U23-Europameister Alvarez bricht seinen Sieg-Bann | radsport-news.com

Kletterstarker Bock muss mit Platz vier zufrieden sein

Von Kevin Kempf

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Hector Alvarez kommt endlich wieder als Sieger ins Ziel. | Foto: Cor Vos

02.10.2026  |  (rsn) - Der Spanier Hector Alvarez ist neuer Europameister der U23. Der WM-Zweite und Zeitfahr-Dritte von Montreal setzte sich zunächst in der vorletzten Runde ab, um dann, kurz nachdem er eingeholt wurde, im finalen Umlauf zum siegreichen Solo anzusetzen. Mit 20 Sekunden Rückstand sicherte sich der Pole Jan Michal Jackowiak Silber. Der Belgier Niels Driesen war im Duell mit dem Deutschen Max Bock der stärkere und durfte sich die Bronzemedaille umhängen.

Neben den Medaillen bei der WM in Kanada hatte Alvarez auch bei der EM im Vorjahr als Dritter Edelmetall gewonnen. Bei seinen Einsätzen für Lidl – Trek und deren Devo-Team sammelte er ebenfalls Topplatzierungen am laufenden Band. Auf einen Sieg musste der 19-Jährige aber seit seiner Junioren-Zeit warten. “Endlich!“, freute er sich deswegen im Ziel-Interview erleichtert. “Wir müssen wirklich ‘endlich‘ sagen. Ich habe das jetzt schon lange gejagt, ich habe seit zwei Jahren nicht mehr gewonnen. Trotzdem haben alle immer an mich geglaubt und heute habe ich das zurückgezahlt.“

“Wir wussten schon vor dem Start, dass es heute verrückt und schnell werden wird. Mein ganzes Team war heute für mich da. Ich habe dann meine Art zu fahren angewandt: Aggressivität. Das hat sich heute ausgezahlt“, sagt er, um dann auch einen Tipp an die Athleten der nächsten Rennen zu geben: “Seid mutig!“

Bock war der kletterstärkste Fahrer des Feldes. Er leitete zunächst die erste Attacke des späteren Siegers ein, die anderen Medaillengewinner zog er in der Schlussrunde an den Spanier heran. Bergab und im flachen Finale war der Red-Bull-Rookie dann aber klar unterlegen. Louis Leidert beendete das Rennen als zweitbester Deutscher auf Platz 31, zwei Positionen vor dem zeitgleichen Eike Behrens. Zwei weitere Ränge dahinter folgte mit Jonas Holzknecht der erste Österreicher, hinter dem der beste Schweizer, Nicola Zumsteg, im Ergebnis steht.

So lief die U23-EM der Männer:

Ohne dass es eine Gruppe des Tages gegeben hatte, überquerte das nur 45-köpfige Peloton nach zwei Stunden zum ersten von vier Mal die Ziellinie. Behrens, Bock und Leidert waren da für German Cycling noch vorn dabei, Fausto Penna und Mauro Brenner waren zurückgefallen.

Roberto Capello löste sich dann und ging mit gut 30 Sekunden in den Anstieg. Dort machte Bock Tempo und riss damit die Gruppe auseinander, bis er letztendlich allein auf der Verfolgung des Italieners war. Den holte er 36 Kilometer vor dem Ziel ein und ließ ihn direkt hinter sich. Oben angekommen nahm er die Beine hoch und sein kleiner Vorsprung die ersten sieben Verfolger war dahin.

Das Streckenprofil des dreimal zu befahrenden EM-Rundkurses. | Foto: Veranstalter

Im Gegensatz zum Deutschen sah Alvarez seine Chance und griff direkt an. Er erarbeitete sich schnell 30 Sekunden Vorsprung, bevor hinter ihm wirklich reagiert wurde. Auf dem Weg zur Glocke wuchs die Verfolgergruppe auf 16 Fahrer an, wobei Bock der einzige Vertreter Deutschlands blieb. Alvarez passierte das Ziel mit 39 Sekunden Vorsprung.

Die Belgier waren dahinter zu viert vertreten und übernahmen nun den Hauptteil der Verantwortung. Trotzdem bog der Spanier 16 Kilometer vor dem Ziel 40 Sekunden vor Bock und Co. in den Anstieg ein. Dort war es erneut Bock, der das Tempo verschärfte. Driesen und Jackowiak blieben dran. Wenige Meter vor der Kuppe holte das Trio den Spitzenreiter ein, wobei Bock den gesamten Anstieg von vorn gefahren war.

In der Abfahrt griff Jackowiak an und Bock fehlten die Watt, um folgen zu können. Alvarez sprang an einer Gegensteigung am Deutschen vorbei zum Polen hin. An der nächsten Kuppe attackierte der Spanier dann auch Jackowiak davon. Unten angekommen lag der zukünftige Lidl-Profi sieben Sekunden vor Jackowiak und 14 vor Bock und Driesen. Der Belgier schüttelte mit noch zwei zu fahrenden Kilometern im Flachen seinen deutschen Begleiter ab. Da Driesen seinerseits der Silbermedaille nicht mehr näher kam, standen die Podiumsplatzierungen fest.

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