Trump fragt: „In welchem Bundesstaat?“ – Zweifel an der Anwaltszulassung von Katie Zacharia wachsen

Trumps neue Sprecherin unter Druck: Für Katie Zacharias Anwaltstitel fehlt jeder Nachweis

Stand: 15.10.2026, 08:04 Uhr

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Katie Zacharia wird neue Pressesprecherin im Weißen Haus. Für ihren Anwaltstitel gibt es keinen Nachweis, und Trumps Nachfrage sorgt für Wirbel.

Donald Trumps neue Pressesprecherin teilte wenige Wochen nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 einen Beitrag in den sozialen Medien, der offenbar Wladimir Putin unterstützte. Katie Zacharia, die nach dem Ausscheiden von Karoline Leavitt im August zu deren Nachfolgerin als Pressesprecherin des Weißen Hauses ernannt worden war, hielt am Dienstag ihre erste Pressekonferenz ab.

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Dieser Artikel von Natasha Leake entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk.

Bei der Pressekonferenz, die deutlich steifer verlief als Leavitts verbale Schlagabtausche mit Journalisten, gab Zacharia bekannt, dass der US-Präsident Kimberley Guilfoyle, seine in die Kritik geratene Botschafterin in Griechenland, zum Rücktritt aufgefordert hatte. Zacharia lobte außerdem die Wirtschaft und dankte Trump dafür, dass er ihr die neue Aufgabe übertragen hatte.

Trumps Neue: Sprecherin sorgt bei erstem Auftritt mit rätselhafter Antwort für Aufsehen

Katie Zacharia ist die neue Sprecherin von Donald Trump im Weißen Haus. © © IMAGO / ZUMA Press Wire / Archivbild

Vor ihrer ersten Pressekonferenz enthüllte ein Bericht von CNN, dass Zacharia 2022 einen Beitrag auf Truth Social weiterverbreitet hatte, in dem behauptet wurde, Putin kämpfe gegen ein geheimes Netzwerk mächtiger linker Eliten. „Putin befindet sich im Krieg mit der VERSCHWÖRERGRUPPE – und die Ukraine steckt mit ihr unter einer Decke“, hieß es in dem Beitrag, den ein Konto namens Richard Tomas geteilt hatte.

Zacharias Karriere und ihre Unterstützung für Trump

Der Beitrag enthielt Bilder prominenter Persönlichkeiten, darunter Hillary Clinton, Barack Obama, Joe Biden und George Soros. Zuvor war Zacharia leitende Kommunikationsberaterin der Trump Media and Technology Group gewesen, des US-Medienunternehmens des Präsidenten, dem seine Plattform Truth Social gehört. Sie trat häufig bei Fox News als Expertin für die Trump-Regierung auf und arbeitete kurzzeitig als Sprecherin für Kristi Noem, die damals das Heimatschutzministerium leitete.

Bei der Bekanntgabe ihrer Ernennung lobte Trump auf Truth Social ihre Unterstützung für seine Regierung. Sie habe ihn „ausnahmslos unterstützt“ und sei „von Anfang an eine loyale und brillante Unterstützerin“ gewesen. In einem inzwischen gelöschten Beitrag auf X hatte Zacharia die Trump-Regierung allerdings kritisiert und vor den bevorstehenden Zwischenwahlen gewarnt. Als Antwort auf einen Beitrag des rechten amerikanischen Kommentators Mike Cernovich schrieb sie auf der Plattform: „Die Zwischenwahlen 2026 werden ein Blutbad, wenn wir jetzt nicht den Kurs ändern.“

Pizzagate-Verschwörung

Andere Beiträge aus dem Jahr 2022 zeigen, dass Zacharia häufig „Pizzagate“-Verschwörungstheorien teilte. Darin wurde behauptet, eine Gruppe mächtiger Personen missbrauche Kinder sexuell. „Pädo Podesta. #pedoPodesta“, schrieb Zacharia laut CNN im September 2022. Sie bezog sich dabei auf John Podesta, den Stabschef im Weißen Haus unter Bill Clinton, der Ziel einer Kampagne zur Verbreitung von Verschwörungstheorien geworden war.

Es wurde behauptet, seine von Hackern mit Verbindungen zu Russland veröffentlichten E-Mails enthielten verschlüsselte Hinweise auf Kinderhandel zur sexuellen Ausbeutung. Außerdem habe Hillary Clinton, deren Präsidentschaftswahlkampf er damals leitete, vom Keller einer Pizzeria in Washington, D.C., aus einen Kinder-Sexring betrieben. Podesta wurde nie offiziell einer Straftat beschuldigt oder angeklagt. Er bestreitet die Vorwürfe und wies sie als „Fake News“ der Alt-Right zurück, die er als „diesen Pizzagate-Scheiß“ bezeichnete.

Clinton erklärte bei einer Vernehmung vor dem Kongress zu den Jeffrey-Epstein-Akten im Februar dieses Jahres, die Pizzagate-Verschwörung sei „völlig erfunden“. Auf eine Bitte um Stellungnahme erklärte Zacharia, sie sei „dankbar, Präsident Trump als Pressesprecherin dienen zu dürfen, und ich werde seine erfolgreiche Agenda gewissenhaft und wirkungsvoll einer breiten Öffentlichkeit vermitteln“.

Rückendeckung aus dem Weißen Haus und Fragen zur Anwaltszulassung

Steven Cung, der Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses, fügte hinzu: „Katie ist eine großartige und wunderbare Verstärkung für das Team. Sie ist in besonderem Maße qualifiziert und äußerst klug und kann so dazu beitragen, die amerikanische Bevölkerung über all die großartigen Dinge zu informieren, die Präsident Trump und seine Regierung geleistet haben. Sie wird als Pressesprecherin hervorragende Arbeit leisten.“ Auch Zacharias juristische Qualifikationen werden inzwischen hinterfragt, nachdem Trump sie wiederholt als „Anwältin“ bezeichnet hatte.

Als Reporter Trump am Dienstag fragten, wo Zacharia die Anwaltsprüfung abgelegt habe – eine Voraussetzung, um in den USA als Anwalt praktizieren zu dürfen –, wandte er sich an sie und fragte: „In welchem Bundesstaat?“ „Als ich nach China zog“, antwortete Zacharia, die sich in Interviews wiederholt als Anwältin bezeichnet hat. Der demokratische Kongressabgeordnete Ted Lieu aus Kalifornien merkte an, dass Anwaltsprüfungen amerikanischer Bundesstaaten nicht in China abgelegt werden können. Zacharia arbeitete von 2011 bis 2013 bei der Zhong Lun Law Firm in Peking, einer der führenden Anwaltskanzleien Chinas.

Auf ihrer LinkedIn-Seite hieß es, sie habe von 2024 bis März 2025 in Vollzeit als „Chefjuristin“ für Fix California gearbeitet, eine rechte gemeinnützige Organisation. Eine Suche in der Datenbank zeigt jedoch, dass sie nicht als Mitglied der kalifornischen Anwaltskammer geführt wird. Eine Recherche des Newsletters Popular Information fand keinen Nachweis dafür, dass Zacharia in irgendeinem US-Bundesstaat über eine Anwaltszulassung verfügt.