„Kam plötzlich aus einer Höhle“: Wanderin (26) im Trentino von Steinbock gerammt und 20 Meter abgestürzt

Stand: 13.07.2026, 20:57 Uhr

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Auf dem Austrian Trail in 2900 Metern Höhe ereignete sich ein ungewöhnlicher Alpinunfall. Eine 26-Jährige musste mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus.

Val di Sole – Die Natur im Trentino (Italien) ist atemberaubend. Die raue Hochgebirgswelt auf 3000 Metern Höhe ist spektakulär. Eine 26-Jährige musste das auf schmerzhafte Art und Weise im Val del Sole erfahren. Die junge Wanderin aus Bergamo war auf dem Austrian Trail („Sentiero degli Austriaci“) auf einer Höhe von etwa 2900 Metern unterwegs, als plötzlich ein Steinbock aus einer Felshöhle herausschoss. Ihr Begleiter setzt sofort einen Notruf ab.

Italienische Bergrettung, Steinbock in den Alpen

Steinbock-Drama im Trentino (Italien): 26-jährige Wanderin verletzt und 20 Meter abgestürzt (Montage). © Imago/dpa/Italienische Bergrettung

Der Steinbock war unterhalb des Albiolo-Gipfels aus einer Höhle auf den Bergpfad gesprungen. „Plötzlich tauchte das Huftier aus einer Höhle im letzten Abschnitt des Weges unterhalb des Torrione d‘Albiolo auf und traf die Frau“, wie der Trentiner Bergrettungsdienst berichtet. Durch den heftigen Zusammenstoß verletzte sich die 26-Jährige am Bauch und am Knöchel. Durch den Aufprall verlor die Wanderin zudem das Gleichgewicht und stürzte 20 Meter einen steilen Hang hinab. Der Begleiter (21) blieb unverletzt und alarmierte gegen 13 Uhr die Rettungskräfte.

Steinbock rammt Wanderin in fast 3000 Metern Höhe – 26-Jährige verletzt und 20 Meter abgestürzt

Ein Team von Bergrettern rückte nach dem ungewöhnlichen Vorfall am Sonntag (12. Juli) sofort aus. Die verletzte Frau musste mit dem Rettungshubschrauber in das Krankenhaus von Cles gebracht werden. Der 21-jährige Wandergefährte wurde anschließend von den Einsatzkräften sicher zurück zu seinem Auto am Passo del Tonale begleitet. Der Einsatz war um 14:30 Uhr beendet.

Steinböcke (auch „Könige der Alpen“ genannt) gelten eigentlich als harmlos – doch die Huftiere sind kräftig und unberechenbar. Das Trentino ist bekannt für seinen stabilen Steinbock-Bestand, der in den vergangenen Jahrzehnten durch Schutzprogramme stark gewachsen ist. Die Tiere sind laut dem Parco Stelvio Trentino in den Felswänden zwischen 1800 und 3000 Meter zu Hause.

Der Austrian Trail (SAT-Wegweiser Nr. 161) ist ein historischer Pfad aus dem Ersten Weltkrieg, der die militärischen Stellungen im Gebiet des Tonalepasses mit dem Torrione d’Albiòlo verbindet. Sein höchster Abschnitt ist als Route für erfahrene Wanderer (Kategorie EE) eingestuft: eine lange und anspruchsvolle Strecke, die durch exponierte Felsgrate geprägt ist. Eine Begegnung mit einem Bären spielten die Behörden im Trentino herunter. (Quelle: Soccorso Alpino e Speleologico Trentino, Parco Stelvio Trentino) (ml)