Publiziert18. Juli 2026, 20:38
EuropatourTuk-Tuk-Ferien: «Polizei hält mich oft an – um Fotos zu machen»
Bis zu 300 Kilometer pro Tag, Übernachtungen im Zelt und ein grosses Ziel: Eine Familie fährt im Tuk-Tuk von der Schweiz Richtung Litauen – vielleicht sogar bis Finnland.
Darum gehts
- Der gebürtige Zuger Dimitri (36) reist mit seiner Frau und Tochter im Tuk-Tuk von der Schweiz bis nach Litauen – vielleicht sogar bis Finnland.
- Die Familie lebt in Kambodscha; die langen Sommerferien dort geben ihnen bis in den September Zeit für die Tour.
- Bereits 2025 fuhr Dimitri mit dem Tuk-Tuk von Kambodscha über 26 Länder bis in die Schweiz.
«Unser Ziel ist es, mit dem Tuk-Tuk von der Schweiz bis nach Litauen – schön wäre bis nach Finnland – und wieder zurückzufahren», so der gebürtige Zuger Dimitri zu 20 Minuten. Es seien Familienferien, die er mit seiner Partnerin und seiner Tochter unternehme. Die Familie lebt in Kambodscha. Da im südostasiatischen Land die Sommerferien der Schule bis in den September gehen, hat die Familie so lange Zeit für ihre Reise.

Swiss_yellow_jacket, wie Dimitri sich auf Social Media nennt, bietet in den sozialen Netzwerken einige Einblicke in seine Reisen mit dem Tuk-Tuk. An einem Tag legt die Familie bis zu 300 Kilometer zurück. Auf flachen, geraden Strecken kann das Tuk-Tuk eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 65 km/h erreichen. Durchschnittlich sind sie mit 50 km/h unterwegs, wobei sie auf Pässe hinauf nur etwa 15 bis 20 km/h fahren können. In der Nacht campen die drei neben ihrem Tuk-Tuk und dem Auto, das die Partnerin fährt.
Bist du schon mal mit einem Tuk-Tuk gefahren?
Ja.
Ja, aber nur als Beifahrer.
Nein, noch nie.
Könnte sein, kann mich aber grad nicht erinnern.
Von Kambodscha bis in die Schweiz
Es ist nicht die erste grosse Reise von Dimitri mit dem Tuk-Tuk. Im Mai 2025 startete Dimitri in sein erstes Abenteuer mit dem Tuk-Tuk. In Kambodscha gestartet, fuhr er über 26 Länder und 25'000 Kilometer, bis er im Oktober seinen Heimatort Schaffhausen in der Schweiz erreicht hat.
Weil er sein Tuk-Tuk in Kambodscha kaufte, startete er auch von dort aus. Zur Vorbereitung auf seine Reise blieb er neun Monate in Kambodscha und absolvierte dort auch die Töff-Prüfung, damit er mit dem Tuk-Tuk in gewissen Ländern wie China fahren darf.

Die Reaktionen des Zolls und der Polizei
Durch die meisten Zollstellen kam er ohne Probleme. Das Tuk-Tuk wird in den meisten Ländern als Töff eingestuft, und das steht auch so im Fahrzeugausweis. «Beim Zoll in Laos waren sie skeptisch und wollten mich nicht in das Land lassen. Das einzige Problem war, dass sie als Nachbarland noch nie erlebt haben, dass ein Tuk-Tuk die Grenze passiert, und nicht wussten, wie sie darauf reagieren müssen.»
«Mehrfach hat mich die Polizei angehalten, jedoch nur, um ein Foto mit mir zu machen», erinnert sich Dimitri. Während der fünfmonatigen Fahrt ruhte er sich abwechselnd beim Campen neben dem Tuk-Tuk oder in einem Hostel aus.

Die neue Heimat Kambodscha
Bei seiner Vorbereitung in Kambodscha 2025 verliebte er sich in das Land und auch in eine seiner Bewohnerinnen. Deswegen wanderte er auch nach seiner Tuk-Tuk-Reise in das Land aus.
Seine Liebe zum Land will er nun mit der ganzen Welt teilen. «Ich möchte den Leuten Kambodscha zeigen. Wenn mich eine Person auf der Strasse sieht und die Fahne oder das Land googelt, ist es für mich ein Gewinn», sagt Dimitri über sein aktuelles Ziel, Kambodscha in der Welt positiv bekannt zu machen, da die meisten Menschen das Land nicht kennen oder nur aus negativen Schlagzeilen. Beruflich baut er sich in Kambodscha eine Grundlage auf und arbeitet mit dem Ministerium für Tourismus an Projekten zusammen.
«Ich möchte den Leuten Kambodscha zeigen. Wenn mich eine Person auf der Strasse sieht und die Fahne oder das Land googelt, ist es für mich ein Gewinn.»
Rückweg noch unklar
Sein Tuk-Tuk, das er nach seiner ersten Tuk-Tuk-Reise bei seinen Eltern im Kanton Zug und zwischenzeitlich bei einem Kumpel in einer Scheune im Kanton Schwyz untergestellt hat, wurde monatlich kurz gestartet, damit der Motor keine Standschäden bekommt. Im Oktober 2026 muss das Tuk-Tuk die Schweiz verlassen. Der Grund ist das ausländische Nummernschild.
«Wenn es sich länger als ein Jahr in der Schweiz befindet, muss ich das Tuk-Tuk in der Schweiz einlösen und es verliert sein kambodschanisches Nummernschild, was ich verhindern will. Auch ist unklar, ob es die Schweizer MFK bestehen würde.» Wie genau das Tuk-Tuk wieder in seine neue Heimat Kambodscha kommt, ist noch unklar.

Dimitri schwankt zwischen den drei Optionen: verschiffen, wieder zurückfahren oder es im Ausland für weitere Projekte in Europa abstellen. Das Tuk-Tuk per Schiff nach Kambodscha zu transportieren, würde teuer werden. Eine Option wäre, mit dem Tuk-Tuk bis nach Rotterdam zu fahren und von dort aus mit dem Schiff nach Asien.
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