körperliche Kontrolle. «Jeder Meter in der Arktis musste verdient werden», sagt Deniz Kayadelen. «Es ging nie darum, die Natur zu besiegen, sondern ihr mit Demut und Respekt zu begegnen. Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern trotz Respekt vor den Bedingungen den ersten Schritt zu gehen.»

Deniz Kayadelen macht ihren Extremsport zudem zu einem Unternehmen. Sie ist Keynote-Speakerin und hält internationale Vorträge. Mit ihrem «Out of Comfort Zone»-Programm verbindet sie Erkenntnisse aus Extremsport, Psychologie und Leadership.

Was hältst du von der Aussage, dass Mutterschaft und ambitionierte Ziele vereinbar sind?

Absolut, man muss seine Träume nicht aufgeben.

Es kommt auf die Ziele an, manche sind mit Kindern schwierig zu vereinbaren.

Ich finde, Kinder sollten immer an erster Stelle stehen.

Jede Familie muss das für sich selbst entscheiden.

Es ist inspirierend, wenn Mütter ihre Ziele verfolgen.

Das Thema interessiert mich nicht.

Céline Trachsel

Céline Trachsel (ct), arbeitet seit 2023 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin im Ressort Zürich.

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