Trotz Warnungen aus der Branche - US-Präsident Trump weist Sicherheitsbedenken zu Künstlicher Intelligenz zurück

US-Präsident Trump hat die Führungsrolle der USA bei der Entwicklung von ‌Künstlicher Intelligenz betont und Warnungen vor wachsenden Gefahren zurückgewiesen. Große KI-Konzerne pochen hingegen auf eine langsamere Entwicklung.

13.09.2026

US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump (IMAGO / Inpho Photography / IMAGO / Dan Clohessy)

Trump sagte vor Journalisten in Irland, die USA seien China bei Künstlicher Intelligenz voraus und dies solle auch so bleiben. Zwar ⁠seien rechtliche Leitplanken in der Entwicklung möglich, doch es sei sehr wichtig für die US-Wirtschaft, weiterhin international führend zu sein. Es gebe ‌viele "sehr negative Kräfte", die unbegründete Sorgen schürten, betonte der US-Präsident.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte zuvor unter Berufung auf Insider berichtet, führende US-Senatoren verhandelten über ein Gesetz, ​das große Tech-Konzerne wie Google und OpenAI zu mehr Sicherheit bei der Entwicklung von KI-Anwendungen verpflichten soll. Der Entwurf sehe eine sogenannte Sorgfaltspflicht für KI-Entwickler vor. Zudem solle es der Regierung möglich sein, die Veröffentlichung ​unsicherer KI-Modelle zu blockieren.

Anthropic-Chef warnt vor der Übernahme des Internets durch KI

Hintergrund eine ​wachsende Debatte über die Risiken der Technologie. Der Chef des KI-Entwicklers Anthropic forderte eine koordinierte Verlangsamung der KI-Entwicklung. Auf X warnte Amodei, dass KI in sechs bis zwölf Monaten in der Lage sein könnte, das gesamte Internet zu übernehmen und potenziell Hunderte Milliarden Dollar Schaden zu verursachen.

In der Branche hatten ⁠sich zuletzt Vorfälle gehäuft, bei denen KI-Agenten von Entwicklern wie dem Anthropic-Rivalen OpenAI externe ⁠Systeme gehackt oder versucht haben, darauf zuzugreifen. Dies hat die ⁠Bedenken hinsichtlich der zunehmenden Leistungsfähigkeit der Modelle und ‌eines möglichen Kontrollverlusts verstärkt.

OpenAI verschiebt wegen Sicherheitsbedenken Börsengang

Der ChatGPT-Entwickler OpenAI kündigte an, wegen der Sicherheitsbedenken seinen ‌Börsengang ‌zu verschieben und nicht mehr in diesem Jahr 2026 ​an den Aktienmarkt zu gehen. Angesichts der aktuellen Sicherheitsbedenken bei Künstlicher Intelligenz wäre dies ein schlechter Zeitpunkt für einen Börsengang, sagte Altman dem Magazin "Fortune".

Die "New York Times" hatte schon im Juni berichtet, dass OpenAI erwäge, einen möglichen Börsengang mit einer Bewertung von ​einer Billion Dollar auf 2027 zu verschieben. Jetzt sagte Altman, es ⁠gebe noch viel zu tun, um die Anforderungen an ⁠die Sicherheit zu erfüllen und herauszufinden, ⁠wie die Branche und Regierungen zusammenarbeiten ‌könnten. Dem Bericht zufolge deutete Altman zudem an, dass führende KI-Unternehmen kurz vor einer Vereinbarung stehen könnten, ​die Entwicklung zu verlangsamen und gemeinsam an der Abwehr von Risiken zu ‌arbeiten.

Aus dem Deutschlandfunk-Programm:

Diese Nachricht wurde am 13.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.