So richtig durchgebeutelt nach einer Achterbahnfahrt lag Linda Noskova nach 2:28-Stunden auf dem ehrwürdigen Rasen von Wimbledon. Dabei hätte sie gar nicht solange arbeiten müssen, um in ihrem ersten Grand-Slam-Finale gleich den Titel zu holen.
Die 21-Jährige schlug in einem dramatischen Endspiel ihre tschechische Landsfrau Karolina Muchova 6:2, 5:7 und 6:3. Dramatisch deshalb, weil das erste rein-tschechische Wimbledon-Finale praktisch schon so gut wie entschieden war: Noskova führte 6:2, 5:2 – vergab dann fünf Matchbälle und ihre routiniertere Landsfrau holte sich den zweiten Satz. Im dritten schrieb Noskova nicht nur wieder an, sondern zog davon und behielt im nächsten Anlauf die Nerven. Die 21-Jährige brillierte vor allem durch ihr typisch tschechisches Spiel mit harten, geradlinigen Grundschlägen und starken Aufschlägen. Zeigte bei manchen Schlägen auch viel Gefühl, das auf Rasen sehr dienlich sein kann.

Noskova mit Catherine, Princess of Wales
Der Sieg war dennoch etwas überraschend: Die 29-jährige Muchova war 2023 schon im French-Open-Endspiel gestanden und erreichte bei allen vier Slams zumindest schon das Viertelfinale, Noskova hatte zuvor nur ein Viertelfinale (Australian Open 2024) erreicht. Es war übrigens das erste Finale in Wimbledon zweier Landsfrauen seit 2009, damals besiegte Serena Williams ihre Schwester Venus. Nun ist sie die jüngste Wimbledon-Siegerin seit 2011 – damals siegte mit Petra Kvitova, die wenige Monate jünger war, ebenfalls eine Tschechin.
Zur Belohnung gibt es ein Rekord-Preisgeld von umgerechnet fast 4,2 Millionen Euro für Noskova. Sie wird sich im WTA-Ranking von Rang zwölf auf sieben verbessern, Verliererin Muchova ist ab Montag Sechste.
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kurier.at, hot | 11.07.2026, 19:36