Travel-Hack: „2 für 1“-Deals, Bordguthaben, Auktionen – so sparen Sie beim Kreuzfahrt buchen richtig

Travel-Hack „2 für 1“-Deals, Bordguthaben, Auktionen – so sparen Sie beim Kreuzfahrt buchen richtig

Service · Kreuzfahrtauktionen, Bordguthaben und Garantiekabinen können den Reisepreis deutlich drücken. Doch bei Auktionen kommt es auf das richtige Gebot an – und nicht jedes vermeintliche Schnäppchen passt zu jedem Urlauber.

17.09.2026 , 20:03 Uhr

 Wer eine Kreuzfahrt buchen möchte, sollte die Augen offen halten. Im Buchungsverlauf gibt es viele Sparpotenziale. (Symbolbild)

Wer eine Kreuzfahrt buchen möchte, sollte die Augen offen halten. Im Buchungsverlauf gibt es viele Sparpotenziale. (Symbolbild)

Foto: Christin Klose/dpa-tmn/Christin Klose

Viele erprobte Kreuzfahrt-Passagiere kennen das „Problem“: der Preis auf der Buchungsseite ist bei einer Kreuzfahrt selten die ganze Wahrheit, selbst bei All-Inclusive-Angeboten. Ausflüge, WLAN, Trinkgelder und die Anreise können die Rechnung deutlich erhöhen. Wer jedoch den richtigen Buchungszeitpunkt abpasst und bei Kabine und Reisetermin flexibel bleibt, kann sparen. Fünf Tipps, die viele Reisende noch nicht kennen.

1. Den Buchungszeitraum für Kreuzfahrten im Blick behalten

Es ist nicht der unbekannteste „Hack“, wenn es darum geht, bei Kreuzfahrten zu sparen, aber er wird dennoch häufig sträflich ignoriert. Der Buchungszeitraum kann (neben dem Reisezeitraum) über mehrere Hundert Euro Unterschied machen. In verkaufsärmeren Phasen versuchen Reedereien, freie Kabinen zu füllen. Dann gibt es häufig zeitlich begrenzte Aktionen mit Bordguthaben, Upgrades oder vergünstigten Zusatzleistungen. Auch Reisevermittler bieten solche Deals an, das „Phänomen“ ist also weit verbreitet.

Aktuell gibt es zum Beispiel bei Aida für ausgewählte Neubuchungen zwischen dem 1. und 30. September 2026 gibt es je nach Reisedauer bis zu 300 Euro Bordguthaben pro Kabine. Die Reisen müssen zwischen November 2026 und Juni 2027 stattfinden. Das Guthaben beträgt bis zu 100 Euro bei Reisen bis acht Tagen, bis zu 150 Euro bei neun bis 13 Tagen, bis zu 200 Euro bei 14 bis 21 Tagen und bis zu 300 Euro ab 22 Tagen. Ein Teil der Folgekosten kann somit aufgefangen werden.

Deals gibt es immer wieder direkt bei den Reedereien oder dritten Parteien. Für preissensible Kreuzfahrer bleibt aber auch bei Deals der Preisvergleich immer wieder das A und O, um Geld zu sparen. Der Vorteil, wenn man eine Kreuzfahrt über Vermittler bucht: man hat einen konkreten Ansprechpartner im Falle von Problemen und muss nicht mit der Reederei direkt kommunizieren. In vielen Fällen haben die Vermittler einen direkten Draht zur Reederei und können Probleme früher beheben.

Doch viel entscheidender: Vermittler können auch Deals anbieten, die sonst nicht auf dem Markt verfügbar sind. Zum Beispiel gibt es Angebote im Netz, bei denen auf ausgewählte Reisen ein „Zwei für Eins“-Modell zum Tragen kommt, bei der zwei Personen reisen und nur eine bezahlt. Solche Angebote sind direkt bei den Reedereien in den seltensten Fällen zu finden.

2. Auf konkrete Kreuzfahrtauktionen setzen

Weniger bekannt als die Standard-Schnäppchenjagd, aber mindestens genauso effizient: Kreuzfahrt-Auktionen. Hierbei bieten Interessierte auf konkrete Kreuzfahrtangebote auf dem Meer oder Flüssen. Dieses Sparpotenzial bietet sich vor allem an, wenn man zeitlich flexibel ist. Route und Reisetermin stehen fest. Je nach Angebot ist die Kabine bereits genau definiert oder wird später zugeteilt, etwa als Glückskabine. Flüge können enthalten sein oder optional direkt mit angefragt werden. Die konkrete Ausgestaltung hängt immer von der jeweiligen Auktion ab.

Teilnehmer geben einmal ihr persönliches Gebot ab. Nach dem Auktionsende entscheidet die jeweilige Reederei beziehungsweise der Partner, welche Gebote angenommen werden. Der Referenzpreis wird bei einer seriösen Auktion transparent ausgewiesen und orientiert sich am regulären Katalog- oder Onlinepreis der Reederei beziehungsweise des Partners.

Kreuzfahrt-Expertin Lisa Schu von mehrkreuzfahrt.de gibt Gebote im Bereich von etwa 60 bis 75 Prozent des Referenzpreises als grobe Orientierung an. Rechnerisch entspricht das einem möglichen Preisvorteil von 25 bis 40 Prozent gegenüber dem ausgewiesenen Referenzpreis. Eine Garantie gibt es nicht: Entscheidend sind immer die jeweilige Reise, das verfügbare Kontingent und die eingegangenen Gebote.

Für Einsteiger gilt: Vorher festlegen, was die Reise persönlich wert ist, und diese Grenze nicht überschreiten. Anders als bei klassischen Auktionen muss das Gebot nicht bis zur letzten Sekunde ständig angepasst werden. Bei gleich hohen Geboten kann laut Expertin jedoch der frühere Eingang eine Rolle spielen.

Wichtig sind auch die Bedingungen. Bei jedem Angebot sollte vor der Gebotsabgabe klar sein, welche Leistungen enthalten sind und welche Extras optional hinzukommen. Auf den erfolgreichen Auktionspreis für die ausgeschriebene Kreuzfahrt beziehungsweise Kabine sollen laut Schu keine versteckten Gebühren mehr aufgeschlagen werden. Landausflüge, Getränkepakete und weitere Services können jedoch zusätzlich buchbar sein oder – je nach Reise – bereits zum Angebot gehören.

3. Eine Garantiekabine wählen

Wer bei der Lage der Kabine flexibel ist, kann eine sogenannte Garantie- oder Glückskabine buchen. Dabei wird nur die Kategorie festgelegt – etwa Innen-, Außen- oder Balkonkabine. Die genaue Kabinennummer weist die Reederei später zu.

Dieser Tarif ist häufig günstiger als die freie Auswahl einer bestimmten Kabine. Mit etwas Glück gibt es sogar ein Upgrade. Der Nachteil: Die Kabine kann in einer weniger beliebten Lage liegen, etwa nahe Aufzügen, dem Theater oder unter stark frequentierten Bereichen. Wer empfindlich auf Geräusche reagiert oder mit mehreren Personen unbedingt zusammenliegende Kabinen benötigt, sollte die Bedingungen genau prüfen.

4. Repositionierungsfahrten prüfen

Wenn ein Schiff am Ende einer Saison in ein anderes Fahrtgebiet wechselt, werden sogenannte Repositionierungs- oder Überführungsfahrten angeboten. Solche Reisen können preislich attraktiv sein und etwa über den Atlantik oder zwischen europäischen und außereuropäischen Häfen führen.

Der Haken: Diese Kreuzfahrten haben oft mehr Seetage und weniger Hafenstopps. Außerdem müssen Flüge, Transfers und möglicherweise eine zusätzliche Übernachtung einkalkuliert werden. Der vermeintliche Schnäppchenpreis sollte deshalb immer mit den Gesamtkosten verglichen werden.

5. Den Endpreis statt nur den Kabinenpreis vergleichen

Einer der beliebtesten Fehler ist es, sich nur auf den Kabinenpreis zu verlassen, denn ein niedriger Einstiegspreis kann täuschen. Je nach Reederei kommen Trinkgelder, Servicegebühren, Getränkepakete, WLAN, Landausflüge und Spezialitätenrestaurants hinzu. Auch die An- und Abreise kann einen großen Unterschied machen.

Für den Vergleich sollten Reisende mindestens diese Punkte gegenüberstellen:

  • Reisepreis inklusive Steuern und Gebühren
  • Trinkgelder und Servicepauschalen
  • Getränke und Internet
  • An- und Abreise
  • gewünschte Ausflüge
  • Storno- und Umbuchungsbedingungen
  • Wert und Einlösebedingungen eines möglichen Bordguthabens

Für viele Kreuzfahrende, die Antworten zu den jeweiligen Gepflogenheiten an Bord suchen, bieten sich dedizierte Gruppen auf Facebook oder Reddit an. Hier tauschen sich Reisende mit Insiderwissen aus, wie viel Trinkgeld beispielsweise wo üblich ist und wo mögliche, versteckte Kostenfallen lauern.

Fazit: Wer bei Kreuzfahrten sparen will, sollte sehr genau schauen

Wer bei einer Kreuzfahrt sparen möchte, muss nicht zwingend auf Komfort verzichten. Entscheidend sind Flexibilität, der richtige Buchungszeitraum und ein genauer Blick auf die Bedingungen. Besonders bei Auktionen und Bordguthaben gilt: Nicht der größte Rabatt ist automatisch das beste Angebot – sondern der niedrigste Preis für die tatsächlich gewünschten Leistungen.

(sot)