Trotz Millionenkredit: 33 Galeria-Filialen auf dem Prüfstand – welche NRW-Standorte schließen könnten

Trotz Millionenkredit 33 Galeria-Filialen auf dem Prüfstand – welche NRW-Standorte schließen könnten

22.07.2026 · 13:13 Uhr

Die Warenhauskette Galeria hatte Anfang 2024 zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet. (Symbolfoto)

Die Warenhauskette Galeria hatte Anfang 2024 zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet. (Symbolfoto)

Foto: Oliver Berg/dpa

Düsseldorf · Die Warenhauskette will ihr Filialnetz verkleinern. In diesen Städten müssen Standorte um ihre Zukunft zittern - und Beschäftigte um ihren Job. Auch in mehreren NRW-Städten sind Filialen betroffen.

33 Filialen der Warenhauskette Galeria werden auf ihre Rentabilität geprüft und könnten geschlossen werden. Das Unternehmen nannte nun die betroffenen Standorte. Galeria will mit den Vermietern über Mietkonditionen und Flächenanpassungen verhandeln. Sollten keine tragfähigen Lösungen erarbeitet werden, sei die Fortführung der jeweiligen Filiale gefährdet. Bei einigen Häusern laufen die Gespräche bereits, bei anderen sollen sie jetzt beginnen. 

Diese Standorte sind Teil der Liste:

Baden-Württemberg: Freiburg (Europaplatz), Heilbronn, Mannheim, Offenburg, Singen

Bayern: Aschaffenburg, Bayreuth, Memmingen, München (Rotkreuzplatz), Würzburg

Berlin: Alexanderplatz, Hermannplatz, Kurfürstendamm, Spandau

Brandenburg: Potsdam

Hamburg: Eimsbüttel

Hessen: Bad Homburg, Limburg an der Lahn

Mecklenburg-Vorpommern: Wismar

Niedersachsen: Braunschweig, Oldenburg

Nordrhein-Westfalen: Euskirchen, Kleve, Köln (Breite Straße, Hohe Straße, Nippes), Mülheim (Rhein-Ruhr Zentrum), Münster (Salzstraße) 

Rheinland-Pfalz: Bad Kreuznach, Koblenz, Mainz, Speyer

Sachsen-Anhalt: Magdeburg

Kriterien für die Auswahl waren laut Galeria unter anderem die Mietbelastung und Ertragskraft. „Wir werden jeden Standort einzeln und ergebnisoffen betrachten“, sagte Geschäftsführer Tilo Hellenbock. Wann Entscheidungen fallen, ließ eine Sprecherin von Galeria offen. 

Alle Warenhäuser müssten nachhaltig profitabel wirtschaften, teilte das Unternehmen mit. Da alle Filialen diesbezüglich Optimierungspotenzial hätten, sollen auch an den übrigen 50 Standorten Gespräche mit Vermietern geführt werden. Parallel prüft Galeria auch den Umzug in geeignetere Immobilien und Neueröffnungen.

Neuer Millionenkredit für Galeria

Das neue Geld dient unter anderem dazu, einen Kredit des Minderheitsgesellschafters Bain Capital abzulösen und offene Mietzahlungen zu begleichen. Mehrere Vermieter beklagten in den vergangenen Monaten, dass Mieten nicht oder nur teilweise gezahlt wurden. Galeria verwies auf Liquiditätsschwankungen und räumte ein, die Vermieter um eine Stundung gebeten zu haben. 

Der Konzern, der rund 12.000 Menschen beschäftigt, hatte Anfang 2024 zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet. Grund dafür war unter anderem die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns Signa. Im Sommer 2024 wurden neun Standorte geschlossen. Seitdem gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz.

© dpa-infocom, dpa:260722-930-420339/1

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