Trockenheit bedroht den Garten: Vier Notfall-Tipps, die Sie jetzt zwingend beherzigen müssen
Stand: 05.08.2026, 22:03 Uhr
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Böden rissig, Pflanzen welk, Bewässerungsverbote: Der Sommer 2026 setzt Gärten massiv unter Druck. Diese vier Maßnahmen retten jetzt noch das Grün.
Kassel – Der Sommer 2026 macht deutschen Gärtnern keine Pause: Die Böden sind rissig, Flüsse führen Niedrigwasser, und vielerorts ist die Erde so ausgetrocknet, dass sie kaum noch Wasser aufnehmen kann. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte das Frühjahr 2026 bereits als „außergewöhnlich sonnig und deutlich zu trocken“ eingestuft – eine Lage, die sich seither weiter zugespitzt hat.

Laut Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) herrscht im Gesamtboden bis 1,8 Meter Tiefe inzwischen in nahezu allen Teilen Deutschlands eine Dürre, die einer statistischen Häufigkeit von 50 Jahren entspricht.
Rissige Böden, welke Pflanzen: So retten Sie Ihren Garten vor der Dürre 2026
Die Lage ist so ernst, dass viele Behörden längst von Appellen zu verbindlichen Verboten übergegangen sind. Stand Mitte Juli 2026 haben mehr als 80 Landkreise, Städte und Versorger Wasserentnahmeverbote verhängt oder Wassernotstände ausgerufen – rund zwei Dutzend mehr als noch Anfang Juli 2025.
München etwa hat per Allgemeinverfügung Rasensprenger zeitweise komplett untersagt und das Gießen auf die Stunden zwischen 19 und 9 Uhr begrenzt. In Ruhr, Lenne und Sieg gilt ein striktes Wasserentnahmeverbot bis mindestens 30. November 2026. Wer jetzt in seinem Garten richtig handelt, kann Schäden begrenzen – wer wartet, riskiert abgestorbene Sträucher, verdorrte Beete und einen Rasen, der sich kaum noch erholt.
Notfall-Tipp 1: Sofort mulchen – der wirksamste Schutz gegen Austrocknung
Die einfachste und zugleich wirkungsvollste Sofortmaßnahme ist das Mulchen. Eine fünf Zentimeter dicke Schicht aus Rasenschnitt, Herbstlaub oder Rindenmulch auf den Beeten wirkt wie ein natürlicher Feuchtigkeitsspeicher: Sie verlangsamt das Verdunsten des Bodenwassers erheblich. Laut NDR lässt sich durch regelmäßiges Mulchen langfristig auch der Humusgehalt des Bodens verbessern – ein humusreicher Boden speichert Wasser und Nährstoffe deutlich besser. Wer seine Beete jetzt noch nicht gemulcht hat, sollte das umgehend nachholen, bevor die nächste Hitzewelle kommt. Freie Erdflächen sollten, wo möglich, auch mit niedrig wachsenden Bodendeckern bepflanzt werden – sie halten Feuchtigkeit im Boden und unterdrücken Unkraut.
Notfall-Tipp 2: Richtig gießen – Zeitpunkt und Technik entscheiden
Wer täglich ein wenig gießt, tut seinen Pflanzen keinen Gefallen. Besser ist es, seltener, aber dafür gründlich und tief zu wässern – so werden die Wurzeln ermutigt, tief in die Erde zu wachsen und sich selbst Wasser zu erschließen. Der entscheidende Faktor ist der Zeitpunkt: Gegossen wird ausschließlich in den frühen Morgenstunden. Der Boden ist dann noch kühl, das Wasser kann gut einziehen, und die Pflanzen trocknen bis zum Abend ab – was Pilzkrankheiten und Schneckenbefall reduziert.
Mittags zu gießen ist dagegen kontraproduktiv: Das Wasser verdunstet größtenteils, bevor es die Wurzeln erreicht. Wichtig: Wer Wasser aus Bächen, Flüssen oder Seen entnehmen möchte, muss zuvor unbedingt prüfen, ob in seiner Kommune ein Entnahmeverbot gilt – Bußgelder können je nach Region bis zu 100.000 Euro betragen.
Notfall-Tipp 3: Bäume und Sträucher mit Bewässerungssäcken schützen
Hält die Trockenheit länger an, leiden nicht nur Beete und Rasen – auch Bäume geraten unter massiven Stress. Besonders wasserintensive Arten wie Eschen, Birken, Ahorn, Weiden und Obstbäume können empfindlich reagieren. Empfohlen werden sogenannte Bewässerungssäcke: Diese werden um den Stamm des Baumes gelegt, mit großen Wassermengen befüllt und geben die Flüssigkeit dann langsam und tief in den Boden ab – genau dort, wo die Feinwurzeln das Wasser aufnehmen können. Diese Methode gilt als effizienter als das klassische Gießen von oben und hilft, auch bei eingeschränkter Wasserverfügbarkeit Bäume durch die Krise zu bringen.
Notfall-Tipp 4: Keine Chemie, keine Unkrautjäger – der Boden braucht jetzt Schonung
Ausgedörrte Böden reagieren besonders empfindlich auf chemische Eingriffe. Pflanzenschutzmittel, die bei normalen Witterungsbedingungen verträglich sind, können bei Trockenheit zu echten Pflanzenschäden führen. Zudem sollten Gartenbesitzer jetzt gut abwägen, ob sie Unkraut wirklich jäten müssen: Als Bodendecker schützen diese Pflanzen die Erde vor weiterer Austrocknung und fördern das Mikroklima zwischen den Kulturpflanzen.
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Wer Nützlinge im Garten fördert – etwa Florfliegen, Marienkäfer und Schlupfwespen –, hält Schädlinge auf natürlichem Weg in Schach, ohne auf Chemie angewiesen zu sein, die dem gestressten Boden zusätzlich schadet. (Quellen: Umweltbundesamt, DWD, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, Ndr.de, eigene Recherche) (str)