Trübes Herbstwetter in NRW: Was tun, wenn das Wetter auf die Stimmung drückt?

Stand: 18.10.2026, 19:30 Uhr

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Grau, nass, früh dunkel: Viele Menschen spüren im Herbst ein Stimmungstief. Ein Psychologe erklärt, was dahintersteckt, wann man aufmerksam werden sollte und welche Schritte helfen.

Hamm – Wenn die Tage im Herbst kürzer werden und der Himmel grau und verhangen bleibt, sinkt bei vielen die Laune. Umgangssprachlich wird dieses Phänomen oft als „Herbstblues“ bezeichnet. Ein Experte aus Nordrhein-Westfalen erklärt, was dagegen helfen kann.

Eine Frau sitzt auf einer Bank an einem See.

Der Herbst kann auf die Stimmung schlagen. © stock&people / Imago

Prof. Dr. Tim Klucken, Leiter des Bereichs Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Siegen, betont im Gespräch mit wa.de: „Herbstblues ist keine Diagnose.“ Der Begriff sei nicht einheitlich definiert. Die meisten Menschen meinen damit leichte Stimmungsschwankungen und Eintrübungen, die vor allem in den Herbst- und Wintermonaten auftreten. Viele verstehen darunter auch kurzzeitige Antriebslosigkeit und erhöhte Müdigkeit.

Was tun, wenn das Wetter auf die Stimmung drückt? – Experte aus NRW gibt Tipps

Warum ausgerechnet der Herbst vielen Menschen so aufs Gemüt schlägt? Dafür gibt es laut Tim Klucken nicht den einen Grund, sondern viele Faktoren. Der geringere Lichteinfall und weniger Sonne spielen eine wichtige Rolle. Hinzu kommt, dass man im Herbst weniger aktiv ist, was die Stimmung zusätzlich drückt.

Um die eigene Stimmung zu heben, können einfache Tricks helfen: „Struktur ist ganz wichtig“, so Klucken. Hinzu komme ausreichende körperliche Bewegung. Wer aktiv bleibt, etwa durch regelmäßige Spaziergänge, tue sich selbst einen Gefallen. Auch Lichttherapie mit einer Tageslichtlampe „ist einen Versuch wert“, so der Psychotherapeut. Dabei sei jedoch auf eine hohe Lux-Zahl von mindestens 10.000 und eine Anwendung von mehreren Minuten täglich zu achten. Die Lampe sollte morgens direkt für längere Zeit und aus nächster Nähe genutzt werden. Klucken räumt ein: „Das schafft man als normaler Mensch aber meist nicht.“ Seine klare Empfehlung lautet deshalb: Die Zeit lieber für einen Spaziergang nutzen.

Davon klar abzugrenzen sei die Depression. Sie ist eine klinische Diagnose mit klaren Symptomen: deutliche Stimmungseinbrüche über mehrere Wochen, ein großer Antriebsverlust, der so weit geht, dass Betroffene es kaum noch schaffen, zur Arbeit zu gehen. Hinzu kommen Schlafprobleme, Selbstwertprobleme und Konzentrationsstörungen, erklärt der Experte.

Wer langfristig unter gedrückter Stimmung, die an den meisten Tagen der Woche über mehrere Wochen anhält, leidet, sowie mit spürbarem Antriebsverlust, Gefühlen der Hoffnungslosigkeit und Problemen mit dem Selbstwert zu kämpfen hat, sollte sich professionelle Hilfe suchen. Der erste Weg führt zum Hausarzt, so Klucken. Für die Vermittlung einer psychotherapeutischen Behandlung ist zudem die Terminservicestelle unter der Rufnummer 116117 erreichbar.