Tödliche Schüsse in Aarau «Drei Hypothesen»: Behörden fahnden landesweit nach Täterschaft
Bei einer Party ist nach Schüssen eine Frau tot. Weitere wurden verletzt. Die Polizei sucht noch immer nach Tätern.
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Das ist passiert: Bei einer Rave-Party auf der Pferderennbahn in Aarau ist eine junge Frau durch Schüsse getötet worden. Weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Eine unbekannte Anzahl Täter hatte am frühen Sonntagmorgen mehrere Schüsse abgegeben. Das Motiv für das Geschehen ist noch unklar. Nach dem oder den Tätern wird noch immer landesweit intensiv gefahndet.
Die Opfer: Eine 22-jährige Frau, eine in der Schweiz wohnhafte Italienerin, ist noch vor Ort ihren Verletzungen erlegen. Vier Männer und eine junge Frau im Alter von 24 bis 27 Jahren – alle mit Wohnsitz in der Schweiz – befinden sich im Spital. Bei zwei der Verletzten handelt es sich ebenfalls um italienische Staatsbürger. Laut dem Stand der Polizei schwebt niemand in Lebensgefahr. Die Polizei geht weiter von Zufallsopfern aus. Für Angehörige und Augenzeugen hat die Kantonspolizei eine Info-Linie eingerichtet: 062 835 62 62.
Italien will Task Force senden
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Aussenminister Ignazio Cassis sprach seinem italienischen Amtskollegen Antonio Tajani telefonisch sein Beileid aus und sicherte Italien Unterstützung bei den Ermittlungen zu. Tajani dankte für die Solidaritätsbekundung. Der italienische Krisenstab betreue bereits die Familie des Opfers, liess das italienische Aussenministerium mitteilen. Zudem sollen Vertreter der italienischen Botschaft in Bern und ein Verbindungsbeamter der Staatspolizei direkt an den Tatort reisen, um die Ermittlungen der Schweizer Behörden zu begleiten.
Am späteren Nachmittag sprach ebenfalls Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni den Angehörigen der getöteten 22-Jährigen ihr Beileid aus. Ihre Gedanken seien zudem bei den Verletzten sowie allen Menschen, die in das Geschehen verwickelt gewesen seien, sagte die Politikerin nach Angaben ihres Büros. Sie verfolge die Entwicklungen über eine Task Force des italienischen Aussenministeriums.
Die oder der Täter: Die Kantonspolizei Aargau fahndet Stand Sonntagabend noch immer mit einer landesweiten Grossfahndung nach dem oder den Schützen. Es gibt zurzeit keine Hinweise zur Täterschaft und zur Frage, ob es sich um eine oder mehrere Personen handelt. Die Polizei geht aber davon aus, dass sie sich nicht mehr in Aarau aufhält. Ebenfalls schliesst sie aus, dass die Täterschaft wieder zu einer Gefahr werden könnte.
Grosseinsatz in Aarau nach Schüssen in eine Menschenmenge
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Bild 1 von 9. Die Täterschaft sei nach der Tat geflohen, sagte Kantonspolizei-Kommandant Leupold vor den Medien.
Bildquelle: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER.
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Bild 2 von 9. Das Gebiet rund um den Aarauer Schachen war am Sonntagnachmittag grossflächig abgesperrt.
Bildquelle: srf.
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Bild 3 von 9. Die Polizei ist mit einem Grossaufgebot vor Ort.
Bildquelle: srf.
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Bild 4 von 9. Schwerbewaffnete Einsatzkräfte.
Bildquelle: Keystone/Michael Buholzer.
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Bild 5 von 9. Autos werden in der Nähe der Pferderennbahn kontrolliert.
Bildquelle: Keystone/EPA/MICHAEL BUHOLZER.
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Bild 6 von 9. Seit etwa 3 Uhr nachts läuft der Grosseinsatz der Polizei.
Bildquelle: SRF.
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Bild 7 von 9. Auch ein Super-Puma-Helikopter der Armee war im Einsatz.
Bildquelle: SRF.
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Bild 8 von 9. Bewaffnete Polizisten und Einsatzwagen bei der Pferderennbahn im Schachen bei Aarau.
Bildquelle: Keystone/EPA/MICHAEL BUHOLZER.
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Bild 9 von 9. Auch in der Aarauer Innenstadt patrouillierte die Kantonspolizei.
Bildquelle: Keystone/EPA/MICHAEL BUHOLZER.
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Das Motiv: Mögliche Hintergründe sowie die genauen Umstände der Tat sind unklar. Die Polizei folgt drei Hypothesen: Terroranschlag, Amoklauf oder eine unbekannte kriminelle Aktivität «wie beispielsweise eine Abrechnung im Milieu», wie Kantonspolizei-Kommandant Michael Leupold am Sonntagabend sagte.
Die Behörden zeigten an einer Medienkonferenz am Sonntagabend eine schematische Darstellung des Tatorts.
SRF
Die Projektile: Geschossen worden sei an zwei verschiedenen Orten auf dem Schachen, so Leupold. Die Polizei geht von «einer grösseren Anzahl von Schüssen» aus. Laut aktuellen Informationen der Behörden wurden Patronenhülsen von zwei verschiedenen Kalibern gefunden. Einerseits Pistolenmunition sowie Hülsen einer Langwaffe, etwa eines Sturmgewehrs.
Die Party: Zum Zeitpunkt des Vorfalls fand im Aarauer Schachen die «Aarau Rave VOL. 7» statt. Die Veranstaltenden erwarteten rund 2500 Personen, wie es auf deren Website hiess. Die Veranstaltung, die von Samstagnachmittag bis 2 Uhr am Sonntag geplant war, sei zum Zeitpunkt des Vorfalls bereits beendet gewesen und es hätten sich wohl nur noch etwa hundert Menschen auf dem Gelände befunden. Nach den Schüssen wurden über hundert Raverinnen und Raver von der Polizei in einer Turnhalle befragt.
«Dachten zuerst an Feuerwerk»
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Die Schüsse im Aarauer Schachen seien gefallen, als der «Aarau Rave» gerade zu Ende gegangen sei: Das berichtete ein Mann, der angab, vor Ort gewesen zu sein, dem Aargauer Regionalfernsehsender M1.
Die Musik habe um 2:30 Uhr geendet. Die meisten Personen seien um diese Zeit langsam in Richtung Ausgang gegangen. Während wenigen Minuten habe es dann geknallt. «Zuerst hörte es sich nach Feuerwerk oder Böller an. Erst nachdem ein paar Leute sagten: ‹Duckt euch, es wird geschossen!›, realisierten ein paar Leute, was passierte, und versteckten sich hinter dem Kühlschrank der Bar.»
Eine Frau habe dort am Boden gelegen, erzählte der Zeuge weiter. Sie sei von einem Schuss getroffen worden und noch vor Ort verstorben.
Der Grosseinsatz: Nach der Alarmierung hat die Polizei laut einem Sprecher sofort alle verfügbaren Einheiten aufgeboten. Seit über vierzehn Stunden seien praktisch alle verfügbaren Aargauer Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. Andere Kantone hätten auch Kräfte zur Verfügung gestellt. Ebenfalls aufgeboten wurde das Kantonale Katastrophen-Einsatzelement (KKE) des Kantons Aargau sowie die Sonderheit Argus. Zudem war ein Super-Puma-Helikopter der Armee im Einsatz. Die deutsche Polizei beteiligt sich ebenfalls an der Fahndung. Es handle sich um ein Routineverfahren im Rahmen der polizeilichen Zusammenarbeit, sagte ein Sprecher der Polizei in Freiburg (D) zur Nachrichtenagentur DPA.
SRF 4 News, 30.08.2026, 06:00 Uhr ; srf/agenturen/busr;blac;harm;stol