2027, acht Jahre nach dem ersten Startschuss, könnte es so weit sein. Wenn dieses Mal alles glatt läuft, soll der Spatenstich für die Bebauung des sogenannten „Pucher-Areals“ im kommenden Jahr stattfinden, sagt die Mattersburger Bürgermeisterin Claudia Schlager (SPÖ) am Montag zum KURIER.
Im Vergleich zu früheren Plänen ist das Projekt abgespeckt und vorsichtiger projektiert – die zwischenzeitlich abgelaufene Baubewilligung für die Grundstückseigentümer, die Eisenbahnerwohnbaugenossenschaft BWSG mit Sitz in Wien-Favoriten, soll es erst nach einer klaglosen Bauverhandlung geben.
Rückblick: 2019 präsentierten Commerzialbank-Vorstandschef Martin Pucher und Schlagers Vorgängerin Ingrid Salamon die Pläne für das 12.000 m2 große Grundstück der Bank zwischen Michael-Koch-Straße und Hirtengasse. 30 Millionen Euro sollten in eine neue Bankzentrale, Wohnungen und ein neues Rathaus fließen. Ein Jahr später war die Bank pleite und die Pläne waren Makulatur. Ein Unternehmer aus NÖ ersteigerte das Areal aus der Masse und soll beim Weiterverkauf an die BWSG rund zehn Millionen Gewinn gemacht haben.
Das wiederum rief 2024 Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) auf den Plan, das Land schickte eine Sachverhaltsdarstellung an die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA). Die WKStA hat das Verfahren an die Staatsanwaltschaft Wien abgetreten. Dort heißt es auf KURIER-Anfrage: „Das Ermittlungsverfahren wurde im Oktober 2025 eingestellt, da kein strafbares Verhalten erweislich war“.
Damit ist das Vorhaben eine Hypothek los.
Rathaus auf Warteliste
Wie geht es nun weiter? Der Teilbebauungsplan wurde laut Stadtchefin Schlager bereits beschlossen, die von der BWSG vor eineinhalb Wochen eingereichten Pläne werden nun im Rathaus geprüft. Brandschutz- und wasserrechtliche Gutachten müssen noch eingeholt werden.
Im Herbst soll die Bauverhandlung stattfinden, bei der Anrainer, die von den Fronten des Baues weniger als 15 Meter entfernt wohnen, Parteienstellung haben. Bleiben zeitverzögernde Einwände aus, wird im kommenden Jahr mit dem Bau begonnen.
Neben einer Tiefgarage sind Wohnungen und ein Sicherheitskomplex geplant. In Letzteren ziehen das Bezirkspolizeikommando, die PI Mattersburg und die Schnelle Interventionsgruppe (SIG) ein. Die SIG ist derzeit provisorisch im früheren Klubhaus des mit der Bank untergegangenen SV Mattersburg untergebracht. Ein neues Rathaus soll zu einem späteren Zeitpunkt auf dem Pucher-Areal entstehen, sagt die Bürgermeisterin. Ganz vom Tisch ist mangels Interessenten ein Hotelbau.
Nachgegeben wurde auch bei der Gebäudehöhe. Statt der früher ins Auge gefassten sieben Stockwerke sollen es bei der Michael-Koch-Straße fünf plus ein Staffelgeschoss sein, bei der etwas höhergelegenen Hirtengasse drei plus ein Staffelgeschoss.
kurier.at, thor | 28.07.2026, 6:30