Neue Namen für Flüsse, Serien, Meere, Bundesstaaten: Trump löst „America“-Inflation aus

Neue Namen für Flüsse, Serien, Meere, Bundesstaaten

Im Laufe seiner zweiten US-Präsidentschaft beschäftigt sich Donald Trump vor allem damit: dem Umbenennen von Orten, um seiner US-zentrierten Erzählung gerecht zu werden. Golf von Mexiko wird zu „Golf von Amerika“, Lake Ontario wird zu „Lake America“ und New Mexico wird zu „New America“. Nun ziehen die Schöpfer der US-Zeichentrickserie „South Park“ nach und ändern als Reaktion darauf den Namen ihrer Serie in der 29. Staffel in „South America“.

Online seit heute, 19.57 Uhr

„Inspiriert vom Mut und Patriotismus von Apple und Google ändern wir den Namen von ‚South Park‘ in ‚South America‘“, teilten die Schöpfer der beliebten US-Zeichentrickserie, Trey Parker und Matt Stone, am Dienstag (Ortszeit) in sozialen Netzwerken mit. Die 29. Staffel erscheint am 16. September, die jeweiligen Profile der Serie in den sozialen Netzwerken tragen bereits den neuen Namen.

Die Umbenennung folgte, nachdem die Serie am Sonntag einen Emmy für die beste Animationsserie gewonnen hat. Dabei konnten sich die „South Park“-Schöpfer einen Seitenhieb auf Trump nicht verkneifen: In sozialen Netzwerken posteten sie „Endlich hast du deinen Emmy!“, eine Anspielung darauf, dass der US-Präsident mit seiner Serie „The Apprentice“ zweimal nominiert und zweimal unterlegen war.

Kartendienste ziehen nach

Die neue Namensgebung folgt als Reaktion auf die fast schon inflationär anmutenden geografischen Umbenennungen, die US-Präsident Trump in seiner zweiten Amtszeit seit 2025 immer wieder herbeigezogen hat, um die Dominanz der USA zu demonstrieren. Zuerst taufte er bereits am ersten Tag seiner zweiten Präsidentschaft im letzten Jahr den Golf von Mexiko in „Golf von Amerika“ um.

Jüngst ordnete er die Umbenennung des Sees Lake Ontario, durch den die Grenze zu Kanada verläuft, in „Lake America“ an. Hintergrund ist der zuletzt deutlich eskalierte Handelsstreit zwischen der Trump-Regierung und Kanada. Apple und Google übernahmen in ihren Kartendiensten in den USA die Linie Trumps, woher wohl auch die Erwähnung der „South Park“-Schöpfer in ihrem Post rührt. Außerhalb der USA erscheinen auch die bisherigen Namen noch.

US-Präsident Donald Trump unterzeichnet die Umbenennung des Lake Ontario in Lake America
Im Zuge seines Handelsstreits mit Kanada benannte Trump den Lake Ontario in „Lake America“ um

Streit über Namen New Mexicos

Am Wochenende brachte Trump eine neue Idee ins Spiel, die die USA selbst betrifft. Aus dem US-Bundesstaat New Mexico könnte „New America“ werden. Das legte zumindest ein Post Trumps auf Truth Social nahe. Er zeigte eine Karte des Bundesstaats, auf der statt New Mexico „New America“ stand. Auch hier sind der Hintergrund wohl zunehmende Spannungen bei den Handelsgesprächen mit dem südlichen Nachbarland Mexiko.

Die demokratische Gouverneurin von New Mexico, Michelle Lujan Grisham, wies den Vorstoß zurück. Der Name stehe nicht zur Debatte, erklärte die Politikerin, die dort seit 2019 regiert. Der Staat trage diesen Namen bereits seit der Zeit, bevor die USA überhaupt existierten. Trump wolle nur vom Iran-Krieg und von steigenden Preisen ablenken.

ein Truth-Social-Post von US-Präsident Donald Trump zeigt eine Karte, auf der der US-Bundesstaat New Mexico in New America umbenannt wurde
Auf einer Karte eines Posts auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete Trump den Bundesstaat New Mexico als „New America“

Kanada als 51. Bundesstaat und Grönland

Weitere Aufregung erregte Trump, indem eine Nordamerika-Landkarte veröffentlichte, die Kanada, Mexiko und die Arktisinsel Grönland in die US-Flagge gehüllt darstellt. Darauf prangt nur ein einziger Ländername: Vereinigte Staaten von Amerika. In die auf der Plattform Truth Social veröffentlichte Grafik einbezogen waren unter anderem auch Island und Kuba – dem schwer angeschlagenen Karibik-Staat hatte Trump schon offen mit einer Übernahme gedroht.

Neben den Handelsstreitigkeiten kokettiert der US-Präsident auch immer wieder mit dem Wunsch, sich andere Länder und Inseln einzuverleiben. Im Falle von Kanada hatte Trump anklingen lassen, dass das Nachbarland der 51. Staat der USA werden könnte. Grönland will er kaufen und argumentiert, nur die USA könnten die zu Dänemark gehörende Insel gegen Begehrlichkeiten beispielsweise aus Russland oder China verteidigen.

Mehrfach Seitenhiebe auf Trump

Ob „South Park“ den neuen Namen „South America“ nun permanent übernimmt oder ob sich die Serie in weiterer Folge wieder umbenennen wird, ist laut Medienberichten von unter anderem BBC unklar. Die satirische Animationsserie läuft seit 1997 und spielt in einer Kleinstadt in den USA. Sie greift häufig brisante Themen des Lebens in den USA auf.

die „South Park“-Schöpfer Matt Stone und Trey Parker
Die Schöpfer der Satireserie, Stone (l.) und Parker, erlauben sich immer wieder Seitenhiebe auf US-Präsident Trump

Zudem legt sie sich immer auch satirisch mit Trump – etwa durch Anspielungen auf die Epstein-Affäre – an. In der 27. Staffel steigt eine animierte Figur von Trump unter anderem mit Satan nackt ins Bett. Das Weiße Hause reagierte damals darauf, die Show sei „seit über 20 Jahren nicht mehr relevant“ und wolle „verzweifelt versuchen, Aufmerksamkeit zu erregen“. Kritik kam auch von Trumps MAGA-Basis („Make America Great Again“).

„Skydance-Kapitulation“

In ihrem Posting nahmen die Serienschöpfer Parker und Stone auch ihren Sender Paramount ins Visier, der mittlerweile zu Skydance von David Ellison gehört. „Wir möchten uns ganz besonders bei unserer Muttergesellschaft Paramount bedanken – einer Skydance-Kapitulation“, hieß es in den sozialen Netzwerken.

Mit dem Begriff „Kapitulation“ spielen sie auf die Übernahme von Paramount durch Skydance Media und die dadurch entstandene Fusion Paramount Skydance an. Kritiker beschrieben sie als Kapitulation der Medien vor US-Präsident Trumps persönlicher Agenda. Die Familie Ellison, der der Paramount-Skydance-Konzern gehört, steht Trump nahe.

Kritiker fürchten um Unabhängigkeit von CNN

Zudem hatte die vom Trump-Vertrauten Brendan Carr angeführte US-Medienaufsicht FCC im Februar der Übernahme des Hollywood-Konzerns Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance zugestimmt. Mit 111 Mrd. Dollar (rund 94 Mrd. Euro) gilt sie als eine der größten Fusionen in der Geschichte der Medienbranche. Kritiker fürchten dadurch auch um die Unabhängigkeit des US-Nachrichtensenders CNN, dessen Eigentümer Warner Brothers ist.

Die Übernahme ist vorübergehend auf Eis gelegt, zwölf von Demokraten regierte US-Bundesstaaten hatten eine Klage eingereicht und argumentieren, die bereits genehmigte Übernahme führe zu „höheren Preisen, geringerer Qualität und weniger Inhalten“ für das Publikum. Sie berufen sich auf ein Bundesgesetz, das Fusionen untersagt, wenn sie den Wettbewerb erheblich verringern könnten.